Programm März/April 2015


03.03.   20:15 Uhr   20.000 Day on Earth

10.03.   20:15 Uhr   Viel Lärm um Nichts

17.03.   20:15 Uhr   My Sweet Pepper Land

24.03.   20:15 Uhr   Le Passé - Das Vergangene

31.03.   20:15 Uhr   Das Große Museum

 

07.04.   20:15 Uhr   I'm Still Here

14.04.   20:15 Uhr   Timbuktu

21.04.   20:15 Uhr   Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

28.04.   20:15 Uhr   The Cut


Di. 3.3., 20:15 Uhr

20.000 Days on Earth

 

Doku / Essay

Es ist der 20.000ste Tag im Leben von Nick Cave – er beginnt mit dem Klingeln eines  Weckers und endet mitten in seiner Seele. Was bedeutet es, sich ununterbrochen im kreativen Prozess zu befinden? Wie füllt man sein Leben fernab der Bühne und was geschieht bei dem Schritt darauf? Und woraus besteht ein Leben im Rückblick überhaupt? Auf der Couch eines Therapeuten oder im Auto mit Wegbegleitern wie Kylie Minogue und Blixa Bargeld nähert sich Nick Cave solch essentiellen Fragen. Der Blick in das Innenleben dieser Ikone liefert schließlich magische und beglückende Einsichten in das menschliche Dasein. Dabei bleibt zu jeder Zeit unklar, ob es sich um gefilmte Realität oder Inszenierung handelt.

Das Kinodebüt des Künstlerduos Iain & Jane ist ein sorgfältig durchkomponiertes, Genre-sprengendes Werk, changierend zwischen Doku und Fiktion. Es ist nicht nur ein atemberauben-des Denkmal für den Kultmusiker Nick Cave, sondern auch ein Porträt rastloser Kreativität und eine ganz universelle Poesie des Lebens.

 

GB 2014, 97’, FSK: 6 / R: Iain Forsyth, Jane Pollard / B: Nick Cave u.a. / Mit Nick Cave, Susie Blick, Warren Ellis u.a. 


Di. 10.3., 20:15 Uhr

Viel Lärm um Nichts

(Much Ado About Nothing)

 

Spielfilm

Mal eben etwas Vernünftiges machen: Diesen Plan hatte Joss Whedon: Der geschätzte Regisseur und Drehbuchautor für Film und Fernsehen (Buffy, Firefly, Marvel’s The Avengers) widmete sich „zwi-schendurch“ einem „kleineres“ Thema – William Shakespeares „Much Ado about Nothing“. Mit einem winzig kleinen Budget drehte er den Stoff im eigenen Haus und besetzte die Rollen mit guten Bekannten. Zudem ist der Film in Schwarzweiß und die Schauspieler rezitieren nicht-modernisierte Shakes-peare-Originalverse.

Don Pedro kehrt mit seinen Gefährten Claudio und Benedikt aus dem Krieg zurück. Bei dem Empfang im Haus des Gouverneurs Leonato verliebt sich Claudio in dessen Tochter Hero und bald schmieden die Beiden Heiratspläne.  Für Benedikt wäre die Ehe eine Hölle – eine Ansicht, die Leonatos Nichte Beatrice teilt.

Dann schließen Leonato, Claudio und Don Pedro den Pakt, Benedikt und Beatrice miteinander zu verkuppeln. Durch verzwickte Umstände kommt es zu Verwicklungen und Überraschungen...

 

USA 2012, 109’, FSK: 0 / R/B: Joss Whedon / D: Amy Acker, Alexis Denisof, Clark Gregg u.a.


Di. 17.3., 20:15 Uhr

My Sweet Pepper Land

 

Spielfilm

Nach Jahren im Kampf um die kurdische Unabhängigkeit nimmt Baran den Posten des Polizei-Kommandanten in einem gottverlas-senen Dorf im Grenzgebiet des Iran, Irak und der Türkei an: ein Mekka des illegalen Handels. Dort trifft er auf Govend, eine junge Lehrerin, die gekommen ist, um gegen alle Widrigkeiten die Kinder des Dorfes zu unterrichten. Auf den Fersen sind den beiden Govends zwölf Brüder und der Pate des Dorfes Aziz Aga. Doch gemeinsam halten Govend und Baran den althergebrachten Strukturen ihren Mut und ihre Aufrichtigkeit entgegen. Und finden in den Wirren des Umbruchs zueinander.

