Programm November/Dezember 2014


04.11.   20:15 Uhr   Michel Petrucciani - Leben gegen die Zeit

11.11.   20:15 Uhr   A Touch of Sin

18.09.   20:15 Uhr   Art's Home is my Kassel

25.09.   20:15 Uhr   Junebug

 

02.12.   20:15 Uhr   Der wundersame Katzenfisch

09.12.   20:15 Uhr   Finding Vivan Maier

16.12.   20:15 Uhr   Qissa - Der Geist ist ein einsamer Wanderer

23.12.   20:15 Uhr   Liebe lieber Indisch

30.12.   20:15 Uhr   Erneut: 11. int. low & no budget Kurzfilmfestival 2014


Di. 4.11., 20:15 Uhr

Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit

F/GB/I 2011, 99’, FSK: 0

R/B: Michael Radford

mit Vanessa Guide, Roger Willemsen, Erlinda Montano, Michel Petrucciani, u.a.

 

Sein Leben würde kurz sein, und das wusste er. Also hat er es mit doppelter Energie gelebt: Michel Petrucciani. Seine Musik war zeitlose Magie und alle, die das Glück hatten, ihm zu begegnen, schwärmen heute noch von seinem unersättlichen Hunger nach Leben. Er war ein Mensch voller Überraschungen, vor allem durch sein herausragendes musikalisches Talent. Er besaß die Fähigkeit, mit leichter Hand am Flügel durch die Jazzgeschichte zu springen und sein Publikum zu begeistern. Geboren mit der Glasknochenkrankheit, nicht einmal ein Meter groß, wurde er ein international bekannter Jazz-Künstler. Sein erstes offizielles Konzert gab er mit 13 Jahren, danach spielte er mit vielen der weltbesten Jazzmusiker.

„Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit“ erzählt anhand von Interviews mit den Menschen, die ihn durch sein Leben begleitet haben, die ungewöhnliche Geschichte eines Mannes, der von einem unstillbaren Hunger nach Leben getrieben war und alles ausprobierte, was es zu bieten hat: Frauen, Reisen, Drogen und seine Kunst. 


Di. 11.11., 20:15 Uhr

A Touch of Sin

CHN/JPN 2013, 130’, FSK: 16
R/B: Jia Zhangke
D: Wu Jiang, Wang Baoqiang, Zhao Tao u.a.

 

Ein Minenarbeiter rebelliert gegen die Korruption der Dorfoberen. Ein mittelloser Wanderarbeiter verschafft sich auf seine Weise Geld. Eine Sauna-Rezeptionistin wird von Männern so lange gedemütigt, bis sie sich wehrt. Ein junger Fabrikarbeiter zieht von einer perspektivlosen Arbeitsstelle zu nächsten.

Vier Menschen, vier Geschichten, ein Schicksal. Ein Porträt des modernen Chinas, eines ökonomischen Giganten, der langsam von Gewalt zersetzt wird.

Der preisgekrönte Regisseur Jia Zhangke porträtiert in „A Touch of Sin“ ein modernes China – als einen ökonomischen Giganten voller sozialer Ungerechtigkeit, verloren in dem Spalt, den der wirtschaftliche Aufschwung in die Gesellschaft reißt. Dafür wurde er in Cannes mit Kritikerlob und dem Preis für das beste Drehbuch bedacht.

Der Titel und inszenatorische Elemente von „A Touch of Sin“ stehen als Hommage an King Hus international gefeierten Martial-Arts-Klassiker „A Touch of Zen“.


Di. 18.11., 20:15 Uhr

Art’s Home is my Kassel

D 2013, 89‘, FSK: 0

eine Dokumentation von Katrin und Susanne Heinz

 

Engagierte Mitarbeiter und unzählige Helfer, neugierige Schaulustige und um Verständnis bemühte Besucher, „weltgewandte Begleiter“ und weitgereiste Kunstgäste: In Kassel treffen sie 2012 alle auf die documenta - Weltkunstschau mit höchster internationaler Aufmerksamkeit und Heimat in Nordhessen.

Katrin und Susanne Heinz betrachten aus den Blickwinkeln der Kasseler die temporäre, aber auch invasionäre Totalveränderung ihrer Heimatstadt, denn das Spektakel prägt in diesem Sommer sowohl das Stadtbild als auch das Lebensgefühl.

