Programm Januar/Februar 2015


06.01.   20:15 Uhr   Feuerwerk am helllichten Tage

13.01.   20:15 Uhr   Song from the Forest

20.01.   20:15 Uhr   Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

27.01.   20:15 Uhr   Violette

 

03.02.   20:15 Uhr   Das grüne Zimmer

10.02.   20:15 Uhr   Sag nicht, wer du bist!

17.02.   20:15 Uhr   Filme von Bastian Clevé

24.02.   20:15 Uhr   Like Father, Like Son


Di. 6.1., 20:15 Uhr

Feuerwerk am helllichten Tage

(Bai Ri Yan Huo)

CHN 104, 106’, FSK: 16

R/B: Yi’nan Diao

D: Fan Liao, Lun Mei Gwei, Xuebing Wang u.a.    

 

1999 kommt es in einer Kleinstadt im Norden Chinas zu schrecklichen Leichenfunden. Bei der Festnahme der mutmaßlichen Mörder ereignet sich ein blutiger Zwischenfall: Zwei Polizisten sterben, einer wird schwer verletzt. Zhang Zili, der Überlebende, wird vom Dienst suspendiert und arbeitet fortan als Wachmann in einer Fabrik. Als fünf Jahre später erneut mysteriöse Morde geschehen, nimmt Zhang auf eigene Faust Ermittlungen auf. Er entdeckt, dass alle Opfer in Beziehung zu einer jungen Frau standen, die in einer Reinigung arbeitet. Und später muss er erfahren, dass Schuld und Unschuld nicht immer zu trennen sind.

Der melancholische, visuell kraftvolle Kriminalfilm gewann auf der Berlinale 2014 sowohl den Goldenen Bären als Bester Film als auch den Silbernen Bären für den Besten Darsteller. Der dritte Film des chinesischen Regisseurs Yi’nan Diao spielt mit Genremustern des Film noir und zeichnet gleichzeitig ein vielschichtiges Porträt des heutigen Chinas abseits der großen Metropolen.


Di. 13.1., 20:15 Uhr

Song from the Forest

D/USA/CF 2013, 100’, FSK: 0

R/B: Michael Obert

mit Louis Sarno, Samedi Mathurin Bokombe, Jim Jarmusch u.a.

 

Als junger Mann hörte der Amerikaner Louis Sarno im Radio einen Gesang, der ihn nicht mehr losließ. Er folgte den geheimnisvollen Klängen bis in den zentralafrikanischen Regenwald, fand seine Musik bei den Bayaka-Pygmäen – und kam nicht mehr zurück. Louis wurde ein vollwertiges Mitglied der Stammesgemeinschaft. Mit seiner einheimischen Frau hat Louis einen Sohn, den 13-jährigen Samedi. Während einer schweren Krankheit versprach  Louis ihm: „Wenn du überlebst, zeige ich dir eines Tages die Welt, aus der ich gekommen bin.” Später löst er sein Versprechen ein und reist mit seinem Sohn aus dem Regenwald in jenen anderen Dschungel aus Beton und Glas – nach New York City. Erstaunlicherweise kommt Samedi, der den Regenwald bis dahin nie verlassen hat und kein Wort Englisch spricht, in Amerika sehr viel besser klar als sein Vater.

Michael Obert zeigt in seiner Dokumentation die großen Themen des jungen 21. Jahrhunderts – Heimat, Identität, Entfremdung, Interkulturalität, Globalisierung.


Di. 20.1., 20:15 Uhr

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

(Still Life)

GB/I 2013, 92‘, FSK: 12, OmU (engl. Original mit dt. Untertiteln)

R/B: Uberto Pasolini

D: Eddie Marson, Joane Froggatt, Andrew Buchan u.a. 

