Unser Programm Juli - September 2005: Schwerpunkt "Sommerkino"

Mittwoch, 6.7.2005
Kontroll
Ungarn 2003, 110 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Nimród Antal
Darsteller: György Cserhalmi, Sándor Csányi, Zoltán Mucsi, Csaba Pindroch, Sándor Badár, Zsolt Nagy, Bence Mátyási
Eine Action-Thriller-Komödie aus Ungarn, der als Eröffnungsfilm des Fantasy-Festivals Publikum und Presse verblüffte und begeisterte.
Unüberschaubare Labyrinthe – verwinkelt, finster, eng, verdreckt. Die Tiefen großstädtischer U-Bahn-Systeme, durch deren Adern die Menschen zu Millionen gepumpt werden, als Sinnbild für den Moloch Zivilisation. Seitdem Orson Welles in THE THIRD MAN durch das Wiener Kanalsystem gejagt wurde, kann man sich eine bessere Kulisse für Kino kaum wünschen.
Handfestes und Metaphysisches, die Jagd nach einem Mörder und die Erlösung eines Verlorenen, alles nahtlos verwoben in einem Film, der als Actionfilm überzeugt und als Satire mitreißt
Bulcsú hat sich für das Leben im Labyrinth entschieden. Tag und Nacht schleicht er durch die Gänge des U-Bahnnetzes, fährt Zug von früh bis spät und packt mit seiner Truppe den härtesten, undankbarsten Job der Welt an: die Fahrkartenkontrolle.
Seine Kollegen und er werden angepöbelt, angespuckt, angebrüllt. Wer einmal U-Bahnkontrolleur geworden ist, der ist fortan untauglich für die Welt an der Oberfläche.
Unter der Erde ist die Welt aber auch nicht einfacher zu meistern. Bootsie der flinkste Schwarzfahrer der Stadt, narrt die Kartenkontrolleure jeden Tag aufs Neue. Die Rivalen aus den anderen Kontrolltrupps feinden sie dauerhaft an.
Und ein mysteriöser Killer, der immer wieder unschuldige Fahrgäste vor einfahrende Züge stößt, verbreitet Angst und Schrecken.
Ausgerechnet Bulczu ist es, der hier Gefahr läuft, den Verstand zu verlieren, nachdem er das U-Bahn-System seit Jahren nicht mehr verlassen hat. Er ist verlorene Seele und guter Engel zugleich, geplagt von Albträumen und effektiv umgesetzten Visionen, immer in der Hoffnung, von der reizenden Szofi errettet zu werden.

Mittwoch, 13.7.2005
Väter
Deutschland 2002, 103 Min., FSK:12
Regie: Dani Levy
Drehbuch: Dani Levy, Rona Munro
Darsteller: Christiane Paul, Maria Schrader, Rolf Zacher
Die Familie, die Dani Levy hier zeigt – Maria Schrader als Mutter, Sebastian Blomberg als Vater und Ezra Valentin Lenz als 6-jähriger Sohn – steht exemplarisch für die deutsche Durchschnittsfamilie. Die Familie ist die letzte Bastion der alten Werteordnung, aber sie steht nur noch wackelig und ist am Bröckeln. Die alte Ordnung gilt zwar nicht mehr – Väter wollen nicht mehr nur Ernährer sein, Frauen nicht Hausmütterchen, aber eine neue Ordnung ist noch nicht gefunden. Empirisch ist es so, dass der Großteil junger Eltern sich mehr Gleichberechtigung bei der Kindererziehung wünscht, aber fast alle nach der Geburt des Kindes in die alten Muster zurückfallen. Warum? Weil es einfacher ist auf Altbekanntes zurückzugreifen, als Neues auszuprobieren und Teilzeitarbeit für Männer noch ein absolutes Fremdwort ist. Gleichberechtigung existiert bisher höchstens theoretisch, praktisch aber kracht es – und das schildert „Väter“ auf sehr eindrückliche Weise.

