Unser Programm April - Juni 2008, Schwerpunkt "Robert Altman"

Mittwoch, 2.4.2008
Half Moon
Iran/Österreich/Frankreich 2006, 107 Min., OmU
Regie und Buch: Bahman Ghobadi
Trotz Krankheit plant der alternde Starmusiker Mamo zusammen mit seinen zehn Söhnen zu einem großen Konzert in den Irak zu fahren. Dieser symbolische „Schrei der Freiheit" findet anlässlich des Sturzes von Saddam Hussein statt.
Die Unterdrückung kurdischer Musik im Irak hat endlich ein Ende. Nachdem es seinem treuen Feund Kako gelingt, einen alten Schulbus aufzutreiben, machen sich Mamo und seine Söhne, die ihn wie in frühen Tagen als Orchester begleiten, auf den Weg. Zusammen mit der ehemals gefeierten Sängerin Hesho und ihren Instrumenten überqueren sie die Grenze in den Irak. Der Weg der Musiker durch die majestätische Landschaft ist beschwerlich und voller Hindernisse, aber Mamo führt sie zielstrebig in ein Abenteuer voller Leidenschaft und Magie …
Im Iran wurde HALF MOON kurz nach der Uraufführung aufgrund seiner politischen Brisanz verboten.
(www.half-moon-film.de)


Mittwoch, 9.4.2008
Freier Eintritt für Koki-Besucher zur Funk&Soul-Session in der Ebene 3
Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel
USA 2007, 114 Min., FSK: 16
Regie und Buch: Ben Affleck
Darsteller: Morgan Freeman, Ed Harris, Casey Affleck, Mark Margolis, Amy Madigan, Michelle Monaghan
Boston, die Stadt der US-Pilgerväter und der Kennedys, tougher Cops und knallharter Gangster:
Patrick Kenzie und Angela Gennaro verdienen ihren Lebensunterhalt als Privatdetektive. Als die vierjährige Amanda aus ihrer Wohnung im Arbeiterviertel Dorchester. verschwindet, übenehmen sie den Fall …
Die Buch-Vorlage, „Kein Kinderspiel“, stammt aus der Feder des vielfach ausgezeichneten „Mystic River“ Autors Dennis Lehane. (www.spielfilm.de)


Mittwoch, 16.4.2008
Stille Sehnsucht - Warchild
D 2005, 104 Min., FSK: ohne
Regie: Christian WagneDrehbuch: Edin Hadzimahovic
Darsteller: Labina Mitevska, Senad Basic, Katrin Sass, Crescentia Dünßer, Otto Kukla
Sarajewo 2004, die knapp 30-jährige Senada (Labina Mitevska) hat der Krieg noch nicht losgelassen. Ihre Tochter Aida gilt seit fast 10 Jahren als vermisst. Senada hat die Hoffnung nicht aufgegeben, verzweifelt klammert sie sich an jeden noch so vagen Hinweis. Ihr Ex-Mann Samir (Senad Basic) und ihre Freunde drängen sie, „die Vermisste“ endlich loszulassen.
Als sie auf einen Hinweis stößt, das Rote Kreuz habe während des Krieges kranke Kinder nach Deutschland ausgeflogen, folgt sie dieser vagen Spur und erreicht nach einer längeren Odyssee Ulm. Dort wird ihre hartnäckige Suche belohnt: Die tot geglaubte Aida wurde damals als 2-jähriges Mädchen zur Adoption freigegeben, in der Annahme, ihre Eltern seien längst tot ...
Eine moderne, passionierte Kino-Geschichte einer starken Frau, die vom Schicksal nicht verwöhnt, doch ihren Weg geht. Zwischen hoher Figurenspannung und filigranen, untergründig angelegten Gefühlen der Protagonisten entspinnt „Warchild“ im Sinne skandinavischer Erzähldramatik eine spannende Familien-Konstellation, mit magischem Ende.
(www.stille-sehnsucht-warchild.de)


Mittwoch, 23.4.2008
Freier Eintritt für Koki-Besucher zur Funk&Soul-Session in der Ebene 3
Reine Geschmacksache
D 2007, 100 Min., FSK: 6
Regie: Ingo Rasper
Drehbuch: Tom Streuber, Ingo Rasper
Darsteller: Irm Hermann, Roman Knizka, Edgar Selge, Franziska Walser, Jessica Schwarz
Wolfi, Handelsvertreter für Damenoberbekleidung, hat einen funkelnagelneuen Wagen, aber plötzlich ein Problem: Er hat keinen Führerschein mehr.
Sein Sohn Karsten, frischgebackener Abiturient, hat eine Sprachreise nach Spanien gebucht, aber plötzlich ein Problem: Sein Vater hat keinen Führerschein mehr. Protestieren hilft nicht: Karsten wird zwangsverpflichtet, Wolfi samt Frühjahrskollektion durch die deutsche Provinz zu chauffieren.
Eine Buddykomödie über Vater und Sohn, die sich nun viel besser kennen lernen als ihnen lieb ist.
(www.reinegeschmacksache.de)