„My Sweet Pepper Land“ ist ein „kurdischer Western“, wunderschön und ruhig fotografiert, gespickt mit trockener Komik, und eine außergewöhnliche Liebesgeschichte im politischen und moralischen Niemandsland. Regisseur Hiner Saleem zeigte bereits in seinen früheren Filmen eine  Vorliebe für die Verschmelzung von Melancholie und schwarzem Humor. Mit seinen zwei strahlenden Hauptdarstellern wird diese Mischung perfekt umgesetzt. 

 

F/D 2013, 94‘, FSK: 12 / OmU / R/B: Hiner Saleem / D: Golshifteh Farahani, Karkmaz Arsian, Suat Ust u.a.


Di. 24.3., 20:15 Uhr

Le Passé - Das Vergangene

 

Spielfilm

„Le Passé – Das Vergangene“ erzählt die Geschichte des Iraners Ahmad, der nach vier Jahren aus dem Iran nach Paris zurückkehrt, weil seine französische Noch-Ehefrau Marie ihn gebeten hat, die Scheidung zu vollziehen. Sie hat inzwischen einen anderen Mann kennengelernt, Samir, von dem sie ein Kind erwartet. Samir ist mit seinem kleinen Sohn bereits in das Haus von Marie und ihren beiden Töchtern eingezogen. Doch als Ahmad ankommt, spürt er schnell, dass die Beziehung zwischen Marie und ihrer älteren Tochter Lucie aus diesem Grund ange-spannt ist.

„Le Passé – Das Vergangene“ ist der jüngste Film von "Oscar"-Preisträger Asghar Farhadi („Na-der und Simin – Eine Trennung“) und sein erster in Frankreich und auf Französisch gedrehter Film. In den Hauptrollen sind Ali Mosaffa, Bérénice Bejo, der weibliche Star aus dem Stummfilm „The Artist“, und Tahar Rahim, der als Schauspieler in „Ein Prophet“ für Furore sorgte, zu bewundern.

 

F 2013, 130’, FSK: 12 / R/B: Asghar Farhadi / D: Bérénice Bejo, Tahar Rahim, Ali Mosaffa  u.a.


Di. 31.3., 20:15 Uhr

Das große Museum

 

Dokumentation

„Das große Museum“ ist ein neugieriger, verschmitzt humorvoller Blick hinter die Kulissen einer weltberühmten Kulturinstitution. Über zwei Jahre hat sich Regisseur Johannes Holzhausen im Kunst-historischen Museum in Wien mit seinem Filmteam umgesehen. Ohne Off-Kommentar, ohne Interviews und störende Begleitmusik beobachtet „Das große Museum“  die vielgestaltigen Arbeitsprozesse, die der Kunst ihren angemessenen Rahmen geben.

Der Film zeigt routinierte Handgriffe, vor allem aber lebhafte Mikrodramen, in denen die Arbeitskräfte als Protagonistinnen und Protagonisten hervortreten. Es entsteht viel mehr als nur das Porträt einer staatlichen Kultureinrichtung, die ihre Integrität stets mit Budgetvorgaben aus-balancieren muss. Unangestrengt stellt der Film auch weiter reichende Fragen: Wie lässt sich vermitteln zwischen der Bewahrung der Werke und ihrer zeitgemäßen Präsentation? Welche Zwecke hat Kunst für die Selbstdarstellung einer Nation in Politik und Tourismus zu erfüllen?

 

AU 2014, 96‘, FSK: 0 / R: Johannes Holzhausen / B: Constantin Wulff, Johannes Holzhausen


Di. 7.4., 20:15 Uhr

I'm Still Here

 

Dokumentation

Im Herbst 2008 kündigt der Schauspieler Joaquin Phoenix seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft an, um sich als Hip-Hop-Musiker neu zu erfinden. „I’m Still Here“ ist das eindrucksvolle Regiedebüt des Schauspielers Casey Affleck, der das darauf folgende, turbulente Jahr mit der Kamera begleitet und sehr ungewöhnliche Dinge zeigt: grandios scheiternde Liveauftritte, entsetzte Agenten, irritierte Kolle-gen, Phoenix beim Koksen und mit Prostituierten, während seine Haare immer länger werden und sein Körper immer ungepflegter. Ein verdammt komisches Panorama der Entgleisungen, Fehltritte, größerer und kleinerer Schnitzer. Affleck dokumentierte den imaginären Abstieg des Hollywoodstars als bösen Kommentar zu den Fiktionen des Alltags in Hollywood.