Mittwoch, 20.7.2005
The Isle (SEOM)
Südkorea 2000, 82 Min.
Regie und Buch: Kim Ki-Duk
Darsteller: Seoh Jung, Kim Yu-Seok, Park Sung-Hee
Der Südkoreaner Kim Ki-Duk gehört wie viele seiner asiatischen Kollegen zu den Entdeckungen internationaler Filmfestivals, ohne die seinem Psychodrama niemals ein Kinostart in Deutschland ermöglicht worden wäre. Der 41jährige Regisseur erzählt in stillen Bildern von einer Hassliebe mit (Angel)Haken.
Gerüchte um das zur Selbstverstümmelung im tragischen Höhepunkt eingesetzte Fischfanggerät erweisen sich wie so oft als weit schrecklicher, als die Bilder letztlich sind. Dennoch ist das Horror, wie er nicht realistischer und nachfühlbarer sein könnte.
Ki-Duk weilt in wunerschönen, langen Einstellungen auf der glatten Oberfläche des Sees, das ihm überdeutlich als Spiegelbild der Seele seiner zwei Hauptfiguren dient. Neben der Lebensnähe, die er ohne jede Übertreibung schildert, haftet den Protagonisten etwas Surreales, als entstammten sie einem (Alp)traum an.
In dem malerischen Stil verschwimmen alle Konturen im Nebel, so dass sich auf den inselartigen Hausbooten die Beklemmung eines Kammerspiels aufbauen kann.

Mittwoch, 27.7.2005
Buena Vista Social Club
USA/Deutschland 1999, 105 Min.
Regie und Buch: Wim Wenders
Wim Wenders stellt uns in diesem Film Musiklegenden aus Kuba vor. Er zeigt uns Momentaufnahmen aus Havanna, der Stadt, die man sich ohne die sie umgebenden Rhythmen kaum vorstellen kann. Daher genießen die bekannten kubanischen Musiker einen besonderen Status in ihrem Land. Sie vermitteln nicht nur das Lebensgefühl einer Nation, sondern das des gesamten pulsierenden Lebens des Süden, in dem die Menschen eine Liebe teilen: die Musik.
Der bekannte amerikanische Komponist und Gitarrist Ry Cooder hat diese kubanischen Musiklegenden, unter ihnen Compay Segundo (Gesang, Gitarre), Rubén González (Piano), Ibrahim Ferrer (Bariton), Omara Portuondo und Eliades Ochoa (Gitarre) für ein einmaliges Musikprojekt gewinnen können: „Buena Vista Socal Club“. Das Album „Ry Cooder and the Buena Vista Social Club“ avancierte zum internationalen Überraschungshit und wurde mit dem Grammy ausgezeichnet. Seit der Erstveröffentlichung wurde es über drei Millionen mal verkauft.
Ry Cooders langjähriger Freund Wim Wenders hat den legendären kubanischen Soneros nun ein filmisches Denkmal gesetzt. Über mehrere Monate hinweg begleitete er die Musiker mit einem kleinen Filmteam in Kuba und während der einzigen Konzerte, die der „Buena Vista Socal Club“ jemals gegeben hat: im April 1998 in Amsterdam und im Juli 1998 in New York.

Mittwoch, 3.8.2005
Kitchen Stories (SALMER FRA KJOKKENET)
Norwegen/Schweden 2003, 92 Min.
Regie: Bent Hamer
Drehbuch: Bent Hamer, Jürgen Bergmark
Darsteller: Björn Floberg, Reine Brynolfsson
Es lebe der Humor unserer nordischen Nachbarn! Deutsche Kinobesucher haben in den vergangenen Jahren die Komödien aus Skandinavien lieben gelernt. „Kitchen Stories“ wird diese Liebe warm halten! Eine kluge und witzige Geschichte, die einem lang nach dem Kinobesuch ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Wer hätte das gedacht? Schwedische Forscher haben in den 50er Jahren herausgefunden, dass eine durchschnittliche, schwedische Hausfrau im Laufe eines Kochjahres die Strecke Schweden–Kongo zurücklegt – und zwar ausschließlich durch Hin-und-Her-Getrippel zwischen Kühlschrank, Pfanne und Abwaschbecken. Das muss zu optimieren sein, dachten sich die Forscher und entwarfen eine Küche, die so angeordnet ist, dass die Frauen nur noch bis Norditalien laufen mussten um ihren Küchenpflichten nachzukommen.
Von diesem Erfolg beflügelt, sucht das Institut nun nach einer neuen Herausforderung. Diesmal sollen verlässliche Daten über eine weitere Zielgruppe eingeholt werden: Den männlichen Junggesellen! Zu diesem Zweck werden 18 Beobachter in das kleine Dorf Landstad in Norwegen geschickt, um an freiwilligen Probanden deren Küchenroutine zu studieren.


