Programm September/Oktober 2014


02.09.   20:15 Uhr   Enemy

09.09.   20:15 Uhr   I Hired a Contract Killer

16.09.   20:15 Uhr   Religulous

23.09.   20:15 Uhr   Good Vibrations

30.09.   20:15 Uhr   Like Someone in Love

 

07.10.   20:15 Uhr   Beltracci - Die Kunst der Fälschung

14.10.   20:15 Uhr   The Act of Killing

21.10.   20:15 Uhr   Viva la Libertà

28.10.   20:15 Uhr   No Turning Back


Di. 2.9., 20:15 Uhr

Enemy

CAN/E 2014, 90’, FKS: 12

R: Denis Villeneuve

B: Javie Gullón, nach dem Roman von José Saramago

D: Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent u.a.

 

Kanadisch-Spanischer Thriller nach José Samaragos Roman „Der Doppelgänger“: Ein depressiver Geschichtsdozent entdeckt in einem Film einen Komparsen, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und spürt den Doppelgänger schließlich auf. Der Beginn eines verhängnisvollen Psychospiels.

 

Tagsüber hält der Geschichtsdozent Adam Bell Vorlesungen vor Studenten ab. Abends korrigiert er Arbeiten und trifft sich mit seiner Freundin Mary. Eine eingefahrene Routine, die ohne Emotionen auskommt. Erst als Adam in einem Film auf einen Komparsen aufmerksam wird, der ihm bis aufs Haar gleicht, ändert sich alles. Schockiert, aber ebenso fasziniert macht er sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Doppelgänger und kann den Mann recht schnell ausfindig machen. Adams Annäherungsversuche stoßen zunächst auf Anthonys Ablehnung. Doch dann ändert er plötzlich seine Meinung, und die beiden Männer vereinbaren ein Treffen. Eine verhängnisvolle Entscheidung, wie sich schon bald zeigen soll.


Di. 9.9., 20:15 Uhr

I Hired a Contract Killer

FIN/GB 1990, 79’,

FSK: 12

R/B: Aki Kaurismäki

D: Jean-Pierre Léaud, Margi Clarke, Kenneth Colley u.a.

  

Aus Gründen, die viel zu persönlich sind, um hier auf sie einzugehen, will Henri Boulanger sterben. Da seine hilflosen Versuche, seinem Leben ein Ende zu machen, mal wegen eines Gasstreiks, mal aus Ungeschicklichkeit, immer wieder scheitern, heuert er einen Berufskiller an, um sich ins Jenseits befördern zu lassen. Während er darauf wartet, dass der Killer seine Arbeit erledigt, begeht er allerdings den Fehler zum ersten Mal in seinem Leben Whisky zu trinken. Und zudem findet er endlich den Mut , mit dem anderen Geschlecht Kontakt aufzunehmen. Großer Fehler. Eigentlich könnte auf der Stelle zum trauten Familienleben übergegangen werden, nur lässt sich der Vertrag mit dem Killer leider nicht rückgängig machen...

Aki Kaurismäki wurde dem deutschen Publikum durch seine Teilnahme an der Berlinale 1988 (mit „Ariel“) bekannt. „I Hired a Contract Killer“ folgte dem Kult-Hit „Leningrad Cowboys go Amerika“. 


Di. 16.9., 20:15 Uhr

Religulous

USA 2008, 100‘, FSK: o.A.

R: Larry Charles

B: Bill Maher

D: Bill Maher, Jose Luis De Jesus Miranda, Steve Berg u.a.

 

Bill Maher, agnostischer Sohn eines Juden und einer Katholikin, bezeichnet George Bush und Osama Bin Laden in einem Atemzug als religiöse Fanatiker. Der bekannte US-amerikanische Stand-Up Comedian interessiert sich seit seinen Berufsanfängen für Religionen, da sich mit dem Thema leicht Lacher ernten lassen. Schließlich wohnt jeder religiösen Weltanschauung etwas Unlogisches inne, und man kann das auf der Bühne leicht für seine eigenen Zwecke nutzen.

Mit „Religulous“ treibt Maher dieses Konzept nun auf die Spitze: Er macht keine Witze über Religionen, die machen sich über sich selbst lustig, lautet sein Credo. In Interviews, die er mit Gläubigen überall auf der Welt führt, legt er dank stellenweise brillanter Analyse die Schwachpunkte des Gottesglaubens offen. Seine Gesprächspartner liefern ihm dabei unbeabsichtigt die besten Vorlagen.

