Unser Programm Oktober - Dezember 2006: Schwerpunkt "... aus aller Welt"

Mittwoch, 4.10.2006
Kilomètre Zéro
Frankreich/(Kurdistan) 2005, 96 Min.
Regie und Drehbuch: Hiner Saleem
Darsteller: Nazmi Kirik, Eyam Ekrem, Belcim Bilgin, Ehmed Qeladizeyi, Nezar Selami
„Kilomètre Zéro ist frei von Verbitterung und hat viel Komisches zu bieten, bezaubert aber vor allem durch poetische Bilder.“ (FR)
Wo Wüste ist, ist Platz für Wunder: Skurrile Tragikomödie um einen Kurden im Irak/Iran-Krieg 1988.
Ako lebt mit seiner Frau Selma und ihrem kleinen Kind im unzugänglichen Bergland von Irakisch-Kurdistan. Eines Tages gerät er in eine Personenkontrolle und wird gegen seinen Willen in die Armee eingezogen. 1988 ist der Krieg zwischen Irak und Iran im vollen Gange. Ako wird an die iranisch-irakische Front geschickt, wo er nicht nur der Realität des Krieges, sondern auch den Schmähungen auf Grund seiner kurdischen Herkunft ausgesetzt ist.
Dabei träumt er unablässig von einer Flucht aus dem Irak und erhält schließlich den Befehl, den Leichnam eines gefallenen Soldaten zu dessen Familie zu eskortieren. Zusammen mit seinem arabischen Fahrer und dem in die irakische Fahne eingehüllten Sarg stellt sich das ungleiche Duo einer ungeahnt mühsamen Reise auf den staubigen Straßen quer durch das ganze Land.

Mittwoch, 11.10.2006
Stadtjubiläum 2006 – 725 Jahre Stadtrecht in Heilbronn
Der Name der Rose
D/I/F 1986, 129 Min., FSK: 16
Regie: Jean-Jacques Annaud
Darsteller: Sean Connery, F. Murray Abrahams, Christian Slater, Elya Baskin
Nicht zuletzt dank seiner Lichtdramaturgie und Kameraführung gelingt es der Verfilmung des Bestsellers von Umberto Eco das düstere Geschehen – den Kampf von Irrationalität und Aufklärung, von Dämonenglauben und Machtstreben, von Bauernausbeutung und intellektueller Auseinandersetzung – in einer fast apokalyptischen Stimmung zu verbildlichen: Wo Bücher brennen, weil das Wissen daraus einer weltlichen oder kirchlichen Macht und Ideologie gefährlich wird, brennen auch Menschen!
(Lexikon des Internationalen Films)

Mittwoch, 18.10.2006
Familia Rodanta – Reisen auf Argentinisch
Argentinien 2004, 95 Min., OmU
Regie: Pablo Trapero
Darsteller: Graciana Chironi, Liliana Capuro, Federico Esquerro, Nicolás López
„Eine kunterbunte Familie: Schräge, lustig und melancholisch.“ (Abendblatt)
Eine argentinische Großfamilie auf ihrer Reise im altersschwachen Wohnmobil. Vergnügliches Roadmovie, buntes Familiendrama und gelungene Komödie voll deftigem Humor.
Mit seinem dritten Spielfilm gelang Regisseur Pablo Trapero nicht nur in Argentinien ein großer Erfolg bei Kritik wie Publikum. Graciana Chironi, die die unverwüstliche 84-jährige Emilia spielt, ist im wahren Leben Traperos eigene Großmutter, stand hier zum ersten Mal vor der Kamera und wurde für ihre Leistung sowohl von der Vereinigung der argentinischen Filmkritiker als auch beim Festival von Gijón als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Mittwoch, 25.10.2006
Offside
Iran 2006, 88 Min.
Regie: Jafar Panahi
Darsteller: Sima Mobarak Shahi, Safar Samandar, Shayesteh Irani, M.Kheyrabadi, Ida Sadeghi
„Komödie der Emanzipation, schwerelos und präzise.“ (FAZ)
„Einer der besten, beeindruckendsten Fußballfilme aller Zeiten“ (WELT)
Silberner Bär und Publikumsliebling der Berlinale: Iranische Komödie über weibliche Fußball-Fans, die versuchen, sich während eines Länderspiels ins Teheraner Stadion zu schmuggeln.
Was ist das für ein seltsamer Junge, der da, auf dem Weg ins Stadion, ganz still zwischen all den lautstarken Fußballfans in der Ecke eines Busses sitzt? Sieht man genauer hin, kann man erkennen: Es ist gar kein Junge, sondern ein Mädchen, das sich verkleidet hat. Und sie ist nicht der einzige weibliche Fan – auch im Iran gibt es immer mehr fußballbegeisterte Frauen. Doch bevor das Spiel beginnt, wird sie an einem Kontrollpunkt festgenommen. Dort trifft sie eine ganze Gruppe von Frauen, die sich als Männer verkleidet haben.

