Programm November/Dezember 2015


03.11.   20:15 Uhr   A girl walks home alone at night

10.11.   20:15 Uhr   Die Piroge

17.11.   20:15 Uhr   Love & Mercy

24.11.   20:15 Uhr   Victoria

 

01.12.   20:15 Uhr   Same same but different

08.12.   20:15 Uhr   Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang

15.12.   20:15 Uhr   Erneut: Low & no budget Kurzfilmfestival 2015

22.12.   20:15 Uhr   Fünf Zimmer, Küche, Sarg

29.12.   20:15 Uhr   Men & Chicken


Di. 3.11.2015, 20:15 Uhr

A girl walks home alone at night

 

Spielfilm

Was wie eine gewöhnliche Romantik-Vampir-Story klingt, ist weit mehr. Ana Lily Amirpour mit iranischen Wurzeln in England geboren, provoziert die patriarchalische Kultur des Iran mit einem selbstbewussten feministischen Weltbild und zitiert populäre Genres der Filmgeschichte (gefühlt: Alle). Vor allem aber erzählt ihre Geschichte von einer unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit.

Der Teenager Arash lebt in Bad City, einer heruntergekommenen ehemaligen Industriestadt, in der längst kein Gesetz mehr gilt. Hier tummeln sich die Erschöpften und Verbrauchten, Gesetzlose und ihre Opfer, die Wände schwitzen Verbrechen aus ihren Poren. In den dunklen Straßen der Stadt trifft Arash schließlich auf ein rätselhaftes, im Tschador verhülltes Mädchen. Die Fremde ist ein Vampir – nachts lauert sie den Einwohnern von Bad City auf und lebt von deren Blut. Aber sie hat ein Herz, und das könnte bald für Arash schlagen.

Nichts Neues für Horror-Fanatiker, aber eine wunderbare und unerwartete Entdeckung für anspruchsvolle Filmliebhaber. 


USA 2014 | 100’ | FSK: 12 | R/B: Ana Lily Amirpour | D: Sheila Vand, Arash Marandi, Mozhan Marnò u.a.    


Di. 10.11.2015, 20:15 Uhr

Die Piroge (OmU)

 

Spielfilm

Tourés Film zählt zu den Flüchtlingsdramen, die ihr Sujet in einer Synthese von Tatsachen und Fiktion authentisch umsetzen. Im Unterschied zu vielen anderen Spielfilmen über die „Reise der Hoffnung“ nach Europa nimmt er dabei konsequent den „Blickwinkel des Südens“ ein.

Für das Drehbuch hat der Regisseur Motive der 2008 in französischer Sprache erschienenen Romanerzählung „Mbeke mi. A l’assaut des vagues de L’Atlantique“ von Abasse Ndione aufgegriffen. Touré liegt besonders am Herzen, die Verhältnisse im eigenen Lande als Ursache der Migration zu zeigen, hat sich dort doch aus sehr vielen Familien „jemand mit einem Boot auf den Weg gemacht, um sein Glück in Europa zu suchen“. Die im Abspann des Films genannten Zahlen für den Zeitraum 2005 bis 2010 – von 30.000 Flüchtlingen kamen mehr als 5000 ums Leben – sprechen eine deutliche Sprache.

Der Realität hinter den Zahlen, den Schicksalen von Individuen will der Film mit Hilfe der ihm eigenen erzählerischen Mittel Ausdruck und Gestalt verleihen. Tourés Film zielt auf etwas Universelles, sie ist „schmerzhaft individuell – über die einzelnen Flüchtlinge auf dem Boot – und gleichzeitig unermesslich, da die Erfahrung, die sie schildert, von Millionen Menschen auf der Welt geteilt wird.“ (EZEF, New York Times)    

 

F/SN 2012 | 87‘ | FSK: o.A. | R: Mousa Touré | B: Abasse Ndione u.a. | 
D: Souleymane Seye Ndiaye, Malamine Drame, Laïty Fall u.a.


Di. 17.11.2015, 20:15 Uhr

Love & Merci

 

Spielfilm

Aus seiner Feder stammen Welt-Hits wie „Good Vibrations“ und „Wouldn’t it be Nice”: Brian Wilson, Chorknabe aus Kalifornien, stürmte in den 1960er Jahren mit den Beach Boys weltweit die Musikcharts.

Doch der kometenhafte Aufstieg und spektakuläre Erfolg haben ihren Preis: Scheidung, Drogen und psychische Probleme führen zum Absturz des Musik-Genies. Durch die Unterstützung seiner Ehefrau Melinda Ledbetter findet er den Weg zurück ins Leben und so gelingt ihm schließlich das verdiente Comeback.

