Programm März/April 2017


07.03.   20:15 Uhr   Wright Now, Wrong Then (OmU)

14.03.   20:15 Uhr   Die letzte Sau

21.03.   20:15 Uhr   Peter Handke - Bin im Wald, kann sein, dass ich mich verspäte

28.03.   20:15 Uhr   As I Open My Eyes - Kaum öffne ich die Augen (OmU)

 

04.04.   20:15 Uhr   Mapplethorpe: Look At The Pictures (OmU)

11.04.   20:15 Uhr   Wiener Dog

18.04.   20:15 Uhr   Amerikanisches Idyll

25.04.   20:15 Uhr   LenaLove

 

02.05.   20:15 Uhr  Neruda


Di. 7.3.2017, 20:15 Uhr

Wright Now, Wrong Then

 

Spielfilm

„Es hat nicht sollen sein.“ Was retrospektiv über viele Beziehungen gesagt wird, die scheitern bevor sie richtig begonnen haben, trifft auch auf das Verhältnis Ham Chun-su und Yoon Hee-jung zu. Er ist Regisseur und wegen einer Filmvorführung in Suwon. Dummerweise reist er einen Tag zu früh an und lernt zufällig die Künstlerin Hee-jung kennen. Die beiden verbringen den Tag zusammen, besuchen ihr Atelier, essen Sushi, trinken Soju und gehen am Abend mit Freundinnen aus. So kommen sie einander näher, und doch geht am Ende alles schief. Doch was genau läuft verkehrt? Dieser Frage geht Regisseur Hong Sang-soo in seiner verspielten, humorvollen Romanze nach – und lässt sie mitten im Film einfach noch einmal beginnen, unter leicht veränderten Voraussetzungen: Wieder trifft Chun-Su im Tempel auf Hee-Jung, wobei sich die Szenen im Vergleich zum ersten Durchlauf manchmal deutlich, manchmal aber auch nur in winzigen Nuancen unterscheiden.

Ausgezeichnet mit dem Goldenen Leopard auf dem Locarno International Film Festival 2015.    

 

Südkorea 2015 | 121’ | OmU | FSK: o.A. | R/B: Hong Sangsoo | D: Jung Jaeyoung, Kim Minhee, Ko Ahsung, Youn Yuhjung u.a.


Di. 14.3.2017, 20:15 Uhr

Die letzte Sau

 

Spielfilm

Es sind schwarze Tage für den Schweinebauern Huber. Sein Hof ist pleite. Die kleine Landwirtschaft ist nicht länger gegenüber den Agrarfabriken konkurrenzfähig. Und als schließlich vom Himmel ein Meteorit fällt und Hubers Hof in Schutt und Asche legt, hat Huber nichts mehr – außer einer letzten Sau.

Zusammen mit ihr beginnt Huber ein neues Leben. Er ist jetzt ein Rebell und begegnet Menschen denen es ähnlich erging. Für sie erhebt sich Huber zum Kämpfer für die Kleinen, die von den Großen kaputt gemacht wurden. Denn in einer Welt, in der ein gesunder, fleißiger und ehrlicher Mensch nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen, kann etwas nicht stimmen.

„Die letzte Sau“ ist anarchisches Märchen und Road-Movie über Freiheit und Unabhängigkeit. Ein schwäbischer Schweinebauer will die Welt verändern und wehrt sich gegen die Methoden der Agrarindustrie. Gegen seinen Willen wird er zur Leitfigur einer revolutionären Bewegung.    

 

D 2016 | 86‘ | FSK: 12 | R/B: Aron Lehmann | B: Carlos V. Irmscher | D: Golo Euler, Rosalie Thomass, Christoph Maria Herbst u.a.


Di. 21.1.2017, 20:15 Uhr

Peter Handke - Bin im Wald, kann sein, dass ich mich verspäte

 

Dokumentation

Viele seiner Buchtitel klingen wie die Titel einer Jukebox und wurden zu Losungen mehrerer Generationen von Lesern: „Publikumsbeschimpfung“, „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, „Wunschloses Unglück“. In den Sechzigern zeigte Peter Handke als einer der ersten, wie das geht: der Schriftsteller als angry young man und Popstar des Literaturbetriebs, kompromisslos in seiner Sprache und der Vielfalt seines Schreibens: Prosa, Theater, Drehbücher, Gedichte, Essays, Übersetzungen.

