Unser Programm April - Juni 2009


Liebe Besucher des KoKi,
zu unserem großen Bedauern haben wir uns entschließen müssen, die Eintrittspreise zu unseren Vorstellungen den Gegebenheiten der realen Welt (in der wir Filmfreunde uns ja so ungern aufhalten) anzupassen. Nach 7 1/2 Jahren konstanter Preise erschien uns eine Anhebung auf 5 € vertretbar – angesichts stetig steigender Ausgaben und gleichbleibender Einnahmen. Wir hoffen sehr auf Ihr Verständnis und weitere zahlreiche Besuche im KoKi. Zur Versöhnung präsentieren wir Ihnen am 20. April Michael Verhoevens neuen Film, den er bei seinem nunmehr zweiten Besuch im Kommunalen Kino Heilbronn selbst vorstellen wird.

Montag, 6. April 2009
Alles für meinen Vater (Shabat Shalom Maradona)
Israel/D 2008, 96 Min., FSK 12
Regie: Dror Zahavi
Drehbuch: Ido Fror, Yonatan Dror
Darsteller: Shredy Jabarin, Hili Yalon, Shlomo Vishinski
Der junge Palästinenser Tarek sieht keinen anderen Ausweg, als mit einem Selbstmordattentat mitten auf dem Markt von Tel Aviv die Ehre seines Vaters zu retten. Doch die Selbstzündung misslingt. So gewinnt er zwei Tage Lebenszeit, in denen er die jüdische Kultur und die unterschiedlichsten Menschen kennen lernt. Er rettet die selbstmordgefährdete Frau des störrischen Elektrohändlers Katz und verliebt sich in die wunderschöne wie wütende Jüdin Keren. Obwohl Tarek und Keren mit ihren eigenen Geschichten beschäftigt sind, bahnt sich die Liebe ihren Weg. In Tel Aviv beginnen zwei Tage voller Hoffnung und der Ahnung eines Neubeginns...
„Alles für meinen Vater“ ist das Kinodebüt von Dror Zahavi. Er erzählt seine berührende Geschichte mit atmosphärischen und frischen Bildern, die das alltägliche Leben Tel Avivs in den Mittelpunkt stellen. Die deutsch-israelische Koproduktion gewann den Publikumspreis des Internationalen Film Festivals Moskau und ist in sieben Kategorien für den israelischen Filmpreis nominiert. Derzeit verfilmt der Regisseur die Autobiografie von Marcel-Reich Ranicki.
(www.allesfuermeinenvater.de)


Montag, 13. April 2009
El baño del Papa – Das große Geschäft
Uruguay 2007, 98 Min, FSK: keine Angabe, OmU
Regie und Buch: Enrique Fernández, César Charlone
Darsteller: César Troncoso, Virginia Méndez, Virginia Ruiz, Mario Silva, Henry de Léon
Beto lebt mit Frau und Tochter in dem verschlafenen Städtchen Melo im Nordosten Uruguays. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit waghalsigen Schmuggeltouren per Fahrrad über die brasilianische Grenze. Eines Tages gerät ganz Melo aus dem Häuschen. Papst Johannes Paul II. hat seinen Besuch angesagt und will seine Uruguay-Tournee ausgerechnet in dieser kleinen Stadt beginnen. Mehr als 50.000 Menschen würden zu diesem Ereignis erwartet, wissen die Medien zu berichten. Das dürfte nicht nur der Seele gut tun, da ist auch ein großes Geschäft zu machen. Fortan haben die Einwohner von Melo nur noch eines im Sinn: der riesigen Volksmenge, die den Papst empfangen wird, Sandwichs und Getränke zu verkaufen.
Eine wahre Geschichte über Träume, die in einer globalisierten Welt von Medien gemacht und geschürt werden. Berührend, humorvoll und tragikomisch. Der Papstbesuch, der Ausgangspunkt der Handlung ist, hat 1988 in Melo tatsächlich stattgefunden.
„Die beiden Regisseure beschreiben mit Finesse und authentischen Bildern den Alltag in der lateinamerikanischen Kleinstadt; Enrique Fernández stammt selber aus Melo, die meisten der Darsteller sind Laien. Gleichzeitig reflektiert der Film über die Macht der Fernsehbilder, die in dieser Geschichte weit stärker sind als jene der Kirche. So ist diese stille Komödie mehr als nur ein kritischer Blick auf das „Großereignis Papstbesuch“. Die Regisseure präsentieren neben dem Sehvergnügen auch eine überzeugende „filmische Option für die Armen.“ Mediendienst, Schweiz
„El baño del Papa“ wurde auf mehreren internationalen Festivals ausgezeichnet und war 2008 der offizielle Oscar-Beitrag aus Uruguay.
(www.kairosfilm.de)