Regisseur Bill Pohlad, der als Produzent von preisgekrönten Filmen wie „Wild“,„12 Years A Slave oder „Brokeback Mountain“ verantwortlich zeichnet, verfilmte mit „Love & Merci“ die wahre Lebensgeschichte von „Beach Boys“-Mitglied Brian Wilson – seinen bahnbrechenden Aufstieg und fatalen Abstieg im Musikgeschäft des 20. Jahrhunderts. John Cusack („Maps to the Stars“) und Paul Dano („12 Years a Slave“) brillieren als junger und erwachsener Brian Wilson. An ihrer Seite spielen Elizabeth Banks und Paul Giamatti.    

 

USA 2014 | 122’ | FSK: 6 | R: Paul Pohlad | B: Oren Moverman, Michael Alan Lerner | D: Paul Dano, John Cusack, Elizabeth Banks u.a.    


Di. 24.11.2015, 20:15 Uhr

Victoria

 

Spielfilm

Eine Stunde noch, dann neigt sich auch diese Nacht in Berlin wieder dem Ende zu. Vor einem Club lernt Victoria, eine junge Frau aus Madrid, vier Berliner Jungs kennen – Sonne, Boxer, Blinker und Fuß. Der Funke zwischen ihr und Sonne springt sofort über, aber Zeit füreinander haben die beiden nicht. Sonne und seine Kumpels haben noch etwas vor. Um eine Schuld zu begleichen, haben sie sich auf eine krumme Sache eingelassen. Als einer von ihnen unerwartet ausfällt, soll Victoria als Fahrerin einspringen. Was für sie wie ein großes Abenteuer beginnt, entwickelt sich zunächst zu einem verrückten euphorischen Tanz – und dann schnell zum Albtraum. Während der Tag langsam anbricht, geht es für Victoria und Sonne auf einmal um Alles oder Nichts.

Sebastina Schipper („Ein Freund von mir“, „Absolute Giganten“) gelang das Kunststück, diesen faszinierenden und nie langweiligen Film, der sich irgendwo zwischen Thriller und Großstadt-Romanze bewegt, in einer einzigen Einstellung zu drehen.    

 

D 2015 | 136’ | FSK: 12 | R: Sebastian Schipper | B: Sebastian Schipper u.a. | D: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski, Burak Yigit, Max Mauff u.a.    


Di. 1.12.2015, 20:15 Uhr

In Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Unterland anlässlich des heutigen Welt-AIDS-Tags:

Same same but different

 

Spielfilm

Er hat keine Ahnung, wohin sich sein Leben entwickeln soll. Darum geht Ben zusammen mit seinem besten Freund Ed auf Backpacktour durch Asien. Auf den Putz wollen sie hauen, LSD-Trip inklusive. Mit anderen Rucksacktouristen wie Alex, Regula und Marie vergnügt man sich bei Joints, Alkohol und in den Discos von Phnom Penh. Bei einem dieser nächtlichen Ausflüge wird Ben von der schönen Sreykeo angesprochen.

Ein sprachliches Missverständnis führt schließlich zum Sex.

Am nächsten Morgen bittet Sreykeo überraschend um Geld, denn das Mädchen ist eine Bardame. Wenige Stunden später steht sie wieder bei Ben vor der Tür, sucht seine Nähe und er verguckt sich. Damit beginnt eine dramatische Liebesgeschichte.    

 

D 2009 | 107‘ | FSK: 6 | R: Detlev Buck | B: Ruth Toma | D: David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Stefan Konarske u.a.


Di. 8.12.2015, 20:15 Uhr

Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang

 

Dokumentation

Spätestens seit Veröffentlichung seines Erfolgsalbums „EntwederUNDoder“ ist Hubert von Goisern nicht nur im Kreis der Alpenrock-Fangemeinde ein fixer Begriff. Mit seinen tiefsinnigen und kritischen Texten wurde er plötzlich auch in der Mitte der Gesellschaft gehört. Seine Hits haben Kult-Status erlangt – in seiner Heimat Österreich sowie auch im süddeutschen Raum.

Seine persönliche und künstlerische Entwicklung zwischen den Höhepunkten seiner Karriere hingegen ist weitgehend unbekannt. Die Frage: „Was hat Hubert von Goisern eigentlich zwischen seinen großen Erfolgen – ‚Koa Hiatamadl’ und ‚Brenna tuats guat’ – gemacht?“ bildet den Ausgangspunkt für die Gesamtschau auf Goiserns singuläres Künstlerleben.

Ein Dokumentarfilm, der dem Menschen Goisern ungewöhnlich nahe kommt, gleichzeitig aber auch Raum für kritische Blicke offen lässt. Ein Musikfilm, der Heimat und Fremde sowie damals und heute auf einen Nenner bringt.    