Regisseur Larry Charles hatte bereits in „Borat“ mit dem britischen Komiker und Schauspieler Sacha Baron Cohen zusammengearbeitet.


Di. 23.9., 20:15 Uhr

Good Vibrations

GB/IR 2012, 103’, FSK: 6

R/B: Glenn Leyburn, Lisa Barros D’Sa

D: Richard Mormer, Jodie Whittaker, Liam Cunningham u.a.

 

Joe Strummer von The Clash sagte immer: „Punk war hart, aber Nordirland war härter“.

Dafür und für den unbändigen Geist der Jugend und die Kraft, die von Musik ausgeht, steht diese (wahre) Geschichte.

Die Bomben mit Musik bekämpfen! Das ist Terri Hooleys Plan, als er in den 70ern in Belfast einen Plattenladen mitten auf einer umkämpften Straßenmeile eröffnet. „Good Vibrations“ ist fortan Treffpunkt der nordirischen Underground-Szene, von Punks, Nerds, Rebellen und Teenies. Hier wächst über die aufkeimende Punk-Bewegung neue Hoffnung für einen geistigen Widerstand. Terri Hooley wird zum geliebten und gehassten Labelgründer und Konzertveranstalter, bringt Bands wie The Undertones groß raus. Sein Herz schlägt dabei immer für musikalischen Exzess und ideelle Freiheit, nicht für finanzielle Sicherheit. Seine private Existenz verliert er damit aus den Augen und bleibt sich dennoch immer treu.


Di. 30.9., 20:15 Uhr

Like Someone in Love

F/J 2012, 109‘, FSK: 6

R/B: Abbas Kiarostami

D: Rin Takanashi, Tadashi Okuno, Ryo Kase u.a.

 

Die Studentin Akiko verdient sich in Tokio nebenbei etwas Geld als Callgirl. Ein neuer Kunde ist Herr Takashi, ein ehemaliger Soziologieprofessor. Akiko schläft nach der Begrüßung allerdings sofort in seinem Bett ein. Ohnehin verunsichert durch sein Tun, ist der Rentner darüber eher erleichtert, und beginnt sich um Akiko zu kümmern. Nach „Die Liebesfälscher“ ein weiterer Film des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami, der im Ausland entstanden ist. Wieder geht es um Liebe, um Kommunikation und Diskretion, Sichtbares und Unsichtbares, und trotzdem ist alles auch wieder ganz anders, geheimnisvoller, zarter.

Kiarostami wurde mit „Wo ist das Haus meines Freundes“ (1987) im Westen bekannt. Später gewann er mit „Der Geschmack der Kirsche“ (1997) die Goldene Palme in Cannes.

Seine Vorliebe zur Improvisation zeigt sich in lose geschriebenen Drehbüchern, seiner Vorliebe für Amateur-Schauspieler und im Schnitt der Filme. Als von ihm besonders bewunderte Regisseure nennt er Bresson und Ozu.


Di. 7.10., 20:15 Uhr

Beltracchi – Die Kunst der Fälschung

D 2013, 96‘, FSK: 0

R/B: Arne Birkenstock

Mit Wolfgang Beltracchi, Helene Beltracchi, Hendrik Hanstein u.a.

 

„Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ erzählt als höchst amüsanter Dokumentarfilm von dem größten europäischen Kunstfälscher-Skandal der Nachkriegsgeschichte. Er zeigt den Maler Wolfgang Beltracchi bei dem, was dieser als seinen Beruf verstand: Fälschen. Beltracchis Bilder sind keine Kopien, sondern wurden von ihm erfunden und waren doch stets eindeutig einem bestimmten Künstler zuzuordnen. Keine Galerie, kein Experte hatte Zweifel an ihrer Authentizität und Beltracchi wurde reich damit. Schließlich aber machte er einen Fehler, der alles auffliegen ließ. Beltracchi wusste die Schwächen eines schwerreichen Kunstmarktes als Fälscher perfekt für sich zu nutzen, und demonstriert sie nun, als Verurteilter, gut gelaunt dem Publikum: „Wenn Sie ein Bild für fünf Millionen Euro kaufen, dann reicht es scheinbar häufig aus, ein Polaroid davon zu verschicken. Wenn der Experte das Bild für echt erklärt, dann kommt es ins Werkverzeichnis.“


Di. 14.10., 20:15 Uhr

The Act of Killing

DK/N/GB 2012 122’,

FSK: 16

R/B: Joshua Oppenheimer

Mit Anwar Congo, Herman Koto, Syamsul Arifin u.a.