Mittwoch, 1.11.2006
37 Uses for a Dead Sheep
GB 2006, 85 Min., Thailand/Japan 2003, 112 Min.
Regie: Ben Hopkins
Die Volksgruppe der Pamir-Kirgisen stammt aus der Pamir-Region in Zentralasien und umfasst heute etwa 2.000 Menschen. Seit 27 Jahren leben die Pamir-Kirgisen im Exil in der Osttürkei, nachdem sie in den letzten 100 Jahren aus dem russischen, dem chinesischen und schließlich dem afghanischen Pamir vertrieben wurden.
 Der Filmemacher Ben Hopkins besuchte die Pamir-Kirgisen 2005 in ihrem Dorf Ulupamir mit einem englisch-türkischen Filmteam. 37 uses for a dead sheep montiert Interviews, Alltagsleben und nachinszenierte Stummfilmszenen aus ihrer Geschichte zu einem mitreissenden Film über ein einzigartiges Volk, dessen Kultur bis heute zwischen geopolitischen Interessen und Globalisierung lebendig geblieben ist. In der selbstironisch dokumentierten Interaktion zwischen Filmteam und Dorfgemeinschaft entpuppt sich 37 uses for a dead sheep nicht zuletzt als überraschende Komödie über den Prozess des Filmemachens selbst. Ausgezeichnet mit dem Caligari Filmpreis auf der Berlinale 2006.
„Pamirkirgisen? Nie gehört? Dann wird‘s Zeit. Der Brite Ben Hopkins hat inen tollen Dokumentarfilm über das knapp zweitausendköpfige Volk gemacht, das nach einer jahrzehntelangen Odyssee durch halb Asien heute im türkischen Exil lebt.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Mittwoch, 8.11.2006
Kubanisch Reisen (Waiting List)
Kuba/Mexiko/Spanien/Frankreich 1999, 106 Min., OmU
Regie: Juan Carlos Tabío
Darsteller: Vladimir Cruz, Thaimí Alvarino, Jorge Perugorría, Saturnino García, Alina Rodríguez, Antonio Valero, Noel García
Eine Bushaltestelle in einer kubanischen Kleinstadt. Dutzende von Reisenden warten ungeduldig auf die Reparatur des klapprigen Gefährts an der Busstation. Während des Wartens hofft jeder von ihnen darauf, noch einen Platz in den vorbeikommenden Bussen zu ergattern. Aber alle Busse sind überfüllt. Als der gerade reparierte Bus wegen einer weiteren Panne erneut liegen bleibt, bricht das Chaos aus: Die Reisenden sind gezwungen, die Nacht oder vielleicht sogar die nächsten Tage gemeinsam in der dörflichen Einöde zu verbringen. In dieser außergewöhnlichen Situation erfahren die Menschen nicht nur viel über sich selbst, sie erkennen auch, dass mit Großmut und Solidarität selbst die schwierigsten Situationen zu meistern sind.
Lebensfreude und Traurigkeit, Wut, Witz und Widerstandskraft liegen in Kubanisch Reisen dicht nebeneinander.