Nach „Gerhard Richter Painting“ hat Corinna Belz erneut einen unwiderstehlichen, klugen, im besten Sinn begeisternden Film geschaffen, der überraschende Einblicke in das Denken, die Arbeit und das Leben des Schriftstellers Peter Handkes eröffnet. Ein Film über das Schreiben, über die Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihre Verwandlung in Kunst, über die Kunst und die Notwendigkeit des Erfindens – und über die großen, unverzichtbaren Fragen, die uns Peter Handke eindringlich und zuweilen unerwartet liebevoll stellt: „Was ist jetzt? Wie soll man leben?“

 

D 2016 | 89’ | FSK: 0 | Ein Film von Corinna Belz | Mit Peter Handke u.a.


Di. 28.3.2017, 20:15 Uhr

As I Open My Eyes - Kaum öffne ich die Augen

 

Spielfilm

Tunis kurz vor der Zeit, die oft als arabischer Frühling bezeichnet wird. Farah ist gerade mal 18, hat ihr Abitur gemacht, und die Familie stellt sie sich bereits als Ärztin vor. Sie aber singt fürs Leben gern in einer Rock-Band und rebelliert mit politischen Texten gegen die einengende Gesellschaft. Das vibrierende Porträt einer jungen Frau, die gegen männliche Strukturen Sturm läuft, abhebt und auf den Boden der Realität fällt. Ein explosiver Film.

Jede Gesellschaft hat ihre eigenen Gesetze und Spielregeln, gleichzeitig gibt es Ähnlichkeiten im Menschsein quer durch die Welt. Zu ihnen gehören die jugendliche Neugier und der Freiheitsdrang, von denen auch die 18-jährige Farah im ersten Spielfilm von Leyla Bouzid beseelt ist.

Die Tunesierin Leyla Bouzid erzählt die Geschichte der jungen Rebellin mit Feingefühl und einer geteilten Lust am Aufbruch und Ausbruch. Jede Gesellschaft muss sich verändern, wenn sie vorwärtskommen will, auch wenn alles seine Zeit braucht und mitunter mehr Geduld, als man aufbringen mag.   

 

F/TN/B ’15 | 106’ | OmU | FSK 12 | R/B: Leyla Bouzid | B: Marie-Sophie Chambon | D: Baya Medhaffar, Ghalia Benali, Aymen Omrani u.a. 


Di. 4.4.2017, 20:15 Uhr

Mapplethorpe: Look At The Pictures

 

Dokumentation

Skandal – heute ein Wort, das, so scheint es, allzu inflationär gebraucht wird. Aber die Arbeiten des Fotografen und Künstlers Robert Mapplethorpe haben sich die Bezeichnung während seiner Schaffenszeit noch redlich verdient. Denn Mapplethorpe war ein Besessener, besessen von der Fotografie und vom Sex, die er beide auf provokante Art miteinander vermählte und damit sogar Politiker vor den Kopf stieß. Natürlich sollten seine Bilder von schwulem Sex, Stillleben, Akten von Schwarzen und S&M-Praktiken nicht nur reine Provokation bleiben, sondern auch helfen, Homosexualität in der Öffentlichkeit zu etablieren. In dem Dokumentarfilm „Mapplethorpe: Look At The Pictures“ wird ein ausführliches Porträt des Künstlers gezeichnet, bei dem auch seine ältere Schwester Nancy und sein jüngster Bruder Edward zu Wort kommen.

„Robert Mapplethorpe – ein James Dean mit Kamera und Peitsche – hatte ein Leben, das Vasari zu Tränen gerührt hätte: des Mitgefühls, aber auch des Glücks über das pure anekdotische Gold. Hier ist ein provokativer Künstler, der Unsterblichkeit verdient!“       GUARDIAN 

  

USA/D ’16 | 109‘ | OmU | FSK: 16 | R/B: Fenton Bailey, Randy Barbato | Mit Robert Mapplethorpe, Deborah Harry, Fran Lebowitz u.a. 


Di. 11.4.2017, 20:15 Uhr

Wiener Dog

 

Spielfilm

Todd Solondz ist zurück mit seinem skurrilsten und abgründigsten Film bislang und unterstreicht mit der pechschwarzen Komödie über vier Menschen, deren Leben sprichwörtlich auf den Hund gekommen ist, seine Ausnahmestellung als einer der führenden amerikanischen Autorenfilmer.

Mit einem verdammten Gespür für das Aberwitzige sozialer Kontakte, einer unvergleichlichen Beobachtungsgabe für die (Un-)Tiefen der menschlichen Existenz, und einem Humor, der so gnadenlos ist, dass er weh tut, lässt Todd Solondz den titelgebenden Dackel in den emotionalen Abgründen amerikanischer Vororte buddeln.

Wie schon bei seinen Meisterwerken „Happiness“ und „Storytelling“ kann Solondz auf eine Riege exzellenter Schauspieler vertrauen, allen voran Hipster-Göttin Greta Gerwig, It-Girl Zosia Mamet, Oscar®-Preisträgerin Ellen Burstyn und Leinwandlegende Danny DeVito.