 

John May ist ein Mensch der besonderen Art: ein Eigenbrötler, akribisch, zurückhaltend, aber mit einem großen Herz für andere. Als „Funeral Officer" kümmert er sich im Auftrag der Londoner Stadtverwaltung um die würdevolle Beisetzung einsam verstorbener Menschen. Selbst für das Schreiben der Trauerreden findet er Zeit und Worte – gehalten auf Trauerfeiern, die nur auf einen einzigen Gast zählen können: Mr. May.

Doch Mr. Mays Sorgfalt und Hingabe passen schlecht zusammen mit dem strengen Gebot der Wirtschaftlichkeit. Warum sich solche Mühe machen für Tote, die keiner mehr kennt? Seine Stelle wird gestrichen, ein letzter Fall bleibt ihm: Billy Stoke, einsam gestorben in seiner verwahrlosten Wohnung genau vis-à-vis von Mays penibel geordnetem Zuhause.

Besessen stürzt sich May in diesen letzten Fall. Wer war dieser Billy Stoke? Wie war sein Leben, wer waren seine Freunde? Als May auf die ersten Spuren stößt, beginnt eine Reise, die ihn auch sein eigenes Leben mit allen Aufregungen und Gefahren wagen lässt.


Di. 27.1., 20:15 Uhr

Violette

F/B 2013, 139’, FSK: 12

R: Martin Provost

B: Marc Abdelnour, René de Ceccatty

D: Emmanuelle Devos, Snadrine Kiberlain, Olivier Gourmet u.a.

  

Violette Leduc hat den Mut, über intimste Gefühle und Erlebnisse zu schreiben - so stark, leidenschaftlich und poetisch wie keine Frau zuvor. 1945 begegnet sie Simone de Beauvoir und überreicht ihr den ersten Roman, der das Verhältnis zur ablehnenden Mutter behandelt. Simone ist hingerissen und beschließt, Violettes Karriere nach Kräften zu fördern. 

Violettes kühnes Vorwort zu ihrem eigenen Roman „Die Bastardin” katapultiert sie 1964 nach vielen Jahren Schattendasein ins Rampenlicht der skandalisierenden Öffentlichkeit und verkündet ihren literarischer Rang, der für Kenner der ersten Stunde wie Sartre, Cocteau, Camus, Sarraute und Genet längst feststand. Heute wird sie von vielen als Pionierin der Frauenliteratur gefeiert.

In sechs traumhaft schön ins Bild gesetzten Kapiteln erzählt Martin Provost  Violettes Schicksal von den harten Schwarzmarktjahren und unerwiderter Liebe zu Männern und Frauen bis zum späten Ruhm und Glück in der Provence. 


Di. 3.2., 20:15 Uhr

Das grüne Zimmer

F 1978, 95’, FSK: o.A.

R: François Truffaut

B: Jean Gruault

D: François Truffaut, Nathalie Baye, Jean Dasté, Patrick Maléon u.a.

 

In einer französischen Kleinstadt Ende der 20er Jahre richtet sich Julien Davenne in tiefer Trauer ein Zimmer mit Erinnerungsstücken an seine Frau ein, die schon in jungen Jahren aus dem Leben geschieden ist. Er zieht sich immer weiter zurück und lebt beinahe nur noch für das Gedenken an July und an seine Freunde, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind.

Doch in Cécilia, einer Mitarbeiterin eines Auktionshauses, findet Davenne schließlich wieder eine Gefährtin, die seine Leidenschaft für Erinnerungsstücke und seine Obsession für die Verstorbenen teilt. Zusammen wollen sie eine alte Kapelle restaurieren, um sie als Stätte der Verehrung für seine und Cécilias Toten einzurichten.

Plötzlich macht Davenne eine niederschmetternde Entdeckung – die von Cécilia betrauerte Person war ein alter Feind Juliens...

Ein selten gesehener Klassiker des französischen Meisterregisseurs, der hier selbst die Hauptrolle spielt.


Di. 10.2., 20:15 Uhr

Sag nicht, wer du bist!

CAN/F 2013, 103‘, FSK: 6

R: Xavier Dolan

B: Michel Marc Bouchard

D: Xavier Dolan, Pierre-Yves Cardinal, Lise Royu.a.  