Mittwoch, 10.8.2005
Laurel Canyon
USA 2003, 103 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Lisa Cholodenko
Darsteller: Frances McDormand, Christian Bale, Kate Beckinsale, Natascha McElhone, Alessandro Nivola
Laurel Canyon: So heißt die Straße, die durch das Herz der Hollywood Hills in Los Angeles führt und zu deren Anwohnern seit Jahrzehnten hauptsächlich Musiker und andere kreative Bohemiens gehören. Ausgerechnet hierher, ins Haus von Sams Mutter Jane, einer bekannten und leicht in die Jahre gekommenen Plattenproduzentin, zieht es den grundsoliden Harvard-Absolventen Sam und seine Verlobte Alex. Jedoch hängt in der leer erwarteten Villa nicht nur Mama, sondern auch eine Schar bekiffter Musiker herum. Wie in der Satire „Invasion der Barbaren“ konfrontieren sich auch hier die Generationen unter umgekehrtem Vorzeichen: Jungmediziner Sam rebelliert durch makellose Angepasstheit gegen seine Hippie-Mutter.
Frances McDormand als Herz des Filmes verkörpert einen so ungewöhnlichen, charismatischen Typus, dass man sich das Ganze gern ein weiteres Mal ansehen würde.

Mittwoch, 17.8.2005
Die Kinder des Monsieur Mathieu (LES CHORISTES)
Frankreich/Schweiz 2004, 95 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Christophe Barratier
Darsteller: François Berléand, Jacques Perrin, Didier Flamand, Gérard Jugnot, Kad Merad, Jean-Baptiste Maunier
Frankreich, 1949. Der arbeitslose Musiker Clément Mathieu (Gérard Jugnot) bekommt eine Anstellung als Erzieher in einem Internat für schwer erziehbare Jungen. Von der Härte des Schulalltags und nicht zuletzt von den ebenso eisernen wie ergebnislosen Erziehungsmethoden des Vorstehers Rachin (François Berléand) betroffen, beginnt er, mit dem Zauber und der Kraft der Musik in das Dasein der Schüler einzugreifen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten und erheblichem Widerstand durch Rachin gelingt dem begeisterten Musiker und einfühlsamen Pädagogen das kleine Wunder, das Vertrauen seiner Schützlinge zu gewinnen. Mit seinen Stücken, die Monsieur Mathieu nachts selbst schreibt, gibt er den Jungen ein Stück unbeschwerter Kindheit zurück.

Mittwoch, 24.8.2005
Farland
Deutschland 2004, 90 Min.
Regie: Michael Klier
Drehbuch: Michael Klier, Undine Damköhler
Darsteller: Laura Tonke, Richy Müller, Fabian Busch
Ein Auto kommt vom Weg ab und überschlägt sich. Eine junge Frau und ein junger Mann landen schwer verletzt in der Klinik. Dort begegnen sich Axel (Richy Müller), der am Bett seines Sohnes wacht, und Karla (Laura Tonke), die auf ein Lebenszeichen ihrer Schwester wartet.
Während in der Intensivstation das Leben stillzustehen scheint, lassen sich Karla und Axel wieder auf ihr eigenes Leben ein. Und ganz allmählich entwickelt sich daraus eine zarte Liebesgeschichte.
In seinem vierten Spielfilm „Farland“ erzählt Michael Klier von Menschen zwischen Heimkehr und Aufbruch, von emotionalem Stillstand und entwurzeltem Lebensgefühl. Wie in „Überall ist es besser wo wir nicht sind“, „Ostkreuz“ und „Heidi M.“ ist auch diese Geschichte in einem Grenzland angesiedelt, wo die alten Formen schon aufgebrochen sind, ohne zu neuen gefunden zu haben. Kliers präzise Beobachtungen und der zärtliche Blick auf seine Helden verdichten sich zu einem Film von unaufdringlicher Wahrhaftigkeit. „Farland“ ist ein Stück junger deutscher Gegenwart und weist Michael Klier als einen der wichtigsten deutschen Regisseure unserer Zeit aus.