Mittwoch, 30.4.2008
Robert Altmans Last Radio Show (A Prairie Home Companion)
USA 2006, 105 Min.
Regie: Robert Altman
Drehbuch: Garrison Keillor
Darsteller: Woody Harrelson, Meryl Streep, Lily Tomlin, Tommy Lee Jones, Lindsay Lohan, Kevin Kline
Vorhang auf zur letzten Vorstellung! Die musikalische Show aus dem Herzen Amerikas ist in die Jahre gekommen, der Vollstrecker steht vor der Tür. Doch GK, Meister der hingerotzten Ansage, hält keine Abschiedsreden! Also singen und scherzen sie, als sei´s wie immer: die unzertrennlichen Johnson Sisters samt kratzbürstiger Tochter, die deftigen Cowboys Dusty und Lefty und ihre bunte Bühnenfamilie.
Doch schon bald geht es drunter und drüber. Yolanda hat noch eine Rechnung zu begleichen – mit ihrem wenig reumütigen Exlover. Ein blonder Todesengel verwirrt en passant der Security den Sinn. Die Cowboys geben zum Kehraus ihre schmutzigsten Witze zum Besten. Und ein inniges altes Liebespaar verabredet sich zum Schäferstündchen nach dem letzten Auftritt.
Sophisticated, sentimental, beschwingt – zum Abschied hat uns Robert Altman seinen zärtlichsten Film geschenkt!
(www.koolfilm.de/RadioShow)


Mittwoch, 7.5.2008
Once
Irland 2006, 85 Min., FSK: ohne
Regie und Buch: John Carney
Darsteller: Glen Hansard, Markéta Irglová
Ein talentierter Straßenmusiker (Glen Hansard) träumt in Dublin von der großen Karriere, während er im Geschäft seines Vaters Staubsauger repariert. Eines Tages wird er von einer jungen Pianistin (Markéta Irglová), die sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt, angesprochen. Ihr gefallen seine Lieder, und sie hat einen Staubsauger, der dringend repariert werden muss. Da wissen beide noch nicht, dass man nur einmal im Leben die richtige Person trifft: Eine bezaubernde, aber unmögliche Liebesgeschichte beginnt.
Ein kleiner Film aus Irland macht sich auf, zum Musikfilm einer Generation zu werden: ONCE. Unvergesslich schöne Lieder, der Publikumspreis von Sundance und hymnische Besprechungen trugen die hinreißende Geschichte einer einzigartigen Liebe in die Herzen der amerikanischen Kinogänger. Längst für den Oscar® gehandelt, kommt John Carneys Film nun auch in die deutschen Filmtheater. In den Hauptrollen sind Glen Hansard ("Commitments") und Markéta Irglová zu sehen.
(www.once.kinowelt.de)


Mittwoch, 14.5.2008
Freier Eintritt für Koki-Besucher zur Funk&Soul-Session in der Ebene 3
Gosford Park
GB, USA, D 2001, 137 Min., FSK: 12
Regie: Robert Altman
Drehbuch: Julian Fellowes
Darsteller: Ryan Phillippe, Jeremy Northam, Emily Watson, Kelly MacDonald, Clive Owen, Bob Balaban
Robert Altman goes Agatha Christie. Auf einem Landsitz wird der Hausherr umgebracht. Von den Gästen hätte fast jeder ein Motiv. In Dialog, Schauspiel und Witz ist der US-Film ein Schmuckstück.
November 1932. Sir William McCordle und seine Frau, Lady Sylvia, haben zur Jagd geladen. Die illustren Gäste, die sich an diesem Wochenende auf dem herrlichen Landsitz Gosford Park versammeln, reisen mitsamt ihrer Dienerschaft an. Während sich die Gruppe, unter denen sich ein hochdekorierter Kriegsveteran, eine Gräfin, ein Filmidol und ein Produzent aus Hollywood befinden, zu einem opulenten Lunch versammelt, stoßen die Lakaien und Dienstmädchen zum Hauspersonal, von dem es in den Korridoren und Küchen im Untergeschoss nur so wimmelt.
Doch unter den Gästen brechen Spannungen auf, die vor allem von den Bediensteten mit einem feinen Sinn für die Zwischentöne und Verwicklungen wahrgenommen werden. Nachdem Sir William die Anderen kurzfristig sich selbst überlassen hat, um seine Waffensammlung zu prüfen, wird er plötzlich tot aufgefunden – ermordet.
(www.spielfilm.de)