 

Der junge Tom aus Montreal fährt aufs Land, um am Begräbnis seines verunglückten Lovers teilzunehmen. Als er beim einsamen Hof der Familie eintrifft, wird er von niemandem erwartet. Die Mutter Agathe weiß noch nicht einmal, dass ihr Sohn schwul war. Und der ältere Bruder Francis macht ihm blitzschnell klar, dass das so bleiben muss. Überrumpelt gibt Tom nach und lässt sich auf ein seltsames Spiel mit dem unberechenbaren Heißsporn ein, das ihn von Tag zu Tag mehr in seinen Bann zieht.

Der vierte Streich des gefeierten Wunderkinds Xavier Dolan (I killed my mother, Herzensbrecher) – ein schillerndes Drama der Unterwerfungslust mit exquisitem Suspense wie von Alfred Hitchcock, ausgezeichnet mit dem Preis der Filmkritik auf den Filmfestspielen 2013 in Venedig.

 

Psycho- und Erotikthriller mit furiosem Finale!           STUTTGARTER ZEITUNG


Di. 17.2., 20:15 Uhr

Filme von Bastian Clevé

D 1974/75, 81’, FSK: o.A.

R/B: Bastian Clevé

M: Klaus Schulze

 

Bastian Clevé begann seine Laufbahn 1969  mit einem Studium an der HfbK Hamburg, zunächst mit Kurzfilmen, ab 1979 auch mit Langfilmen. Dreizehn seiner über 40 Kurzfilme wurden mit dem Prädikat „Besonders Wertvoll“ ausgezeichnet. Seine Arbeiten erhielten zahlreiche Preise auf internationalen Filmfestivals, u.a. auf den Filmfestivals in Chicago, Houston und Baltimore.

Seit 1979 ist Bastian Clevé auch als Regisseur und Produzent von Langfilmen tätig, in Deutschland und zeitweise auch in den USA.

Bastian Clevé ist seit 1991 Professor an der international renommierten Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, wo er den Studiengang „Produktion“ (Ausbildung zum Film- und Fernsehproduzenten) inhaltlich und organisatorisch aufbaute und leitet. In dieser Zeit hat er über zwei Dutzend Fachbücher verfasst oder herausgegeben.

Bastian Clevé wird uns einige seiner erfolgreichen Kurzfilme aus den 70er Jahren persönlich im KoKi vorstellen.


Di. 24.2., 20:15 Uhr

Like Father, Like Son

J 2013, 121’, FSK: 0

R/B: Hizokazu Kore-eda

D: Masaharu Fukuyama, Machiko Ono, Lily Franky Keita Ninomiya u.a.

   

Die Eltern eines sechs Jahre alten Jungen erfahren, dass ihr Kind bei der Geburt im Krankenhaus vertauscht worden ist. Ihr ganzes Umfeld rät ihnen, das Kind gegen das eigene auszutauschen. Die Eltern sind ratlos. Was ist für sie besser, was für die Kinder? Unsicher beginnen sie und das andere Paar mit dem Kinderrücktausch über ein Wochenende.

Wunderbar leicht kreist der Japaner Hirokazu Kore-eda um die Fragen, was es heißt, Eltern zu sein und was Kind.

Was zählt mehr, Blutsverwandtschaft oder die gemeinsame Lebenszeit, gemeinsame Gene oder ein geteiltes Leben?

Hirokazu Kore-eda ist ein Meister im Betrachten von familiären Situationen und einer, der es wie wenige versteht, mit Kindern zu arbeiten und von Momenten der Kindheit zu erzählen. Am Festival von Cannes begeisterte „Like Father, Like Son“ Publikum und Medien gleichermaßen; der Film wurde von Steven Spielbergs Jury am Ende mit dem Prix du Jury geehrt und hat inzwischen von San Sebastian bis Vancouver Publikumspreise gewonnen.