Mittwoch, 15.11.2006
Nicotina
Mexiko 2003, 93 Min.
Regie: Hugo Rodríguez
Darsteller: Diego Luna, Daniel Giménez Cacho, Lucas Crespi, Jesús Ochoa, Carmen Madrid, Marta Belaustegui
Eine ziemlich schräge Geschichte, die sich der Mexikaner Hugo Rodríguez da ausgedacht hat: Alles läuft in Echtzeit ab, das heißt, der fantastisch montierte Film dauert fast genauso lange wie seine Handlung.
Nicotina handelt von neun Personen, die zufällig in Ereignisse verwickelt werden, die in einer Stadt wie Mexiko City ebenso außergewöhnlich wie glaubwürdig sind. Auslöser einer durchaus tödlichen Kettenreaktion ist ein verklemmter Computerhacker, der für eine Gangster-Organisation Schweizer Bankkonten ausspioniert. Weil er gleichzeitig auch seiner schönen Nachbarin in deren Wohnung mit Kameras und Mikrofonen nachstellt, kommt es zu einer Serie von Ereignissen, die für zwei Kleinganoven, einen dicken Russenmafioso, eine geldgierige Friseuse, einen gereizten Apotheker, seine frustrierte Frau und einen begriffsstutzigen Polizisten fatale Folgen hat.
Mexiko 2004: 6 Ariel Auszeichnungen (Bestes Drehbuch, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Darsteller, Beste Darstellerin, Bester Nebendarsteller)
Miami International Film Festival 2004: Großer Jurypreis, Bester ibero-amerikanischer Spielfilm
Mexico Cinema Journalists 2004: Bester Film

Mittwoch, 22.11.2006
Schiffe aus Wassermelonen
Türkei 2004, 97 Min.
Regie und Buch: Ahmet Uluçay
Ein endloser Sommer in den Sechziger Jahren. Eine abgelegene anatolische Kleinstadt, in der die Zeit stillzustehen scheint. Recep und Mehmet: zwei Jungs voller Tatendrang. Zwei, die sich aus der Enge ihrer Umgebung wegträumen. Ihre ganze Leidenschaft gilt dem Kino. Ein liebenswürdiger, romantischer Film, der mit seiner autobiografischen Geschichte die Zuschauer verzaubern wird. Eine Art türkisches Cinema Paradiso.
Basierend auf seinen eigenen Kindheitserlebnissen erzählt der Autor Ahmet Uluçay die charmante und heitere Coming-of-Age-Geschichte der beiden Freunde Recep und Mehmet.
cologne conference 2005: Bester Spielfilm
Istanbul International Film Festival 2004: Bester Film

Mittwoch, 29.11.2006
Taxi Driver
USA 1975, 114 Min., FSK: 18
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Paul Schrader
Darsteller: Robert De Niro, Peter Boyle, Cybill Sheperd, Jodie Foster, Harvey Keitel
Robert De Niro als einzelgängerischer Taxifahrer in New York, von seinem Lebensmilieu zugleich fasziniert und abgestoßen, steigert sich in einen missionarischen Wahn, etwas gegen die Flut von Schmutz und Gewalt in der Stadt unternehmen zu müssen – und beginnt, selbst schwer bewaffnet, seinen tragischen Kreuzzug durch die nächtlichen Straßen.
Eines der repräsentativen Werke des Hollywoodkinos der siebziger Jahre; ein Thriller, der intensive Wirklichkeitsbeobachtung mit den mythischen Qualitäten des traditionellen Genrefilms verbindet. (Lexikon des internationalen Films)

Mittwoch, 6.12.2006
Beitrag zum Welt-AIDS-Tag in Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Unterland
Relax, it's just Sex
USA 1998, 110 Min., FSK: 16
Regie: P.J. Castellaneta
Darsteller: Jennifer Tilly, Mitchell Anderson
Eine Clique großstädtischer Thirtysomethings in Los Angeles auf der Suche nach dem „queeren“ Glück: Singles und Paare, Einsame und Verlassene, Betrüger und Betrogene, Zyniker, Romantiker und gläubige Christen.
Relax, it's just Sex mischt mit großer Leichtigkeit die verschiedenen Handlungsstränge und meistert spielerisch die Gratwanderung zwischen ungeheuer witziger Komödie und intensivem Drama. Der Film lebt von komplexen Figuren, messerscharfen Dialogen und herausragenden Darstellern.

