Programm Mai/Juni 2017


02.05.   20:15 Uhr   Neruda

09.05.   20:15 Uhr   The Salesman

16.05.   20:15 Uhr   Personal Shopper

23.05.   20:15 Uhr   Wild

30.05.   20:15 Uhr   From Business to Being

 

06.06.   20:15 Uhr   Don't Blink – Robert Frank

13.06.   20:15 Uhr   Frank Zappa – Eat That Question

20.06.   20:15 Uhr   Tour de France

27.05.   20:15 Uhr   Einfach das Ende der Welt


Di. 2.5.2017, 20:15 Uhr

Neruda

 

Spielfilm

1948: In einer flammenden Rede vor dem Kongress bezichtigt Senator Pablo Neruda, berühmter Dichter und Kommunist, die Regierung Präsident Videlas des Verrats – und wird umgehend seines Amtes enthoben. Der Kalte Krieg ist in Chile angekommen. Neruda entzieht sich seiner Verhaftung und taucht ab. Mitten in der Arbeit an seiner epochalen Gedichtsammlung „Canto General“ versucht er, mit seiner Frau Delia del Carril das Land auf geheimen Wegen zu verlassen.

Verfolgt vom melancholischen Polizisten Peluchoneau, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, dem Neruda zwischen Poesie und Legendenbildung einen ganz eigenen Reiz abgewinnt. Immer wieder legt er selbst Spuren, um seinem hartnäckigen Verfolger im letzten Moment zu entkommen. Die seltsame Jagd führt die Kontrahenten derweil in immer abgelegenere Gegenden. In der imposanten Bergwelt der chilenischen Kordilleren macht sich Neruda schließlich daran, das letzte Kapitel des Duells mit Peluchoneau in Szene zu setzen.

 

CL/AR/F/E 2016 | 108’ | FSK: o.A. | R: Pablo Larraín | B: Guillermo Calderón | D: Luis Gnecco, Gael García Bernal, Mercedes Morán u.a. 


Di. 9.5.2017, 20:15 Uhr

The Salesman

 

Spielfilm

Fluchtartig müssen Emad und Rana ihre Wohnung verlassen. Durch eine Beschädigung des Fundaments droht das Haus einzustürzen. Ein Bekannter stellt dem jungen Paar seine leerstehende Wohnung zur Verfügung, ein seltener Glücksfall in einer dicht besiedelten Stadt wie Teheran. Als Rana im Badezimmer von einem Unbekannten überrascht wird, erfahren sie, dass die Vormieterin neben persönlichen Gegenständen auch einen zweifelhaften Ruf hinterlassen hat. Rana weigert sich, die Polizei einzuschalten oder auch nur über den Vorfall zu sprechen. Also macht sich Emad selbst auf die Suche nach den Hintergründen...

Mit einem cleveren Kunstgriff verknüpft Asghar Farhadi die Handlung um Emad und Rana mit Arthur Millers berühmtem Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“. Er eröffnet damit eine neue Erzählstruktur und unzählige subtile Deutungsmöglichkeiten. Das heutige Teheran erscheint einem plötzlich wie das alte New York Millers.

Ausgezeichnet 2016 mit dem Oscar™ als Bester nicht-englischsprachiger Film. 

 

IRN/F 2016 | 125‘ | FSK: 12 | R/B: Asghar Farhadi | D: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi u.a. 


Di. 16.5.2017, 20:15 Uhr

Personal Shopper

 

Spielfilm

Die Amerikanerin Maureen arbeitet in Paris als persönliche Einkäuferin für Stars und Sternchen. Doch eigentlich begreift sie sich als Medium, das mit Toten in Kontakt treten kann. Seit Wochen wartet sie auf ein Zeichen ihres verstorbenen Zwillingsbruders Lewis. Plötzlich bekommt sie geheimnisvolle Nachrichten von einer unbekannten Nummer. Ist es ihr Bruder, der aus dem Jenseits Kontakt zu ihr aufnimmt? Oder nur der sehr lebendige Geliebte ihrer Chefin, der es auf sie abgesehen hat?

Kristen Stewart stellt ihr Können erneut unter Beweis, wenn sie als Maureen inmitten der oberflächlichen Flüchtigkeiten einer modernen Welt voller Glamour auf der Suche nach Spiritualität und Wahrheit ist. In den Nebenrollen glänzen Lars Eidinger, Nora von Waldstätten und Sigrid Bouaziz. „Personal Shopper“ ist ein komplexer Genre-Hybrid, der raffiniert Aspekte von Geisterfilm und Psychothriller verbindet. Regisseur Olivier Assayas wurde dafür bei den Filmfestspielen von Cannes 2016 mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet.