 

D/A 2015 | 95‘ | FSK: 0 | R/B: Marcus H. Rosenmüller | Dokumentarfilm mit Hubert von Goisern u.a.  


Di. 15.12.2015, 20:15 Uhr

Erneut: 12. Internationales low & no budget film-sharing Kurzfilmfestival 2015

 

Kurzfilme

Das KoKi zeigt erneut die Beiträge des diesjährigen internationalen low & no budget film-sharing Kurzfilmfestivals als Wiederholung für all diejenigen, die es im Sommer verpasst haben oder die es sich nochmal ansehen wollen. Das Programm des mittlerweile 12. Festivals setzt sich diesmal aus 17 phantasievollen, interessanten, anregenden und witzigen internationalen Kurzfilmproduktionen zusammen. Seit vielen Jahren ein subkultureller cineastischer Fixpunkt in Heilbronn. Das Programm besteht aus zwei Blöcken mit jeweils ca. einer Stunde Laufzeit.

Zu sehen sind Beiträge aus Spanien (4), Deutschland (3), Frankreich (3), England (2), Österreich (2), Kanada (1), Chile (1) und den Niederlanden (1).

Die Laufzeit der einzelnen Kurzfilme liegt zwischen 3 Minuten („Delicatesen“, Fran Menchôn, Spanien 2015) und einer Viertelstunde („Teatro“, Iván Ruiz Flores, Spanien 2015), meistens aber so um die 6 Minuten, z.B. „Dad in Mum“ (Fabrice Braq, F 2014).    

 

Das Programm des 12. Internationalen low & no budget film-sharing Kurzflmfestivals 2015 | www.film-sharing.net 


Di. 22.12.2015, 20:15 Uhr

Fünf Zimmer, Küche, Sarg

 

Spielfilm

Schräge Pseudo-Dokumentation über die alltäglichen Probleme einer ganz normalen neuseeländischen Wohngemeinschaft:

Die Vampire Viago, Vladislav, Deacon und Petyr teilen sich eine Villa in Wellington. Abgesehen vom fehlenden Spiegelbild, einseitiger Ernährung und gelegentlichen Auseinandersetzungen mit Werwölfen unterscheidet sich ihr Alltag kaum von dem jeder anderen WG: Streitereien um Nichtigkeiten und wilde gemeinsame Partynächte stehen täglich auf dem Programm.

Als der 8000-jährige Petyr den coolen Mittzwanziger Nick zum Vampir macht, müssen die anderen Verantwortung für den impulsiven Frischling übernehmen und ihm die Grundregeln des ewigen Lebens beibringen.

Im Gegenzug erklärt ihnen Nick die technischen Errungenschaften der modernen Gesellschaft. Als er dann noch seinen menschlichen Freund Stu anschleppt, gerät das beschauliche Leben der Vampir-Veteranen völlig aus den Fugen.    

 

NZ 2014 | 82’ | FSK: 12 | R/B: Taika Waititi, Jemaine Clement | D: Taika Waititi, Jemaine Clement, Jonathan Brugh, Ben Fransham u.a.


Di. 29.12.2015, 20:15 Uhr

Men & Chicken

 

Spielfilm

Gabriel und Elias sind zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine lehrt Evolutionspsychologie und Philosophie an der Universität, der andere beschäftigt sich stattdessen hemmungslos mit Nichtigem, Nichtstun und Masturbieren. Nach dem Tod ihres Vaters erfahren sie, dass dieser gar nicht ihr biologischer Vater war. Ihr leiblicher Vater, der mittlerweile fast 100 Jahre alt ist, soll sich auf der entlegenen Insel Ork aufhalten.

Angekommen auf der skurrilen Insel, die mit rund 40 Bewohnern kaum besiedelt ist, warten weitere Überraschungen auf Gabriel und Elias: Nachdem sie zunächst auf den pragmatischen Bürgermeister und seine neurotische Tochter Ellen stoßen, treffen sie auf ihre verstörten und handgreiflichen drei Halbbrüder Franz, Josef und Gregor, die sich lieber mit ausgestopften Tieren als mit Menschen umgeben.

„Eine ganz eigene, originelle, horrormäßige Familientragödie, die zehn Jahre nach Adams Äpfel abermals deutlich macht, dass Anders Thomas Jensen eine der originellsten Stimmen der skandinavischen Komödie ist.“ Kino-Zeit.de    

 

DK 2014 | 104’ | FSK: 12 | R/B: Anders Thomas Jensen | D: Mads Mikkelsen, David Dencik, Nikolaj Lie Kaas  u.a.