Mittwoch, 13.12.2006
Tsotsi
Südafrika 2005, 95 Min., OmU
Regie: Gavin Hood
Darsteller: Ian Roberts, Terry Pheto, Kenneth Nkosi, Mothusi Magano, Zenzo Ngqobe, Presley Chweneyagae, Israel Makoe
Als erster Film aus Afrika wurde das Gangsterdrama Tsotsi mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. In einem Ghetto am Rand von Johannesburg lebt der 19-jährige Tsotsi in den Tag hinein. Der Anführer einer kleinen Gangsterbande ist der coole und für seine Brutalität gefürchtete Held des Viertels. Eines Abends sieht er sich drastisch mit den Folgen seiner Gewalttätigkeit konfrontiert: In einem noblen Vorort schießt er auf eine Frau, stiehlt deren Auto und flüchtet mit Höchstgeschwindigkeit, als er plötzlich auf dem Rücksitz ein neugeborenes Baby bemerkt. Es zurücklassen, das bringt selbst er nicht fertig, doch seine harte Gangsterpersönlichkeit mit den Aufgaben eines Vaters in Einklang zu bringen, stellt ihn vor Probleme, wie er sie noch nie hatte. Und das vor allem, weil sie nicht mit Gewalt zu lösen sind. Allein bei der jungen Mutter Miriam, die er zunächst mit vorgehaltener Pistole zum Stillen „seines“ Kindes zwingt, die dann aber zu einem ruhenden Pol seines Lebens wird, findet Tsotsi für wenige Momente zur Besinnung.
Eine atemberaubende Story, voller Adrenalin, erzählt zu den stampfenden Sounds des „Kwaito“, der Musik der Ghettokids von Johannesburg: Das ist Tsotsi. Die Geschichte eines blutjungen Gangsters, den man hassen möchte, für den man aber am Ende Tränen vergießt. Ein flammendes Plädoyer für Liebe und Friedfertigkeit und gegen den Hass.

Mittwoch, 20.12.2006
Zimt und Koriander (A Touch of Spice)
Griechenland/Türkei 2004, 108 Min.
Regie: Tassos Boulmetis
Darsteller: Georges Corraface, Ieroklis Michaelidis, Renia Louizidou, Basak Köklükaya, Tassos Bandis
„Damit es interessant bleibt, braucht das Leben ein bisschen Würze – wie das Essen“: Zimt und Koriander ist eine sinnliche, bitter-süße Komödie über den Verlust von Heimat, Freundschaft und Liebe und darüber, wie das Kochen wertvolle Lektionen über das Leben lehren kann.
Zimt und Koriander hat acht griechische Filmpreise gewonnen, nämlich für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Kamera, den besten Schnitt, den besten Ton, die beste Musik und die beste Ausstattung. Darüber hinaus erhielt er beim Filmfestival von Thessaloniki den Publikumspreis. Und er wurde als offizieller Beitrag Griechenlands für den Oscar als bester ausländischer Film 2005 ausgewählt.

Mittwoch, 27.12.2006
Requiem
D 2006, 93 Min., FSK: 12
Regie: Hans-Christian Schmid
Drehbuch: Bernd Lange
Darsteller: Irene Kugler, Imogen Kogge, Johann Adam Oest, Burghart Klaußner, Sandra Hüller, Friederike Adolph
Anfang der 70er Jahre. Die junge Michaela Klingler verlässt ihr streng katholisches Elternhaus, um ein Studium zu beginnen. Glücklich genießt sie die ersten Schritte in der neuen Freiheit. Doch Michaela wird von ihrer Vergangenheit eingeholt: Sie hat immer öfter mit Wahnvorstellungen zu kämpfen, hört Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. Schließlich begibt sie sich in die Obhut eines jungen Priesters und stimmt einem Exorzismus zu.
Mit Requiem ist Regisseur Hans-Christian Schmid (23, Crazy, Nach 5 im Urwald) ein Film von großer emotionaler Wucht gelungen. Wie schon bei seinem Thriller 23 erzählt Schmid in Requiem nach einer wahren Begebenheit.
Sandra Hüller wurde auf den 56. Internationalen Filmfestspielen Berlin als „Beste Darstellerin“ mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Weitere Auszeichnungen:
Bayerischer Filmpreis 2005 für Sandra Hüller
Fipresci-Preis (Internationaler Verband der Filmkritiker) „Bester Film“
Deutscher Filmpreis 2006: Deutscher Filmpreis in Silber, Sandra Hüller als „Beste Hauptdarstellerin“, Imogen Kogge als „Beste Nebendarstellerin“, „Bestes Kostümbild“ und „Beste Tongestaltung“


Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im „CinemaxX“ im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter „www.cinemaxx.de“.

Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".

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