 

F/D 2016 | 110’ | FSK: 12 | R/B: Olivier Assayas | D: Kristen Stewart, Lars Eidinger, Sigrid Bouaziz u.a.


Di. 23.5.2017, 20:15 Uhr

Wild

 

Spielfilm

Auf dem Weg zur Arbeit hat Ania eine seltsame Begegnung. Mitten im Park steht sie einem Wolf gegenüber. Sie sehen sich direkt in die Augen – und es kommt ihr so vor, als wäre ihr bisheriges Leben ein Witz. Der Moment lässt sie nicht mehr los, genau wie der Gedanke, den Wolf nie mehr gehen zu lassen. Ania wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es, das wilde Tier zu fangen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung ein und sprengt damit sämtliche Fesseln ihres bisherigen bürgerlichen Lebens. Erstaunlicherweise finden die Menschen um sie herum daran Gefallen. Fast scheint es, als teilten sie alle eine ähnliche, geheime wilde Sehnsucht.

Kraftvoll, sinnlich und ebenso faszinierend wie verstörend führt uns Nicolette Krebitz mit ihrem Film in die entfesselte Welt einer jungen Frau, die unsere stillschweigenden Vereinbarungen mit der Zivilisation aufkündigt und sich unerschrocken für ein Leben ohne Netz und doppelten Boden entscheidet. Und die sich mit jedem Schritt in die „Wildnis“ einen Schritt weiter selbst befreit.  

 

D 2016 | 97’ | FSK 16 | R/B: Nicolette Krebitz | B: Marie-Sophie Chambon |D: Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, Silke Bodenbender u.a.  


Di. 30.5.2017, 20:15 Uhr

From Business to Being

 

Dokumentation

„From Business To Being“ erzählt die Geschichte dreier Führungskräfte, die sich auf die Suche nach Wegen aus dem „Hamsterrad des Getriebenseins“ gemacht haben. Gemeinsam ist ihnen der Wunsch nach mehr Begeisterung, Sinnhaftigkeit und Authentizität bei ihrer Arbeit.

Einfühlsam und ohne Tabus gewährt die Dokumentation tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der sonst so abgeriegelten Welt der „Business-Leader“ und geht der Frage nach, ob die Krisen der heutigen Arbeitswelt in erster Linie Bewusstseinskrisen sind.

Können Meditation und Bewusstseinstraining dabei helfen, sich von stresserzeugenden Denk- und Handlungsmustern zu befreien und zu sich selbst zu finden? Welche Fähigkeiten benötigen Führungskräfte in Zukunft und wie müssen Organisationen für ein besseres Miteinander neu durchdacht und gestaltet werden?

Auf der Suche nach Antworten treffen die Filmemacher auf zahlreiche Experten, die eine Brücke zwischen „Business“ und „Being“ schlagen.

 

D 2015 | 89‘ | FSK: 0 | R: Hanna Henigin, Julian Wildgruber | B: Hanna Henigin


Di. 6.6.2017, 20:15 Uhr

Don't Blink – Robert Frank

 

Dokumentation

Was wäre die moderne Fotografie ohne das Werk von Robert Frank? Sein Stil veränderte in den 1950er Jahren die Spielregeln der Fotokunst, sein Buch „The Americans“ gilt heute Vielen als eines der einflussreichsten Fotografiebücher des 20. Jahrhunderts.

Robert Frank wurde in Zürich geboren,  emigrierte 1947 in die USA und veröffentlichte dort seine ersten Fotobände. Für „The Americans“ schrieb Jack Kerouac 1959 das Vorwort. Doch wenige Kritiker erkannten zunächst die bahnbrechende Kunst Franks. Phasenweise wandte er sich von der Fotografie ab und drehte Filme wie „Pull My Daisy“ mit den Beat Poets Allen Ginsberg und Gregory Corso. Für die Rolling Stones erschuf er das Cover-Artwork des Albums „Exile On Main St.“.  Zahlreiche Künstler suchten fortan die Zusammenarbeit mit dem stilbildenden Fotografen.

Die Filmemacherin Laura Israel suchte den 92-jährigen Robert Frank auf und sprach mit ihm über seine Kunst und die Stationen seines Lebens.