Mittwoch, 21.5.2008
Plattln in Umtata – Mit der Biermösl Blosn in Afrika
D 2007, 93 Min.
Regie und Buch: Peter Heller
Darsteller: Hans Well, Michael Well, Stofferl Well, Gerhard Polt
Drei Musiker vom Stamm der Bayern, sehr bekannt als „die Biermösl Blosn“, reisen mit Kind und Kegel nach Südafrika. Mit Alphorn, Tuba, Trompeten und 23 anderen Instrumenten begeben sie sich in ein musikalisches Abenteuer. Ein rhythmisches „Battle“ zwischen den Alpenpartisanen und ihren schwarzafrikanischen Herausforderern zieht sich über Straßenecken, Nachbarschaftstreffen und durch Mehrzweckhallen der gewaltigen und armen Townships. Neugierig, mit großem Vergnügen und mit Respekt vor der jeweils anderen Musik entwickeln sich hinreißende Auftritte und Begegnungen voll anrührender Momente und witziger Szenen.
Und weil Hans, Michael und Stofferl Well kritische und neugierige Reisende sind, fließt in den Film viel über Lebensumstände, Einzelschicksale, Rassismus heute und Apartheid der Vergangenheit, aber auch Hoffnungen auf eine bessere Zukunft Afrikas ein. Auf Safari im Nachbarland Namibia schließlich, zeigt ihnen ein schwarzafrikanischer Chor, wie man deutsches Liedgut, wie „Brunnen vor dem Tore“, auch mal richtig in Schwung bringen kann. Zurück in Bayern, bringen die Biermösl ihrem Publikum von Gerhard Polt prächtig unterstützt afrikanische Gefühle bei.


Mittwoch, 28.5.2008
Freier Eintritt für Koki-Besucher zur Funk&Soul-Session in der Ebene 3
Regeln der Gewalt (The Lookout)
USA 2007, 99 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Scott Frank
Darsteller: Jeff Daniels, Carla Gugino, Joseph Gordon-Levitt, Bruce McGill, Isla Fisher, Alberta Watson, Matthew Goode
Buchstäblich mit einem Knall lösen sich die Zukunftsträume von Chris Pratt (Joseph Gordon-Levitt) in Nichts auf. Gerade noch war er der beliebteste Junge an der Schule, ein klasse Sportler, der von den hübschesten Mädchen umschwärmt wird. Doch denn sterben zwei Freunde bei einem schrecklichen, von ihm verursachten Unfall. Chris selbst wird dabei schwer verletzt.
Jahre später hat sich der junge Mann immer noch nicht wieder erholt: Albträume und Schuldkomplexe plagen ihn, selbst von den einfachsten Aufgaben ist er maßlos überfordert, wenn er sich nicht ausführliche Bemerkungen in seinen Notizblock schreibt. Obwohl er aus reichem Hause stammt, lebt Chris mittlerweile mit dem blinden Musiker Lewis (Jeff Daniels) in einer bescheidenen Wohnung und verdient seinen Unterhalt damit, nachts in einer Bank zu putzen.
Dann tritt der charismatische Gary Spargo (Matthew Goode), der vorgibt, ihn von früher zu kennen, in sein Leben. Dass es sich dabei nicht um einen Zufall handelt, kann Chris nicht ahnen. Denn Gary will mit seinen Kumpels die Bank ausrauben, in der Chris ar-beitet. Und dafür braucht Gary Chris’ Hilfe – notfalls mit Gewalt ...


Mittwoch, 4.6.2008
China Blue
USA 2005, 87 Min., FSK: ohne, OmU
Regie: Micha X. Peled
Das „neue Zeitalter“ in China, mit dem sich vor allem die Öffnung des Landes für den Welthandel verbindet, hat einen neuen Typus von Unternehmern wie Mr. Lam auf den Plan gerufen. Die Textilfirma des ehemaligen Polizeichefs stellt Jeans für den westlichen Markt her.
Millionen von Mutterland-Chinesen gelangen in wuchernde Phantomstädte wie das in Südchina gelegene Shax, wo sie sich in Firmen wie Lifeng für einen Hungerlohn verdingen. Doch auch der Profit des Fabrikbesitzers Lam nimmt sich, gemessen an den Einnahmen der westlichen Einzelhändler, bescheiden aus.
Der Dokumentarfilm von Micha X. Peled porträtiert einige Jugendliche, die bei Lifeng sieben Tage pro Woche bis zur Erschöpfung arbeiten. Ihre Familien sehen sie oft ein ganzes Jahr nicht, weil sie sich die Reisekosten nicht leisten können. „China Blue“ zeigt auch den ungeheuren Marktdruck, der auf Firmen wie Lifeng lastet, die für die Auftraggeber beliebig austauschbar sind.(BFilm)


