Programm März/April 2016


01.03.   20:15 Uhr   Traumland

08.03.   20:15 Uhr   Imagine waking up tomorrow...

15.03.   20:15 Uhr   El Club

22.03.   20:15 Uhr   Alphaville

29.03.   20:15 Uhr   Frank

 

05.04.   20:15 Uhr   The look of silence

12.04.   20:15 Uhr   Virgin Mountain

19.04.   20:15 Uhr   19

26.04.   20:15 Uhr   Bande de filles


In Zusammenarbeit mit Pfiffigunde e.V. – Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt in Heilbronn sowie Fachberatungsstelle pro familia / Notruf.    

 

Di. 1.3.2016, 20:15 Uhr

Traumland

 

Spielfilm

Heiligabend in Zürich. Tiefster Winter und eine verschneite Großstadt. Männer und Frauen, die in gut situierten Verhältnissen leben.

So zum Beispiel der geschiedene Rolf – er gibt sich alle Mühe, den Kontakt zu seiner Tochter wieder aufzubauen. Und die schwangere Lena, die mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn ein scheinbar intaktes Familienleben führt. Während die Sozialarbeiterin Judith wie jeden Tag ihren harten Job zu meistern hat, traut sich die verwitwete Spanierin Maria endlich, ihren Bekannten zu einem romantischen Abendessen einzuladen.

Im Laufe dieses einen Tages treffen sie alle auf die im Rotlichtmilieu arbeitende Bulgarin Mia. Die Begegnungen mit der jungen Frau lassen sämtliche Fassaden bröckeln – und nach und nach kommen Lügen, Begehren, Schmerz und die Sehnsucht nach Nähe und echter Verbundenheit zum Vorschein.

„Traumland“ ist eine sorgfältig inszenierte und genau beobachtete Milieustudie über die Suche nach emotionaler Geborgenheit, über Beziehungen, Begehren und Verrat.

 

D/CH/B 2013 | 99’ | FSK: 12 | R/B: Petra Biondina Volpe | D: Luna Zimic Mijovic, André Jung, Bettina Stucky, Marisa Paredes  u.a.


Di. 8.3.2016, 20:15 Uhr

Imagine Waking Up Tomorrow And All Music Has Disaperared

 

Dokumentation

Stell Dir vor, wir wachen morgen auf, und alle Musik ist verschwunden – einfach so. Was bleibt uns, wenn das alles weg ist: Platten, iPods, Instrumente? Wenn wir auch nicht mehr wissen, was das überhaupt war: Musik? Bill Drummond macht es vor, der Mann, der mit The KLF einst die Popindustrie kaperte. Ein anarchischer Geist und ewiger Punk, der jetzt den größten Chor der Welt leitet: The17, ein wechselndes Ensemble aus Laien, das keine Noten und keine Proben kennt. 

Stefan Schwietert („Heimatklänge“) begleitet Drummond, wie er immer neue Stimmen findet für seinen Chor: auf offenem Feld oder in einer Fabrik, im Schulzimmer oder in einem Pub. Es ist eine Reise an den Nullpunkt der Musik, damit wir sie in aller Unschuld nochmals neu erfinden. Gemeinsam, in diesem Moment.

Berüchtigt wurde Bill Drummond, als er nach seinen Erfolgen mit KLF alle Verbindungen zur Popwelt kappte und später zusammen mit seinem Partner Jimmy Cauty eine Million britische Pfund verbrannte.    

 

D 2015 | 86‘ | FSK: 0 | R/B: Stefan Schwietert | Mit Bill Drummond u.a.


Di. 15.3.2016, 20:15 Uhr

El Club

 

Spielfilm

An der stürmischen chilenischen Nordküste lebt eine Gruppe von Priestern unterschiedlichen Alters gemeinsam in einem Haus. Die Männer, darunter Padre Vidal, Padre Garcia und Padre Lazcano, wurden von der katholischen Kirche exkommuniziert, weil sie in der Vergangenheit schwere Vergehen auf sich geladen haben, und nun fristen die Männer ihr Dasein unter der strengen Aufsicht von Ordensschwester Mónica in dieser Art kircheneigenem Gefängnis. Nachdem ein junger Priester einzieht und sich noch an seinem ersten Tag erschießt, wird ein Ermittler der Kirche eingeschaltet, der Licht ins Dunkel bringen soll. Doch keiner weiß, ob er wirklich an der Wahrheit interessiert ist oder vielmehr für Vertuschung der Ereignisse vor der Öffentlichkeit sorgen soll. Nach und nach werden dunkle Geheimnisse gelüftet und unbarmherzig Widersprüche in der katholischen Kirche zum Vorschein gebracht.