Regisseur und Autor Michael Verhoeven zu Besuch im Kommunalen Kino Heilbronn:
Montag, 20. April 2009
Menschliches Versagen
D 2008, 90 Min., FSK: 0
Regie: Michael Verhoeven
Drehbuch: Michael Verhoeven, Luise Lindemaier
Arisierung – unter diesem Begriff ordneten bislang viele Enteignungen jüdischen Eigentums in Rahmen von Großkonzernen ein. Mit welcher Akribie die deutsche Bürokratie jedoch jeden jüdischen Bürger systematisch bis auf die letzten Wertgegenstände, ja bis auf das letzte Hemd beraubte, war bislang nicht bekannt. Erst vor sechs Jahren konnten von Historikern Akten bei Finanzbehörden ausfindig gemacht werden, die das ganze Ausmaß deutlich werden ließen. Der enteignete Besitz wurde anschließend im großen Stil versteigert. Deutsche Beamte haben über alle Verfahren ordentlich Buch geführt und so werden Steuerakten plötzlich zu Zeugnissen ganzer Lebensbiographien – vom deutschen Steuergeheimnis bislang wohl behütet. Michael Verhoeven wagt mit seiner Dokumentation, entlang der bislang bekannten Fakten, eine erste Spurensuche in diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte.

Montag, 27. April 2009
Waltz With Bashir
Israel/F/D 2008,87 Min.,
Regie und Buch: Ari Folman
Basierend auf realen Interviews und Ereignissen, ist „Waltz With Bashir“ der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Regisseur, Autor und Produzent Ari Folman hat die Reise in seine Vergangenheit – eine Reise in die Jugendkultur der 80er Jahre und das West Beirut während des ersten Libanonkrieges – auf fantastische und packende Art visualisiert.
Die israelisch-deutsch-französische Koproduktion feierte ihre umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele in Cannes. „Waltz With Bashir“ ist ein filmisches Ereignis ersten Ranges.
(www.waltz-with-bashir.pandorafilm.de)

Montag 4. Mai 2009
Brügge sehen... und sterben? (In Bruges)
GB/B 2008, 107 Min., FSK: 16
Regie und Buch: Marin McDonagh
Darsteller: Ralph Fiennes, Ciarán Hinds, Brendan Gleeson, Jeremie Renier, Colin Farrell, Thekla Reuten
Urlaub haben sie sich verdient, so viel ist klar. Zwar ist der letzte Auftrag in London nicht ganz nach Plan verlaufen, doch gerade deswegen können Ray und Ken ein wenig Ruhe ganz gut gebrauchen. Aber ausgerechnet in Brügge?
Dort sitzen die beiden Auftragskiller zwischen malerischen Kanälen und mittelalterlichen Kirchen und warten tagelang auf einen Anruf ihres Bosses Harry.
Gleich für seinen ersten Kurzfilm „Six Shooter“ wurde Martin McDonagh mit dem Oscar ausgezeichnet. Nun gibt der hochtalentierte Regisseur sein äußerst hochkarätig besetztes Spielfilmdebüt. Die schwarze Komödie „Brügge sehen... und sterben?“ war der Eröffnungsfilm beim Sundance Film Festival 2008.
(www.brueggesehenundsterben.de)

Montag, 11. Mai 2009
Max Bill – Das absolute Augenmaß
CH 2008, 85 Min., FSK: 6
Regie und Buch: Erich Schmid
Bauhaus-Schüler, bildender Künstler, Designer, Erbauer und Rektor der Hochschule für Gestaltung in Ulm – Max Bill ist einer der ganz großen, Epoche machenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Doch was steckt hinter den Gestaltungsprinzipien von Max Bill?
In seinem dokumentarischen Porträt „Max Bill – Das absolute Augenmaß“, das zu Bills 100. Geburtstag am 22.12.2008 in die Kinos kam, sucht Regisseur Erich Schmid die Antworten im Spannungsfeld zwischen Kunst und Politik, zwischen kreativer Vision und gesellschaftlicher Verantwortung.
(www.maxbillfilm.ch)