 

CAN/F/USA 2014 | 82‘ | FSK: o.A. | R: Laura Israel | B: Melinda Shopsin 


Di. 13.6.2017, 20:15 Uhr

Frank Zappa – Eat That Question

 

Dokumentation

Bereits mit seinen ersten Plattenveröffentlichungen wurde der 1940 geborene Frank Zappa – Komponist, Musiker, Bandleader, Produzent und Freigeist – zur meistzitierten Stimme gesellschaftskritischer Popmusik. Er verstarb, viel zu früh, im Jahr 1993 an Prostatakrebs.

„Eat that question“ ist eine subtile, kunstvoll montierte Dokumentation, bestehend allein aus historischen Aufnahmen.

Der Fokus des Films liegt auf Zappas hemmungslosem und unterhaltsamem Umgang mit den Medien. Während er höflich über eine Tour oder ein Album plauderte, wusste er besser als alle seine Zeitgenossen, wie man unerwartet verbale Sprengladungen zündet. Seine ätzenden Kommentare zu Staat und Religion, zur Musikindustrie und zur Jugendkultur hinterlassen einen aufrüttelnden musikalischen und gesellschaftspolitischen Kommentar zu seiner Zeit. Der Film folgt Zappa vom glattrasierten, anzugtragenden Jugendlichen hin zum furchtlosen Oberfreak und bis in seine letzten Tage vor seinem Tod im Alter von 52 Jahren.    

 

F/D 2016 | 93’ | FSK: 12 | R/B: Thorsten Schütte | Mit Frank Zappa u.a. 


Di. 20.6.2017, 20:15 Uhr

Tour de France

 

Spielfilm

Der 20-jährige Far’Hook gilt als einer der künftigen Stars der französischen Rap-Szene. Nach einem Streit mit einer verfeindeten Gang muss er die Stadt verlassen und untertauchen. Sein Produzent Bilal überredet ihn, seinen pensionierten Vater Serge durch Frankreich zu chauffieren. Der kauzige Pensionist und Hobbykünstlers hat seiner Frau das Versprechen gegeben, sich auf die Spuren des Landschaftsmalers Joseph Vernet zu begeben. Von jedem Bild, das dieser einst im Auftrag König Ludwigs XV von den Häfen Frankreichs malte, will Serge nun am Originalschauplatz seine eigene Version anfertigen – und Far’Hook soll ihn dorthin bringen. Trotz des Generationen- und Kulturclashs erleben der verheißungsvolle Rapper und der mürrische, starrköpfige Maurer aus dem Norden Frankreichs den Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Gérard Depardieu stellt in dem Roadmovie einmal mehr sein komisch-kauziges Talent unter Beweis. An seiner Seite: der in Frankreich sehr populäre Rapper Sadek.    

 

F 2016 | 95’ | FSK: 12 | R/B: Rachid Djaïdani | D: Gérard Depardieu, Sadek, Louise Grinberg u.a. 


Di. 27.6.2017, 20:15 Uhr

Einfach das Ende der Welt

 

Spielfilm

Nach über zwölf Jahren kehrt Louis zum ersten Mal nach Hause zurück und versetzt damit seine Familie in helle Aufregung. Doch die anfängliche Freude über die Heimkehr des verlorenen Sohnes und Bruders schlägt schnell um: Alte Wunden brechen auf und bald finden sich alle zurück in alten Mustern, vollkommen unfähig, miteinander zu sprechen. Wird es Louis gelingen das zu tun, wofür er gekommen ist?

In dem bewegenden Familiendrama skizziert Xavier Dolan („Mommy“, „Sag nicht, wer du bist!“, „Herzensbrecher“) eine zerrissene Familie und schafft eine bedrückende visuelle Enge zwischen Figuren, die weiter nicht voneinander entfernt sein könnten. 

Dolan, der in seinen Filmen oft multifunktional als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent wie auch als Schauspieler, Cutter, Kostümbildner und Ausstatter auftritt, erhielt für „Einfach das Ende der Welt“ 2016 den Großen Preis der Jury in Cannes sowie drei Césars (Beste Regie, Schnitt, Hauptdarsteller).

 

CAN/F 2016 | 95’ | FSK: 12 | R/B: Xavier Dolan | D: Gaspard Ulliel, Marion Cotillard, Vincent Cassel, Léa Seydoux u.a.