Mittwoch, 11.6.2008
Freier Eintritt für Koki-Besucher zur Funk&Soul-Session in der Ebene 3
The Company – Das Ensemble
USA 2003, 112 Min.
Regie: Robert Altman
Drehbuch: Neve Campbell, Barbara Turner
Darsteller: Neve Campbell, James Franco, Malcolm McDowell, Emma Harrison
Ein Jahr mit dem Chicago Joffrey Ballet: Im Mittelpunkt stehen der berufliche Alltag, der fast unmenschliche Leistungsdruck und das private Leben der Künstler, die sich mit jeder Faser von Herz, Körper und Geist ihrer Leidenschaft widmen – der Welt des Tanzes.
Atemberaubender Ballettzauber, realistische Darstellung von Arbeit und Alltag einer Ballett-Truppe – zwischen Fiktion und Wahrheit wirft Regie-Legende Robert Altman in „The Company“ einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen des weltberühmten Chicago Joffrey Ballet. In Short-Cuts-Manier und in skizzenhafter Spielhandlung gelingt ihm ein fein gesponnenes und vielschichtiges Porträt von Künstlern und ihrer unstillbaren Leidenschaft zum Tanz. Diese Hymne auf die menschliche Kreativität erzählt vom Willen zum Erfolg, den Verletzungen des Körpers und der Seele, aber auch von starker Hoffnung und den kleinen, ganz persönlichen Glücksmomenten. Die flammende Liebeserklärung an die Welt des Tanzes betört durch magische Bilder und einzigartige Ballett-Szenen. Eine perfekte Symbiose von Ballett-Kunst, Profi-Können und großem Erlebnis-Kino, ganz „altmanesk“.
(Concorde)


Mittwoch, 18.6.2008
Tödliche Versprechen – Eastern Promises
GB/Kanada 2007, 100 Min.
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: Steve Knight
Darsteller: Viggo Mortensen, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl, Naomi Watts
Bei einer Geburt in einem Londoner Krankenhaus stirbt die junge russische Mutter in den Armen der Hebamme Anna (Naomi Watts). Da die Identität der Toten, einer offenbar illegalen osteuropäischen Prostituierten, unbekannt ist, setzt Anna alles daran, die Angehörigen des verwaisten Säuglings zu finden. Ihre einzigen Hinweise sind ein in russisch geschriebenes Tagebuch und ein Streichholzbriefchen mit dem Namen eines russischen Restaurants.
Anna folgt der Spur und trifft dabei auf den attraktiven Nikolai (Viggo Mortensen). Der arbeitet für den ebenso einflussreichen wie zwielichtigen Restaurant-Besitzer und Patriarchen Semyon (Armin Müller-Stahl). Als Anna entdeckt, dass das Tagebuch Beweise enthält, die Semyon und seinen Sohn Kirill (Vincent Cassel) für viele Jahre hinter Gitter bringen könnten, schwebt sie schon längst in höchster Gefahr ...
Bereits bei seiner Weltpremiere auf dem Internationalen Filmfestival von Toronto wurde David Cronenbergs Film von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen und mit dem wichtigsten Preis des Festivals, dem People's Choice Award ausgezeichnet. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei "A history of Violence"" drehte das neue Dreamteam Coronenberg/Mortensen erneut einen aussergewöhnlichen Thriller, der wie einst "Der Pate" neue Maßstäbe für das Genre setzt.
(www.toedlicheversprechen.de)


Mittwoch, 25.6.2008
Freier Eintritt für Koki-Besucher zur Funk&Soul-Session in der Ebene 3
Madonnen
D 2007, 125 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Maria Speth
Darsteller: Sandra Hüller, Luisa Sappelt, Coleman Orlando Swinton, Susanne Lothar, Gerti Drassl
Rita ist mit ihrem Säugling nach Belgien geflohen, weil in Deutschland wegen Diebstahls und anderer Delikte nach ihr gefahndet wird. Sie versucht ihren leiblichen Vater zu finden, den sie nie kennen gelernt hat. Dieser lebt jedoch mit Frau und Kin?dern. Das Auftauchen Ritas führt zu familiären Komplikationen. Sie wird schließlich von der belgischen Polizei verhaftet und nach Deutschland abgeschoben. Dort verbüßt sie eine längere Gefängnisstrafe.
Der Film entfaltet Schicht für Schicht das Porträt einer Frau, die behauptet, dass ihre Mutter nie eine Mutter für sie war. Die dann aber selbst Kind auf Kind zur Welt bringt, diese ihrer eigenen Mutter unterschiebt und sie so in eine Rolle zwingt, die sie ihr verweigert hat.
So reflektieren sich in Ritas Geschichte die Schicksale der vorangegangenen und folgenden Generation. Und man fragt sich, ob Ritas älteste Tochter auch irgendwann über sie sagen wird: „Für mich war sie nie eine Mutter“.
(www.peripherfilm.de)