 

Um die Geschichte des Genozids an über einer Million vermeintlicher Kommunisten in Indonesien nach dem Militärputsch 1965 zu erzählen – eine Geschichte, die ihre Opfer und deren Nachfahren auch heute noch nicht zu erzählen wagen – entscheidet sich der junge amerikanische Regisseur Joshua Oppenheimer für den einzig verbleibenden Weg: Er spricht mit den Tätern. Diese wurden nie bestraft und sind heute mächtige Personen in ihrer Heimat. Teilweise werden sie sogar immer noch als Helden verehrt. Stolz und frei von jeglicher Reue erzählen sie von den Morden und sind freudig bereit, ihre Taten nachzuspielen und sich selbst zu inszenieren. Das Filmprojekt bringt die Männer schließlich zum Reden und zum Nachdenken über ihre Taten, die sie bisher nie reflektiert haben. Die Inszenierung der Realität ist wirklicher geworden, als es die Taten für diese Männer je waren.

 

„Einen derart kraftvollen, surrealen und erschreckenden Film habe ich seit mindestens einem Jahrzehnt nicht gesehen... Beispiellos in der Geschichte des Kinos.“

Werner Herzog


Di. 21.10., 20:15 Uhr

Viva La Libertà

I 2013, 94‘, FSK: 0

R/B: Roberto Andò

D: Toni Servillo, Valerio Mastandrea, Valeria Bruni Tedeschi u.a.

 

Enrico Oliveri, Chef der wichtigsten italienischen Oppositionspartei, steckt in der Krise. Zermürbt von miesen Umfragewerten und politischen Intrigen setzt er sich eines Nachts heimlich nach Paris ab. Große Aufregung im Führungszirkel der Partei: Keiner weiß, wo Oliveri geblieben ist.

Da kommt sein engster Mitarbeiter auf die geniale Idee: Enricos Zwillingsbruder Giovanni, ein exzentrischer Philosoph, soll die Stelle des Verschollenen übernehmen – mit überraschenden Folgen. Giovanni findet Spaß an der Sache und mischt die italienische Politik gehörig auf. Und nicht nur das: Selbst die deutsche Kanzlerin kann sich seinem skurrilen Charme nicht entziehen.

Eine brillante und umwerfend komische Satire mit Starbesetzung, in der Valeria Bruni Tedeschi, Valerio Mastandrea als politischer Berater und besonders Toni Servillo (für „La Grande Bellezza“ als bester Darsteller mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet) in einer Doppelrolle glänzen.


Di. 28.10., 20:15 Uhr

No Turning Back (Locke)

GB/USA 2013, 90’, FSK: 0

R/B: Steven Knight

D: Tom Hardy, Ruth Wilson, Olivia Colman u.a.

 

Ivan Locke, ein hingebungsvoller Ehemann, Vater und hart arbeitender Leiter einer Großbaustelle, steht kurz vor der größten Herausforderung seiner Karriere. Doch dann droht eine einzige, spontan getroffene Entscheidung alles zu zerstören: Ein kleiner, für den sonst pflichtbewussten Ivan völlig untypischer Fehltritt hat ungeahnte Folgen für seinen Job und seine Familie. Ivan setzt sich ins Auto, beginnt eine Wettfahrt gegen die Zeit und Tempolimits und versucht in einer Serie von Telefongesprächen, das Fundament seines Lebens vor dem Kollaps zu retten.

Ein einziges Gesicht, ein einziger Ort, ständige Bewegung und die großen Themen des Le-bens: „No Turning Back“ setzt die Zuschauer auf den Beifahrersitz des Autos, von dem aus Ivan Locke, eindrucksvoll gespielt von Tom Hardy, versucht, die Kontrolle über sein Leben zu behalten.

Steven Knight inszenierte den Film als intime Charakterstudie und erhielt für das Drehbuch den British Independent Film Award 2013.