Der Film folgt der documenta über die Vorbereitungen Anfang 2012 durch das gesamte „Museum der 100 Tage“ bis zu den Abbrucharbeiten – wie eine filmische Lustwandelei. Er vermittelt Kunst und Event allein durch seine Protagonisten: eine Taxifahrerin, eine Studentin, Künstler, ein Schreiner, interessierte Kasseler Bürger und ein Architekt vermitteln einen verständlichen, praktischen und intuitiven Zugang zu den Arbeiten und der Kunstwelt.


Di. 25.11., 20:15 Uhr

Junebug

USA 2005, 106’, FSK: o.A.

R: Phil Morrison

B: Angus MacLachlan

D: Embeth Davidtz, Alessandro Nivola, David Kuhn u.a.

 

Auf dem Weg von Chicago zu einem exzentrischen Künstler macht die frisch verheiratete Galeristin Madeleine mit ihrem Ehemann George einen Abstecher, um dessen auf dem Land lebende Familie kennen zu lernen: die eifersüchtige Mutter, den wortkargen Vater, den wütenden jüngeren Bruder Johnny, der immer im Schatten seines erfolgreichen Bruders stand, und dessen hochschwangere, unschuldig plappernde Ehefrau Ashley.

Während Ashley Madeleine sofort für ihre Kultiviertheit und ihr Auftreten bewundert, sind die anderen Familienmitglieder viel reservierter.

Unverständnis, Fremdheit und eine Art Galgenhumor bestimmen das Aufeinandertreffen von Großstadt und Provinz während Madeleine den Künstler-Deal vorantreibt und Ashley auf die Entbindung zusteuert.

„Junebug“ zeigt die Vereinigten Staaten von Amerika als eine innerlich zutieftst gespaltene Nation.

„Ein filmisches Kunstwerk“

Frankfurter Rundschau 


Di. 2.12., 20:15 Uhr

Der wundersame Katzenfisch

MEX 2013, 89‘, FSK: 0

R/B: Claudia Sainte-Luce

D: Ximena Ayala, Liso Owen, Sonia Franco u.a.

 

Anläßlich des Welt-AIDS-Tages in Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Unterland.

 

Die 22-jährige Claudia lebt allein in Guadalajara, Mexiko. Als sie mit einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus landet, lernt sie Martha kennen, eine alleinerziehende Mutter von vier Kindern, die trotz ihrer AIDS-Erkrankung voller Lebensfreude ist. Als Martha Claudia nach ihrer OP einsam nach Hause gehen sieht, lädt sie die junge Frau zu sich nach Hause ein. Ohne großes Aufheben wird Claudia Teil von Marthas eigenwilliger, turbulenter Familie, in der sie erstmals Zusammenhalt, Spaß und gemeinsame Mahlzeiten erlebt.

„Der wundersame Katzenfisch“ ist eine warmherzige Geschichte über zufällige Begegnungen, die das Leben verändern, und darüber, was eine Familie wirklich ausmacht. Der Film war der Überraschungserfolg beim Filmfest 2013 in Locarno und gewann dort den Junior Jury Award. 


Di. 9.12., 20:15 Uhr

Finding Vivian Maier

USA 2013, 84‘, FSK: 0

Ein Film von Charlie Siskel und John Maloof

 

Mit Vivian Maier, John Maloof, Mary Ellen Mark, Phil Donahue u.a. „Finding Vivian Maier“ berührt das Mysterium einer Frau, die ihr Leben für die Photographie lebte und dies bis zu ihrem Tod mit niemandem teilte. Heute gilt Vivian Maier als eine der wichtigsten Street Photographer des 20. Jahrhunderts.

Vivian Maier lebte als Nanny in Chicago und New York. Sie galt als exzentrische Frau, die nie ohne ihre Kamera das Haus verlies. Viele ihrer Fotos zeigen Menschen in einem zufälligen, aber höchst berührenden Moment. Neben der überwältigenden Anzahl von Fotos, mehr als 100.000 Negative, die der Regisseur John Maloof zufällig bei einer Versteigerung entdeckte, hinterließ Vivian Maier Filme und eine große Anzahl an Zeitungsausschnitten. Die Person Vivian Maier bleibt jedoch ein Geheimnis.