Zwei Jahre seiner Karriere hat Joaquin Phoenix für dieses Projekt, in dem von Anfang an alles inszeniert wurde, gewidmet. Zwei Jahre spielte er eine seiner größten Rollen. Der Einsatz hat sich gelohnt.

 

USA 2010, 108‘, FSK: 16 / OmU / R: Casey Affleck / B: C. Affleck, J. Phoenix / Mit Joaquin Phoenix, Casey Affleck, u.v.a. 


Di. 14.4., 20:15 Uhr

Timbuktu

 

Spielfilm

Kidane lebt friedlich mit seiner Frau Satima, seiner Tochter Toya und Issan, einem kleinen, 12 Jahre alten Hirtenjungen in den Dünen, nicht weit von Timbuktu, das in die Hände religiöser Fundamentalisten gefallen ist.

In der Stadt erdulden die Einwohner ohnmächtig das Terrorregime, das von den Dschihadisten eingesetzt wurde, um ihren Glauben zu überwachen. Musik, Gelächter, Zigaretten und sogar das Fußball-spielen sind verboten. Die Frauen sind zu Schatten geworden, die versuchen, würdevoll Wider-stand zu leisten.

Jeden Tag werden von auf die Schnelle eingesetzten Tribunalen tragische und absurde Strafen ausgesprochen. Kidane und seine Familie bleiben zunächst von dem Chaos in Timbuktu ver-schont.

„'Timbuktu' ist nicht nur der bislang stimmigste Film über das Wesen des islamischen Fundamentalismus, sondern ein poetisches Meisterwerk von filmgeschichtlichen Rang." Herbert Spaich, SWR2    

 

F/MRT 2014, 96’, FSK: 12 / OmU / R/B: Abderrahmane Sissako / D: Ibrahim Ahmed dit Pino, Abel Jafri, Hichem Yacoubi u.a.


Di. 21.4., 20:15 Uhr

Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

 

Dokumentation

Über sechs Jahre begleitet die Regisseurin Barbara Weber eine junge Band aus Bayern durch alle menschlichen und musikalischen Höhen und Tiefen. Von der Anfangszeit, dem Ringen um Stil und Ausrichtung der Band, den ersten Konzerten bis hin zum langersehnten Debütalbum „Kofelgschroa“, mit dem sie seitdem durch Deutschland tourt. Weber bleibt auch dabei, als die Band in einer tiefen Krise steckt, sich wieder zusammenrauft um dann endgültig durchzustar-ten. Kofelgschroa aus Oberammergau: Irgendwann im Jahr 2007 als „Kofelmusik“ gegründet und nach dem Oberammergauer Hausberg, dem Kofel, benannt, spielten die vier mittlerweile Mittzwanziger eher traditionelle Volksmusik.  

Erst nach und nach wurde ihre Musik immer eigensinniger und so kam das „Gschroa“ in den Namen der Band. Die eigenwillige wie zurückhaltende Band aus Oberbayern begeistert mittlerweile Land auf und Land ab in bundesweiten Konzerten mit ihrer "handgemachten" Musik zwischen verträumtem Moll und verspieltem Dur. Poetisch und wild.    

 

D 2014, 91’, FSK: 0 / Ein Film von Barbara Weber mit Matthias Meichelböck, Martin und Michael von Mücke, Maxi Pongratz u.a.


Di. 28.4., 20:15 Uhr

The Cut

 

Spielfilm

Mardin, 1915: Eines Nachts treibt die türkische Gendarmerie alle armenischen Männer zusammen. Auch der junge Schmied Nazaret Manoogian wird von seiner Familie getrennt. Nachdem es ihm gelingt, den Horror des Völkermordes zu überleben, erreicht ihn Jahre später die Nachricht, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spu-ren. Sie führen ihn von den Wüsten Mesopotamiens über Havanna bis in die kargen, einsamen Prärien North Dakotas. Auf seiner Odyssee begegnet er den unter-schiedlichsten Menschen: engelsgleichen und gütigen Charakteren, aber auch dem Teufel in Menschengestalt.

„The Cut“ ist Epos, Drama, Abenteuerfilm und Western zugleich. Obwohl der Film die Welt vor 100 Jahren beschreibt, ist er brandaktuell, denn er erzählt von Krieg und Vertreibung. Aber auch von der Kraft der Liebe und der Hoffnung, die uns Unvorstellbares leisten lässt.

 

D/F 2014, 138’, FSK: 12 / R: Fatih Akin / B: Fatih Akin, Mardik Martin / D: Tahar Rahim, Siman Abkarian, Makram Khoury u.a.