Programm Mai/Juni 2014


06.05.   20:15 Uhr   Crulic - Weg ins Jenseits

13.05.   20:15 Uhr   Houston

20.05.   20:15 Uhr   Les Salauds - Dreckskerle

27.05.   20:15 Uhr   Die Reise des Personalmanagers

 

03.06.   20:15 Uhr   Cockneys vs Zombies

10.06.   20:15 Uhr   Prince Avalanche

17.06.   20:15 Uhr   Kill Your Darlings

24.06.   20:15 Uhr   Bethlehem - Wenn der Feind dein bester Freund ist


Di. 6.5., 20:15 Uhr

Crulic – Weg ins Jenseits
RO/PL 2011, 73’, FKS: 16
R/B: Anca Damian

 

Der mehrfach preisgekrönte, kunstvoll animierte Kino-Dokumentarfilm “Crulic Weg ins Jenseits” erzählt die kurze Lebensgeschichte von Claudiu Crulic. Der Rumäne verstarb mit 33 Jahren nach langem Hungerstreik in polnischer Haft in Erwartung eines Prozesses wegen Diebstahls. In vielen Briefen aus dem Gefängnis an rumänische Politiker und die polnische Justiz erbat Crulic immer wieder veränderte Haftbedingungen und lieferte Beweise für seine Unschuld. Er wurde über mehrere Monate ignoriert, bis es zu spät war. Der Tod von Crulic führte zum Rücktritt des rumänischen Außenministers.

Der Film „Crulic“ fasziniert durch seine eindrucksvolle Visualisierung, die mit ihrer Verbindung von wunderschönen Handzeichnungen, Kollagen, Stop-Motion- und Cut-Cut-Techniken ein packendes Gesamtwerk präsentiert.

„Crulic“ wurde erfolgreich auf vielen Film-festivals gezeigt und hat u.a. in Locarno, Cottbus und beim Dokumentarfilm-Festival CPHDox in Kopenhagen Preise gewonnen.


Di. 13.5., 20:15 Uhr

Houston
USA/D 2012, 107’, FSK: 12
R/B: Bastian Günther
D: Ulrich Tukur, Wolfram Koch, Garret Dillahunt u.a.

 

Es läuft nicht gut für Clemens Trunschka. Als Alkoholiker schafft er es nur mühsam, seine berufliche Existenz aufrecht zu erhalten, während er für seine Familie kaum mehr als eine physisch anwesende Hülle ist. Seine Ehe droht an der Sucht genauso zu zerbrechen wie er selbst. Als er jedoch von einem großen deutschen Automobilkonzern den Auftrag erhält, einen amerikanischen CEO als neuen Vorstandsvorsitzenden anzuwerben, sieht Trunschka die Gelegenheit, sein Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken.

Unbeirrbar taucht der Film in die Tiefe einer gnadenlosen zwischenmenschlichen Leere ein, um überraschend mit einem Gefühl aufzutauchen, das kostbar ist wie der nächste Schluck: Hoffnung. Trunschkas Situation spiegelt unseren modernen Lebensstil innerhalb der Global Economy wider, in dem nur der schnelle Erfolg zählt und das Individuum jederzeit austauschbar ist. Das Resultat ist ein tief berührender und scharfsinniger Film, der aufzeigt, wie qualvoll es sein kann, gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden.


Di. 20.5., 20:15 Uhr

Les Salauds – Dreckskerle
F 2013, 101‘, FSK: 16, OmU
R: Claire Denis
B: Jean-Pol Fargeau
D: Vincent Lindon, Chiara Mastroianni, Julie Bataille u.a.

 

Der Frachtschiffkapitän Marco Silvestri wird eilig nach Paris zurückgerufen: Der Mann seiner Schwester Sandra hat Selbstmord begangen, die Firma des Pärchens ist bankrott und die Tochter völlig abgedriftet. Die Schuld trifft angeblich den Geschäftsmann Edouard Laporte. Über dessen Geliebte Raphaëlle versucht er, Laporte näher zu kommen und mehr über dessen wahre Motive und die Verbindung zu seinem Schwager herauszufinden. Im Laufe seiner Recherchen und bei einer Reise ans Ende der Nacht, für die es keinen Rückfahrschein gibt, enthüllt Marco die Abgründe von Finsternis und Korruption.

„Les Salauds“ ist nicht nur ein Höhepunkt in der Karriere Claire Denis’, sondern auch eine freie Adaptation von Akira Kurosawas „Die Bösen schlafen gut“, in dem der japanische Regisseur ebenfalls das Thema der gesellschaftlichen Rache hinterfragte. Claire Denis hingegen verlässt auch angesichts eines so hochpolitischen Themas nie die Sphäre der elementaren Gefühle, für deren Darstellung sie berühmt ist.


Di. 27.5., 20:15 Uhr

Die Reise des Personalmanagers

F/RO/D 2009, 103’, FSK: o.A.

R/B: Eran Riklis

D: Mark Ivanir, Guri Alfi, Noah Silver u.a.

 

Skurril, komisch und herzerwärmend zeigt der große Geschichtenerzähler Eran Riklis („Die syrische Braut“ und „Lemon Tree“), wie aus einer kleinen, unliebsamen Aufgabe eine große, menschliche Mission wird.

Der Personalmanager von Jerusalems größter Backerei steckt in ernsten Schwierigkeiten. Seine Frau hat ihn verlassen, für seine Tochter ist er eine Enttäuschung und er hasst seinen Job. Als eine ausländische Mitarbeiterin bei einem Selbstmordattentat ums Leben kommt und sich leider niemand für ihre Leiche interessiert, hat der Personalmanager plötzlich eine Mission, die er nicht ablehnen kann:

Er persönlich muss den Sarg der jungen Frau zur Ehrenrettung seiner Firma in ihre osteuropäische Heimat überführen.