John Maloof und Charlie Siskel zeichnen das Porträt dieser Frau, zeigen ihre Fotos und Filme. Dem Menschen Vivian Maier versuchen sie durch Interviews mit ihren Kindern und ehemaligen Auftraggebern näher zu kommen. 


Di. 16.12., 20:15 Uhr

Qissa – Der Geist ist ein einsamer Wanderer

IN/D/F/NL 2013, 109’, FSK: 12
R/B: Anup Singh
D: Irrfan Khan, Tolotama Shome, Tisca Chopra u.a.

 

Der Sikh Umber Singh, der durch die Teilung Indiens 1947 alles verliert und zum Verlassen seiner Heimat gezwungen wird, ist davon besessen, einen Sohn als Erben zu haben. Als seine vierte Tochter geboren wird, nimmt er den Kampf gegen das Schicksal auf. Er gibt ihr den Namen Kanwar und erzieht sie im Glauben ein Mann zu sein.

Als Umber Singh die Hochzeit zwischen seinem „falschen“ Sohn, und Neeli, einem Mädchen von niederer Kaste, arrangiert, wird die gesamte Familie mit der Wahrheit ihrer eigenen Identitäten konfrontiert.

Die Situation eskaliert: Die individuellen Ansprüche und Sehnsüchte Kanwars kollidieren mit der selbst gebastelten Realität und der Besessenheit des Sikh auf der einen und gesellschaftlichen Gegebenheiten und Zwängen auf der anderen Seite.

Die Frage und Suche nach Heimat und Identität bestimmen das Geschehen und finden ihren spirituellen wie mystischen Höhepunkt und ein Ende, das Hoffnung auf ein selbstbestimmtes, freies Leben macht.    


Di. 23.12., 20:15 Uhr

Liebe lieber Indisch
(Bride and Prejudice)

USA/GB 2004, 111’,
FSK: o.A.
R/B: Gurinder Chadha
D: Aishwarya Rai, Martin Henderson, Daniel Gillies  u.a.

 

Mrs. Bakshi hat es nicht leicht als Mutter von vier unverheirateten Töchtern im indischen Örtchen Amritsar. Nichts wünscht sie sich mehr, als ihre schönen Töchter mit einer guten Partie zu vermählen. Doch weit und breit kein geeigneter Kandidat in Sicht. Und ihre Zweitälteste, Lalita hat sich, sehr zum Leid der Mutter, in den Kopf gesetzt, nur aus Liebe zu heiraten. Kein Wunder also, dass Lalita auf den Vorschlag ihrer Mutter ausgesprochen reserviert reagiert, sie solle den unsympathisch wirkenden wohlhabenden Mr. Kholi heiraten. Stattdessen entwickelt sie zarte Gefühle gegenüber dem amerikanischen Freund eines indischen Bekannten, William Darcy, den sie zunächst natürlich (dies ist eine Komödie) unerträglich fand. Aber das Karussell der Emotionen dreht sich mit den verschiedenen Verwicklungen immer schneller, so dass alles deutlich komplizierter wird.

„Bride and Prejudice“ variiert auf amüsante Weise Elemente von Jane Austens Klassiker („Pride and Prejudice“).

            Michelle Carey


Di. 30.12., 20:15 Uhr

Erneut:
11. Internationales low & no budget Kurzfilmfestival 2014

 

Das Programm des 11. Internationalen low & no budget film-sharing Kurzfilmfestivals 2014.

Das KoKi zeigt erneut die Beiträge des diesjährigen internationalen low & no budget film-sharing Kurzfilmfestivals als Wiederholung für all diejenigen, die es im Sommer verpasst haben oder die es sich nochmal ansehen wollen. Das Programm des mittlerweile 11. Festivals setzt sich aus 18 phantasievollen, interessanten, anregenden und witzigen internationalen Kurzfilmproduktionen zusammen. Seit sieben Jahren ein subkultureller cineastischer Fixpunkt in Heilbronn. Das Programm besteht aus zwei Blöcken mit jeweils ca. 55 Minuten Laufzeit.

Zu sehen sind Beiträge aus Frankreich, Argentinien, Ungarn, Australien, Spanien, der Schweiz, Schweden, Großbritannien und Deutschland.

Die Laufzeit der einzelnen Kurzfilme liegt zwischen 1 Minute („Short is better“, Geraldine Frery, Frankreich 2013) und stolzen 16 Minuten („Hirsch und Hase“, Péter Vácz, Ungarn 2013).