Die neueste Schöpfung des chilenischen Regisseurs/Autors Pablo Larraín, dessen Film  „¡No!“ Anfang 2014 im KoKi zu sehen war.  

 

CHL 2015 | 97’ | OmU | FSK: 16 | R: Pablo Larraín | B: Pablo Larraín u.a. | D: Alfredo Castro, Roberto Farías, Antonia Zegers u.a.    


Di. 22.3.2016, 20:15 Uhr

Alphaville (aka Lemmy Caution gegen Alpha60)

 

Spielfilm

Privatdetektiv Lemmy Caution bekommt einen neuen Auftrag. Er soll in der Stadt Alphaville Kontakt zu Henry Dickson aufnehmen, der dort als Agent tätig ist. Aber Dickson ist verschwunden und in seinem Hotel findet sich kein nennenswerter Hinweis auf dessen Verbleib. Um seinen Auftrag erfüllen zu können, nimmt Lemmy Caution Kontakt zu von Brauns Tochter Natascha auf, da Caution der Überzeugung ist, dass ihr Vater und Alpha 60 etwas mit Dicksons Verschwinden zu tun haben. Zwischen Lemmy Caution und Natascha entwickelt sich eine gefährliche Romanze, die den starren Gesetzen in Alphaville entgegen steht.

Lemmy Caution ist die Parodie unserer von Film und Fernsehen antrainierten Vorstellung vom amerikanischen Privatdetektiv. Mit seinem Trenchcoat und seinem fahrlässigen Umgang mit der Waffe ist er provozierend regellos in der logischen Stadt. Seine Liebe zu Natascha bringt Gefühle und Unvorhersehbarkeit in eine Stadt, die vom Alpha-60-Computer nach dessen Bild geschaffen worden ist.  

 

I/F 1965 | 105’ | FSK: o.A. | R/B: Jean-Luc Godard | D: Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff, Jean-Pierre Léaud u.a.    


Di. 29.3.2016, 20:15 Uhr

Frank

 

Spielfilm

Frank ist der skurrile Frontmann der Rockband Soronprfbs und buchstäblich der Kopf der Band. Denn Frank trägt ständig einen übergroßen Pappmaché-Kopf auf seinen Schultern und dies nicht nur bei den skurrilen Live-Shows, sondern auch im Alltag.

Nicht mal die Bandmitglieder haben je sein Gesicht gesehen. Als der Keyboarder ausfällt, engagiert Frank spontan den Tagträumer Jon als Ersatz. Und obwohl der erste gemeinsame Auftritt zum Desaster verkommt, darf der Debütant bleiben. Hochmotiviert zieht Jon mit der Band in die irischen Wälder, um ein Album aufzunehmen. Aber in der abgelegenen Hütte dämmert ihm allmählich, worauf er sich eingelassen hat.

Die vielfach prämierte Komödie basiert lose auf dem Leben des britischen Musikers Frank Sidebottom. Michael Fassbender besticht in der Titelrolle – trotz eingeschränkter Möglichkeit zur Mimik – durch eine herausragende Performance an der Seite von Maggie Gyllenhaal und Domhnall Gleeson.    

 

GB/IRL/USA 2014 | 91‘ | FSK: 12 | R: Lenny Abrahamson | B: Jon Ronson, Peter Straughan | D: Michael Fassbender, Maggie Gyllenhall u.a.


Di. 5.4.2016, 20:15 Uhr

The Look Of Silence

 

Dokumentation

Zu seinem weltweit erfolgreichen und für den Oscar® nominierten Dokumentarfilm „The Act of Killing“ (2014 im KoKi gezeigt) liefert uns Regisseur Joshua Oppenheimer mit seiner neuesten Dokumentation einen eindrucksvollen Nachtrag.

Über eine Million Menschenleben haben die grausamen Massaker gefordert, zu denen es zwischen 1965 und 1966 in Indonesien kam. Noch heute werden dort die rücksichtslosen Handlanger, die zahlreiche Leben ausradierten, wie Helden gefeiert. Sie haben im Namen der Regierung als Paramilitärs Jagd auf vermeintliche Kommunisten gemacht. Die Blutspur führt Regisseur Joshua Oppenheimer zu einem Ehepaar, dessen ältester Sohn den Paramilitärs zum Opfer gefallen ist. Der Bruder des Ermordeten, Adi, sucht die Menschen auf, die den Mord verschuldet haben.

„The Act of Killing“ hatte uns und unser Publikum im Oktober 2014 nachhaltig beeindruckt, keine Frage daher, dass wir auch diese Fortführung zeigen.    