Montag 18. Mai 2009
The Boss of It All (Direktøren for det hele)
DK/S/F 2006, 99 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Lars von Trier
Darsteller: Jens Albinus, Iben Hjejle, Peter Gantzler
Ravn, der Eigentümer einer dänischen IT-Firma, gibt gegenüber seinen Angestellten die Existenz eines in Wirklichkeit von ihm erfundenen Chefs vor, den er für alle unpopulären Entscheidungen verantwortlich macht. Als die Firma an den isländischen Investor Finnur – dargestellt vom bekannten isländischen Regisseur Fridrik Thór Fridriksson – verkauft werden soll, besteht dieser darauf, „The Boss of It All“ auch persönlich zu treffen.
Daraufhin engagiert Ravn den Schauspieler Kristoffer. Doch der neigt zu einer besonders übertriebenen Darstellung seiner Rolle und gefährdet so Ravns Pläne.
(www.thebossofitall.alphamedia-film.de)

Montag, 25. Mai 2009
Sparrow
Hongkong 2008, 87 Min., FSK: ohne Angabe
Regie und Buch: Johnnie To
Darsteller: Simon Yam, Kelly Lin, Ka-tung Lam
Johnnie To ist einer der produktivsten Regisseure des Hongkong-Kinos, der auch schon mal drei Filme in einem Jahr realisiert. Seine brillant inszenierten Actionszenen, sein Sinn für Situationskomik und seine ausgefeilten Plots haben auch im Westen viele Liebhaber gefunden. Mit „Sparrow“ hat er nun einen für ihn eher ungewöhnlichen Film vorgelegt, eine Art Hommage an die französischen Gaunerkomödien und Hollywood-Musicals der 50er Jahre.
Seine Helden sind vier professionelle Taschendiebe, die in Hongkong als Spatzen bezeichnet werden. Ihre präzise durchchoreografierten Diebstähle auf den Straßen der Stadt wirken wie anmutige Ballettaufführungen. Die Diebe sind Teil eines meisterhaften Ensembles und die vollen Portemonnaies scheinen zu ihren neuen Besitzern förmlich hinüber zu tanzen. Da taucht plötzlich eine geheimnisvolle, schöne Frau auf, die möchte, dass die „Spatzen“ für sie ein wichtiges Dokument stehlen. Keine leichte Aufgabe, da es sich im Besitz des mächtigen Gangsterbosses Mr. Fu befindet.
Johnnie To hat mit „Sparrow“ eine sehr beschwingte und komödiantische Variation seines bevorzugten Themas, der Dynamik von eingespielten Männerbünden, gedreht. Ohne die sonst meist üblichen Schießereien bietet er hier Schadenfreude auf hohem Niveau. (nach Gerhard Midding, epd Film 11/08)

Montag, 1. Juni 2009
Anonyma – Eine Frau in Berlin
D 2008, 131 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Max Färberböck
Darsteller: Nina Hoss, August Diehl, Irm Hermann, Juliane Köhler, Rüdiger Vogler
April 1945. Die Rote Armee marschiert in Berlin ein. In einem halb zerstörten Wohnhaus werden die Frauen Opfer von Vergewaltigungen. Eine von ihnen ist Anonyma, einst Journalistin und Fotografin. In der Not fasst sie den Entschluss, sich einen russischen Offizier zu suchen, der sie beschützt.
Und es geschieht, worauf sie am wenigsten gefasst war. Es entsteht eine Beziehung zu dem Offizier Andrej, die sich wie Liebe anfühlt, wäre da nicht die Barriere, die sie bis zum Ende Feinde bleiben lässt. Der Film stützt sich auf die Tagebuchaufzeichnungen einer bis zu ihrem Tod anonym gebliebenen Autorin, die als einzige Frau über die bis heute tabuisierten Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Soldaten der Roten Armee am Ende des zweiten Weltkriegs berichtet hat. Das Buch ist ein einzigartiges historisches Dokument, das weltweit Aufsehen erregt und nach seiner deutschen Neuauflage im Jahre 2003 alle Bestsellerlisten gestürmt hat.
(www.anonyma.film.de)

Montag, 8. Juni 2009
Stadt der Blinden (Blindness)
Japan/Brasilien/CAN 2008, 120 Min., FSK:12
Regie: Fernando Meirelles
Drehbuch: Don McKellar
Darsteller: Julianne Moore, Danny Glover, Mark Ruffalo
Es beginnt ohne Vorwarnung: Am Steuer seines Autos wird ein Mann blind. Er sieht nur noch weißen Nebel. Allen, die er trifft, widerfährt das gleiche Schicksal: seiner Frau, seinem Arzt, dem guten Samariter, der ihn nach Hause brachte. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Krankheit und die Regierung fällt eine Entscheidung. Alle an der Weißen Blindheit erkrankten Menschen werden in einer verlassenen Heilanstalt interniert, wo schnell das Chaos regiert. Und mittendrin ist der einzige Mensch, der von der Epidemie verschont bleibt: Die Frau des Arztes.
Der Roman von Nobelpreisträger José Saramago galt lange als unverfilmbar. Fernando Meirelles („City of God“, „Der ewige Gärtner“) wagte es trotzdem und schuf ein meisterliches Epos über eine in Blindheit gestürzte Welt, das dem Zuschauer die Augen öffnet. „Die Stadt der Blinden“ eröffnete im Jahr 2008 die Filmfestspiele in Cannes.
(www.stadtderblinden.de)