Ein Highlight des unabhängigen US-Kinos aus der prä-Trump Epoche.

 

USA 2016 | 90‘ | FSK: 12 | R/B: Todd Solondz | D: Greta Gerwig, Zosia Mamet, Julie Delpy, Kieran Culkin, Danny DeVito u.a. 


Di. 18.4.2017, 20:15 Uhr

Amerikanisches Idyll

 

Spielfilm

Basierend auf dem Roman von Philip Roth, folgt „Amerikanisches Idyll“ einer Familie, deren scheinbar idyllische Existenz durch die sozialen und politischen Unruhen erschüttert wird.

Die 1960er in den USA: Es sieht ganz so aus, als habe der legendäre Highschool-Athlet mit jüdischen Wurzeln, Seymour „Swede“ Levov, das perfekte Leben. Verheiratet mit der ehemaligen Schönheitskönigin Dawn Dwyer und gesegnet mit der gemeinsamen Tochter Merry hat Seymour erfolgreich das Geschäft seines Vaters übernommen.

Die Bilderbuchfamilie lebt in einem schönen Haus auf dem Land. Doch während des Vietnamkrieges ändert sich das Leben der Levovs drastisch: Merry tritt einer Gruppe politisch motivierter Aktivisten bei, um gegen die amerikanische Beteiligung am Krieg zu protestieren. Und dabei bleibt es nicht: Nach einem Bombenattentat, bei dem sie Hauptverdächtige ist, verschwindet Merry. Seymour setzt nun alles daran, seine geliebte Tochter wiederzufinden.    

 

R: Ewan McGregor | B. John Romano | nach dem Roman von Philip Roth | D: Ewan McGregor, Jennifer Connelly, Dakota Fanning u.a. 


Di. 25.4.2017, 20:15 Uhr

LenaLove

In Zusammenarbeit mit Pfiffigunde e.V. – Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt in Heilbronn sowie Fachberatungsstelle pro familia / Notruf.

 

Spielfilm

Die 16-jährige Lena steckt mitten in der Pubertät und fühlt sich in ihrer Haut nicht wirklich wohl. Seit auch noch ihre frühere beste Freundin Nicole sie im Stich gelassen hat und nun lieber mit der intriganten Stella abhängt, fühlt sich die sensible Lena endgültig ausgegrenzt. Einen Hoffnungsschimmer sieht sie aber bald in ihrem neuen Mitschüler Tim, mit dem sie einige Gemeinsamkeiten hat und dem sie allmählich näherkommt. Als sich allerdings ausgerechnet Nicole an Tim ranmacht, zieht sich Lena nur noch weiter zurück und flüchtet in die Weiten des Internets. Dort lernt sie den charmanten Noah kennen, dem sie sich mehr und mehr anvertraut. Währenddessen ahnt sie jedoch noch nicht, wer sich wirklich hinter dem Usernamen verbirgt und was der vermeintlich harmlose Chat für weitreichende Konsequenzen haben wird.    

 

D 2016 | 106’ | FSK: 12 | R/B: Florian Gaag | D: Emilia Schüle, Jannik Schümann, Sina Tkotsch u.a.


Di. 2.5.2017, 20:15 Uhr

Neruda

 

Spielfilm

1948: In einer flammenden Rede vor dem Kongress bezichtigt Senator Pablo Neruda, berühmter Dichter und Kommunist, die Regierung Präsident Videlas des Verrats – und wird umgehend seines Amtes enthoben. Der Kalte Krieg ist in Chile angekommen. Neruda entzieht sich seiner Verhaftung und taucht ab. Mitten in der Arbeit an seiner epochalen Gedichtsammlung „Canto General“ versucht er, mit seiner Frau Delia del Carril das Land auf geheimen Wegen zu verlassen.

Verfolgt vom melancholischen Polizisten Peluchoneau, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, dem Neruda zwischen Poesie und Legendenbildung einen ganz eigenen Reiz abgewinnt. Immer wieder legt er selbst Spuren, um seinem hartnäckigen Verfolger im letzten Moment zu entkommen. Die seltsame Jagd führt die Kontrahenten derweil in immer abgelegenere Gegenden. In der imposanten Bergwelt der chilenischen Kordilleren macht sich Neruda schließlich daran, das letzte Kapitel des Duells mit Peluchoneau in Szene zu setzen.

 

CL/AR/F/E 2016 | 108’ | FSK: o.A. | R: Pablo Larraín | B: Guillermo Calderón | D: Luis Gnecco, Gael García Bernal, Mercedes Morán u.a.