Mittwoch, 31.8.2005
Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ... Frühling (BOM, YEOREUM, GAEUL, GYEOWOOL, GEURIGO, BOM)
Südkorea/Deutschland 2003, 103 Min.
Regie und Buch: Kim Ki-Duk
Darsteller: Kim Ki-Duk, Oh Young-Su, Kim Young-Min
Niemand ist immun gegen die Mächte der wechselnden Jahreszeiten und des jährlich wiederkehrenden Zyklus von Geburt, Wachstum und Verfall.
Auch nicht der alte Mönch und sein Schüler, die sich eine Einsiedelei teilen, welche inmitten eines von Bergen umgebenen Sees liegt. Während um sie herum die Jahreszeiten ihren Lauf nehmen, ist jede Lebensphase der beiden Mönche von einer Intensität durchdrungen, die sie zu einer tieferen Spiritualität führt – und in eine Tragödie. Denn auch ihnen ist es nicht möglich, sich dem Strudel des Lebens zu entziehen, den Begierden, dem Leiden und den Leidenschaften, die von uns allen Besitz ergreifen.
Unter dem wachsamen Auge des alten Mönches macht der junge Mönch die schmerzliche Erfahrung des Verlustes seiner Unschuld.
Genauso wie die Jahreszeiten bis ans Ende der Welt unaufhaltsam aufeinander folgen, so wird auch die Einsiedelei immer wieder die Heimat des Geistes sein, der zwischen dem Jetzt und der Ewigkeit steht.

Mittwoch, 7.9.2005
In Zusammenarbeit mit den Städtischen Museen Heilbronn
Fellinis Satyricon (SATYRICON)
Italien 1969, 129 Min., FSK: 18
Regie: Federico Fellini
Drehbuch nach einem Roman von Titus Petronius Arbiter
Darsteller: Martin Potter, Hiram Keller, Max Born
In freier Bearbeitung des antiken Roman-Fragments von Petronius beschreibt Fellini die erotischen Abenteuer zweier Jünglinge in der dekadenten römischen Gesellschaft zur Zeit Neros. Ein opulenter, mit Monstrositäten und Kuriositäten versehener Bilderbogen, eine Art revueartige Komposition grotesker Einzelauftritte. Fellini zeigt sich zugleich indigniert und fasziniert von den bunt schillernden Verfallsymptomen einer hedonistischen Epoche, die er als Keimzelle der modernen Zivilisation interpretiert. Die stilistische Künstlichkeit der Dekorationen und Masken ermöglicht dem Zuschauer ebenso den kulinarischen Genuss wie die kritische Distanz.

Mittwoch, 14.9.2005
Samaria
Südkorea 2004, 95 Min., FSK: 16
Regie und Buch: Kim Ki-Duk
Darsteller: Lee Uhl, Ji-min Kwak, Min-jeong Seo
Yeo-Jin, noch keine zwanzig, lebt mit ihrem verwitweten Vater zusammen. Ihre beste Freundin Jae-Young arbeitet als Prostituierte. Yeo-Jin ist so etwas wie ihre Managerin – sie hat ein Auge auf ihre Kunden und ihre Einnahmen. Als sich Jae-Young in einen Freier verliebt und ein Abendessen zu dritt verabredet, reagiert Yeo-Jin sehr verärgert auf diese Intimität, Jae-Young sagt daraufhin die Verabredung ab.
Kurz darauf unterläuft Yeo-Jin ein verhängnisvoller Fehler. Wie üblich steht sie Schmiere, als Jae-Young mit einem Mann im Motel verschwindet. Doch diesmal übersieht sie die Polizisten, die nach minderjährigen Prostituierten fahnden. Um nicht von ihnen geschnappt zu werden, springt Jae-Young aus dem Fenster und verletzt sich dabei schwer. Auf dem Sterbebett bittet sie Yeo-Jin, den Mann herbeizuholen, mit dem sie zum Essen verabredet waren. Nach kurzem Zögern willigt Yeo-Jin ein, doch der Mann will Jae-Young nicht sehen – es sei denn, Yeo-Jin ginge mit ihm ins Bett. Ihrer Freundin zuliebe tut sie es. Doch als die zwei im Krankenhaus eintreffen ist Jae-Young schon tot.
Von nun an trifft sich Yeo-Jin mit allen ehemaligen Freiern ihrer Freundin und schläft mit ihnen. Verdienen will sie dabei nicht, im Gegenteil: Sie gibt ihnen ihr Geld zurück. Eines Tages kommt Yeo-Jins Vater hinter das Doppelleben seiner Tochter. In seiner Wut beginnt er, sich an ihren Freiern zu rächen. Bis er einmal zu hart zuschlägt.