Zusammen mit einem schrägen Vizekonsul, einem nervtötenden Reporter, einem trinkfreudigen Fahrer und dem widerspenstigen Sohn der toten Arbeiterin findet sich der Personalmanager plötzlich wieder auf einer aberwitzigen Reise durch ein fremdes Land und schließlich auch zurück zu sich selbst.


Di. 3.6., 20:15 Uhr

Cockneys vs Zombies
GB 2012, 88‘, FSK: 18
R: Matthias Hoene
B: Lucas Roche, James Moran
D:
Ashley Bashy Thomas, Lee Nicholas Harris, Richard Briers u.a.

 

Die Brüder Andy und Terry wollen mit einem Banküberfall das Altersheim ihres Großvaters vor der Schließung bewahren. Doch bevor die Flucht so richtig beginnt, steht ihnen eine Horde von Zombies gegenüber. Einmal mehr wurde London von einer Epidemie heimgesucht, die die ganzen Bewohner in willenlose, gefräßige Untote verwandelt hat. Andy, Terry und ihren Komplizen bleibt nichts anderes übrig, als sich durch die infizierte Stadt zu kämpfen. In der Seniorenresidenz rüsten sich die Rentner derweil für ihre Endzeitschlacht.

Schießwütige Pensionäre, der langsamste Zombie-Wettlauf der Filmgeschichte und hektoliterweise Kunstblut: Matthias Hoenes Erstling begeistert mit frischen Ideen sowie „Pussy Galore“ Honor Blackman und dem britischen „Ur-Cockney“ Alan Ford in den Hauptrollen. Die irrwitzige und abgedrehte Splatterkomödie im Londoner East Gate ist damit der legitime Nachfolger von „Shaun of the Dead“ und avancierte auf dem Fantasy Filmfest 2012 sowie in Toronto und San Sebastian zum Publikumsliebling.


Di. 10.6., 20:15 Uhr

Prince Avalanche
USA 2013, 94‘, FSK: 6
R/B: David Gordon Green
D: Emile Hirsch, Paul Rudd u.a.

 

Alvin und Lance haben das Vergnügen, eine schier endlose Straße durch abgebrannten Wald mit gelben Mittelstreifen zu verzieren. Alvin der Grübler schätzt die Natur und schreibt Freundin Madison lange Briefe. Der lebenslustige Lance hasst den Job und die einsame Gegend und sehnt das Wochenende herbei, um in der Stadt zu feiern und Mädels aufzureißen. Schon bald geht sich das merkwürdige Gespann mächtig auf die Nerven und fast an die Gurgel, da laufen ihnen ein trinkfester Trucker und eine geisterhafte Lady über den Weg...

„Prince Avalanche“ ist eine lakonische Komödie über Männer, denen die Frauen fehlen - von Regie-Chamäleon David Gordon Green mit poetischen Bildern an einem bizarren Naturschauplatz in Texas inszeniert.

 

Silberner Bär (Beste Regie)                                                                Berlinale 2013

Beileibe keine Idylle, aber heiter, bisweilen brüllend komisch!           Die Zeit


Di. 17.6., 20:15 Uhr

Kill Your Darlings – Junge Wilde

USA 2013 104’, FSK: 16

R/B: John Krokidas

D: Daniel Radcliffe, Dane DeHaan, Michael C. Hall u.a.

 

Daniel Radcliffe, der „Harry Potter“-Darsteller, in einem glänzend besetzten US-Independent-Drama über die Urväter der Beat Generation.

Ein neues unglaubliches Leben beginnt für den jungen Allen Ginsberg, als er 1944 an die New Yorker Columbia-Universität kommt. Dort trifft er auf den faszinierenden Lucien Carr zu dem er sofort eine innere Verbundenheit spürt. Durch Lucien wird allen in einen unkonventionellen Zirkel gleichgesinnter Literaturfreunde eingeführt, die im Streben nach neuen Lebensentwürfen mit sämtlichen Gesellschaftlichen Konventionen brechen.

Ab sofort zieht Allen mit Lucien, Jack Kerouac und William S. Burroughs durch die Undergroundszene des Greenwich Village und lässt sich für seine Gedichte von der Spontanität und dem Chaos in seinem Leben und dem seiner Freunde inspirieren.

Nichts davon lässt allerdings ahnen, dass schließlich ein Mord zur Bewährungsprobe für die Freunde werden wird.


Di. 24.6., 20:15 Uhr

Bethlehem – Wenn der Feind dein bester Freund ist

IL/D/B 2013, 96‘, FSK: 16, OmU

R: Yuval Adler

B: Yuval Adler, Ali Waked

D: Tsahi Halevi, Hitham Omari, Tarek Copti u.a.

 

„Bethlehem – Wenn der Feind dein bester Freund ist“ handelt von der ungewöhnlichen Beziehung zwischen einem israelischen Geheimdienstoffizier und seinem jungen palästinensischen Informanten. Im Wechsel der widerstreitenden Perspektiven zeichnet der Film das unverfälschte Porträt seiner von Loyalitäts- und Gewissenskonflikten zerrissenen Charaktere, und gewährt einen beispiellosen Einblick in die düstere und faszinierende Welt der Geheimdienste.

Der israelische Regisseur Yuval Adler hat das Drehbuch zu diesem Politthriller zusammen mit dem arabischen Journalisten Ali Waked geschrieben, der mehrere Jahre im Westjordanland gelebt hat. Der Film, der auf umfangreichen Recherchen basiert, schildert perspektivübergreifend die ausweglosen Situationen und moralischen Konflikte, in die die undurchschaubare Welt der Geheimdienste ihre Protagonisten stürzt.