Montag, 15. Juni 2009
Eine Hochzeit und andere Kuriositäten (Wesele)
PL 2004, 109 Min., FSK: ohne Angabe
Regie und Buch: Wojtek Smarzowski
Darsteller: Marian Dzi?dziel, Iwona Bielska, Tamara Arciuch-Szyc, Maciej Stuhr
Eine verrückte schwarze Komödie über Liebe, Korruption und literweise illegalen Wodka.
Kaskas und Janusz Heirat steht unter keinem guten Stern. Möchtegern-Pate und Vater der Braut, Wieslaw Wojnar, möchte seiner Tochter den unvergesslichsten Tag in ihrem Leben bescheren. Leider ist das Hochzeitsgeschenk, ein Audi TT, geklaut, die Kapelle weigert sich zu spielen, das Essen ist fürchterlich und zu allem Überfluß taucht auch noch die wahre Liebe der Braut auf.
Der Preis, den der geizige Vater zahlt, um seine Tochter unter die Haube zu bringen, steigt ins Unermessliche je länger die Feier andauert.
Der internationale Festivalhit von Newcomer Wojtek Smarzowski ist einer der erfolgreichsten polnischen Filme überhaupt. Eine schrille Komödie, die zeigt, dass das postkommunistische Polen über seine eigenen neuen Klischees lachen kann.
(www.eine-hochzeit-derfilm.de)

Montag, 22. Juni 2009
It's a Free World
GB/I/D/E/PL 2007, 92 Min., FSK: 12
Regie: Ken Loach
Drehbuch: Paul Laverty
Darsteller: Kierston Wareing, Juliet Ellis, Les?aw ?urek, Joe Siffleet, Colin Coughlin, Maggie Hussey
Mit emotionaler Wucht erzählt Ken Loachs Film eine berührende Geschichte von Soll und Haben, die so hochaktuell wie zeitlos ist.
Als Angie ihren Job in einer Personalvermittlung verliert, läßt sie sich nicht beirren und beschließt, ihre eigene Agentur auf die Beine zu stellen. Sie steigt ein ins Geschäft mit Gastarbeitern aus Osteuropa. Doch hier ist das Geschäftsklima rau, sind Gesetze nur zum Übertreten da ...
Kaum einem Regisseur gelingt es zur Zeit so konsequent, in seinen Geschichten die Strukturen einer Welt offenzulegen in der Verantwortung und Solidarität verschwunden sind. Packend und eindringlich erzählt Ken Loach ein hervorragend besetztes Drama zwischen Wirtschaftskrimi und Familiengeschichte.
(www.free-world-der-film.de)

Montag, 28. Juni 2009
Der Architekt
D 2008, 93 Min., FSK: 12
Regie: Ina Weisse
Drehbuch: Ina Weisse, Daphne Charizani
Darsteller: Hark Bohm, Sophie Rois, Hilde van Mieghem, Josef Bierbichler, Matthias Schweighöfer
Widerwillig fährt der Architekt Georg Winter (Josef Bierbichler) mit seiner Frau Eva und seinen beiden erwachsenen Kindern Reh und Jan zur Beerdigung seiner Mutter in das abgelegene Bergdorf seiner Kindheit. Durch die Konfrontation mit der Vergangenheit und mit Hannah beginnt die scheinbar harmonische Fassade der Familie zu bröckeln.
Als das Dorf durch eine Schneelawine von der Außenwelt abgeschnitten wird, kann Winter nicht entfliehen.
Das mühsam aufrecht gehaltene Leben des Architekten droht einzustürzen.
(www.derarchitektderfilm.de)


Jeweils Montag um 20 Uhr im „CinemaxX“ im K3
Eintritt: 5 EUR, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf an der Kinokasse, telefonisch unter HN - 919 09 19 oder unter „www.cinemaxx.de“.

Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".

Unsere Aktivitäten werden gefördert durch die Stadt Heilbronn sowie die MFG-Filmförderung Baden-Württemberg.