Mittwoch, 21.9.2005
Das Mädchen mit dem Perlenohrring (GIRL WITH A PEARL EARRING)
GB/Luxemburg 2003, 95 Min., FSK: 6
Regie: Peter Webber
Drehbuch: Tracy Chevalier, Olivia Hetreed
Darsteller: Scarlett Johansson, Tom Wilkinson, Colin Firth
„Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ gehört zu den berühmtesten Werken des niederländischen Malers Jan Vermeer (1632 – 1675). Auf beeindruckende Weise ist der Gesichtsausdruck des porträtierten Mädchens zugleich melancholisch und glücklich. Ihr silberner Perlenohrring zieht die Blicke magisch an. Tracy Chevalier inspirierte das Gemälde zu einem fiktiven Roman, der jetzt von Peter Webber in einer britisch-luxemburgischen Koproduktion für die Leinwand adaptiert wurde.
Über das wahre Leben von Jan Vermeer sind nur wenige Bruchstücke bekannt. Das bietet Raum für Spekulationen und erdachte Legenden, ohne seine Biografie arg zu verfälschen. Diesen Umstand nutzt die Literaturverfilmung „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ auf beeindruckende Weise. Die bezaubernde Geschichte um Griet und Vermeer porträtiert höchst eindringlich die Lebensumstände der damaligen Ständegesellschaft.
Jungstar Scarlett Johansson spielt die junge Magd mit schüchterner Zurückhaltung. Nach „Lost in Translation“ liefert die 19-Jährige in diesem Film eine weitere Glanzleistung ab.
Neben Johansson beeindruckt diese Literaturverfilmung aber auch durch ihre detailgetreue Ausstattung und malerischen Bilder. Wenn Griet mit einem befreundeten Schlachtersohn entlang der vielen Grachten lustwandelt, könnte jede Einzelaufnahme für sich genommen bereits ein glänzendes Gemälde abgeben. Der portugiesische Kameramann Eduardo Serra hat großartige Arbeit geleistet.
„Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ ist ein wundervoller Film über die Lebensumstände, die Liebe und die Kunst im 17. Jahrhundert.


Mittwoch, 28.9.2005
De-lovely - Die Cole Porter Story (DE-LOVELY)
USA 2004, 126 Min.
Regie: Irwin Winkler
Drehbuch: Jay Cocks
Darsteller: Kevin Kline, Kevin McKidd, Jonathan Pryce, Ashley Judd, Allan Corduner
New York 1964. Cole Porter (Kevin Kline) ist einer der Könige des Broadway-Musicals, einer der berühmtesten Songwriter Amerikas, doch ein glücklicher Mann ist er nicht mehr. Melancholisch am Piano in seinem Appartement sitzend, tritt der 73-jährige eine Reise in seine Erinnerungen an, in eine Zeit, in der alles möglich war.
In Paris, an der Schwelle zu den Roaring Twenties, begegnet der aufstrebende Komponist Linda (Ashley Judd). Sie wird die Muse und die Liebe seines Lebens, aber auch der Mensch, der in der gemeinsamen Ehe die größten Opfer bringt. Denn der Erfolg Cole Porters hat viele Begleiter – viele Männer, die auf den nicht endenden Partys und Premieren seinem Witz und Charme erliegen.
Regisseur Irvin Winkler, der insgesamt 45-mal für den Oscar nominiert war, hat sich Porters Leben vorgenommen und daraus einen sehr sehenswerten Musikfilm gemacht, bei dem sich auch die musikalischen Highlights die Klinke in die Hand geben. Neben Robbie Williams treten unter anderem Mick Hucknall, Sheryl Crow, Elvis Costello, Diana Krall und Alanis Morisette auf und interpretieren die unvergesslichen Songs von Porter.
De-Lovely ist kein authentische Biografie, sondern eher eine Hommage an den Komponisten und unverbesserlichen Romantiker Cole Porter mit bewusst traumhaften und fantastischen Elementen. Irvin Winkler versteht es, ein komplexes Bild des Charakters und der Person Porters zu zeichnen und zugleich durch Bilderreichtum und mitreißende Musik zu begeistern.


Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im „CinemaxX“ im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter „www.cinemaxx.de“.

Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".

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