 

DK/IDN/GB/NOR/FIN 2014 | 103‘ | OmU | FSK: 12 | R/B: Joshua Oppenheimer


Di. 12.4.2016, 20:15 Uhr

Virgin Mountain

 

Spielfilm

Der herzensgute Mittvierziger Fúsi ist zwar längst kein Kind mehr, aber deswegen trotzdem noch lange nicht erwachsen. Er lebt nach wie vor bei seiner Mutter, hatte noch nie eine Freundin und in seiner Freizeit widmet er sich am liebsten Spielzeugsoldaten und ferngesteuerten Autos. Doch sein von ewiger Routine geprägtes Einzelgängerleben wird bald schon auf den Kopf gestellt. Erst freundet er sich mit dem neuen Nachbarsmädchen an, dann bringt ein nicht ganz freiwillig besuchter Tanzkurs noch viel größere Veränderungen mit sich. Dort lernt er die ebenso attraktive wie liebenswürdige Sjöfn kennen, die in ihm vollkommen neue Gefühle auslöst. Die zarte Liebe, die sich zwischen den beiden anzubahnen scheint, hält ungeahnte Überraschungen und Komplikationen bereit. Jetzt ist es an Fúsi, aus seinem Trott auszubrechen und endlich der Welt zu zeigen, was in ihm steckt.

Der isländische Regisseur Dagur Kári erzählt die Geschichte berührend und mit lakonisch-trockenem  Humor, so dass man den scheuen Riesen einfach ins Herz schließen muss. 

 

DK/ISL 2015 | 94’ | FSK: 12 | R/B: Dagur Kari | D: Gunnar Jónsson, Sigurður Skúlason, Ilmur Kristjánsdóttir    


Di. 19.4.2016, 20:15 Uhr

19

 

Spielfilm

Auf dem Heimweg von der Universität wird der Student Usami ohne ersichtlichen Grund von drei jungen Männern gestoppt und in ihr Auto gezerrt. Sie zwingen ihn auf eine Reise, die verblüffende Ähnlichkeit mit einem Familienausflug hat: ein Einkaufsbummel im Supermarkt, ein Zoobesuch, Erinnerungsfotos. Alle Versuche Usamis, seinen Entführern zu entkommen, schlagen fehl. Nach und nach entwickeln sich jedoch zwischen dem Entführten und den einzelnen Mitgliedern der seltsamen Reisegruppe neue Beziehungen, bis sich die Rollen zu verschieben beginnen.

„19“ erzählt mit lakonischem Humor und in fast beiläufiger Radikalität von einer ebenso surrealen wie wirklichen Reise – ein Roadmovie irgendwo zwischen Jim Jarmusch und Takeshi Kitano, das mit einer ganz eigenen Ästhetik fasziniert. Basierend auf einer authentischen Begebenheit, berichtet „19“ von einer Jugend, deren Rebellion sich in scheinbar sinnloser Form äußert – die die Regeln bricht und sie gleichzeitig widerspiegelt.    

 

J 2002 | 83’ | OmU | FSK: 12 | R/B: Kazushi Watanabe | D: Kazushi Watanabe, Daijiro Kawaoka, Takeo Noro u.a.


Di. 26.4.2016, 20:15 Uhr

Bande de filles

 

Spielfilm

Marieme lebt mit ihrer Familie in der Pariser Banlieue. Die Mutter sorgt fürs Einkommen, der große Bruder kommandiert alle herum und sie versorgt die jüngeren Schwestern. Außerfamiliär ist es nicht besser. In der Nachbarschaft geben Jungs den Ton an und die Schule ist eine Sackgasse. Doch dann gerät sie ins Blickfeld einer coolen dreiköpfigen Mädchengang, die sich Freiheiten nimmt, von denen Marieme bislang nur träumte. Dort wird sie aufgenommen und heißt fortan Vic (wie Victory). Von jetzt an macht das Leben Spaß: Vic schwänzt den Unterricht, verändert ihr Äußeres und liefert sich mit ihren neuen Freundinnen Scharmützel mit rivalisierenden Banden. Das neue Leben soll ihr Weg in die Unabhängigkeit sein.

„Bande de Filles“ ist ein intimes Porträt der jungen Generation, eine Coming-of-Age-Geschichte – aber auch ein Film über von Minderheiten geprägte Arbeiterviertel, ein Sujet, das sich im Laufe der letzten 20 Jahre in Frankreich zu einem eigenen Filmgenre mit eigenen Regeln und Codes entwickelt hat.    

 

F 2014 | 112’ | OmU | FSK: 12 | R/B: Céline Sciamma | D: Karidja Touré, Assa Sylla, Lindsay Karamoh u.a.