JazzMo‘ Workshop / Funk & Soul Session in der Ebene 3 (ganz oben im K3)
an jedem 2. und 4. Mittwoch im Monat, Eintritt 4 €.
Freier Eintritt für Besucher des Kommunalen Kinos.


FILM SHARING
intern. No & Low Budget VideoFilmfestival
Schlechte Filme bekommen die ROTE KARTE
Open Screenings - für das erneut anstehende „Intern. no & low budget film-sharing Kurzfilmfestival 2008" in Heilbronn.
Ihr trefft interaktiv und basisdemokratisch die Auswahl welche Kurzfilme ins Festivalprogramm kommen. Die lustigste Art live und gemeinsam Filme zu gucken seit "Youtube".
Wer diesen Event das letzte Jahr verpasst hat, sollte dieses Jahr unbedingt dabei sein. Der Subkulturevent des Jahres in Heilbronn. Näheres unter www.film-sharing.net.
Unterstützt von: KoKI HN, Turbojugend, kunst cellar basementizid, get shorties Lesebühne, KSK Stiftung und Kulturamt HN und dem Kulturhaus Zigarre e.V.
Öffentliche Sichtungen am:
Sa. 19 April 08, Fr. 02 Mai 08, Sa. 17. Mai 08 (jeweils 20 Uhr)
Ort: Zigarre / Heilbronn Weststraße 28, Einrtitt frei/ Spenden
Festival Termin:
Fr./Sa. 11./12. Juli 08 ( 21 Uhr)
Ort: Zigarre / Heilbronn Weststraße 28
Kulturbeitrag 5.- Euro


ROBERT ALTMAN (1925 – 2006)

Spätwerk eines Mythenzerstörers

Mit dem vorliegenden Quartalsprogramm kehrt das Kommunale Kino Heilbronn wieder zu seiner lange geübten Praxis zurück, neben einer Auswahl an Einzelwerken auch einen inhaltlichen Schwerpunkt zu präsentieren. Keinem geringeren als dem 2006 verstorbenen Film- und Theaterregisseur, Produzenten und Drehbuchautor Robert Altman gilt zwischen April und Juni unsere späte Würdigung.
Vom Hollywood-Establishment der großen Studios wurde Altman zeitlebens gemieden – eine Distanz, die durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte. Vielleicht war es sein auch in den späten Jahren nie verblassender Ruf als konsequenter Rebell, der dazu führte, dass ihm trotz sieben Oscar-Nominierungen als Regisseur und Produzent ein regulärer Academy Award versagt blieb. Erst im Frühjahr 2006 – wenige Monate vor seinem Tod - erhielt Altman einen „Ehrenoscar“ für sein kreatives Gesamtwerk.
Im Gegensatz dazu verschaffte sich Altman mit seinen Filmen in Europa nicht nur frühzeitig wachsende Anerkennung und Respekt – er erhielt auch zahlreiche Ehrungen auf den Festivals in Cannes, Berlin und Venedig.
Sein künstlerischer Durchbruch kam 1970 mit der Vietnam-Satire M*A*S*H, für die er im gleichen Jahr auch mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. Zuvor hatte Altman bereits einige Spiel- und Dokumentarfilme (unter anderem über James Dean) gedreht und für das Fernsehen gearbeitet. So stammen kurioserweise einige Episoden der TV-Serien BONANZA, ALFRED HITCHCOCK PRESENTS und BRONCO, die auch im deutschen Fernsehen liefen, von ihm. Nach seinem Spielfilm COUNTDOWN (Countdown: Start zum Mond, USA 1968) überwarf sich Altman mit dem Studioboss Jack Warner und wurde gefeuert. Fortan kritisierte Altman den Hollywood-Mainstream-Betrieb, blieb diesem fern und festigte seinen Ruf als pointierter Vertreter des New Hollywood und als vor allem in Europa geachteter Autorenfilmer.
Werke wie der elegische Spätwestern McCABE & MRS. MILLER (USA 1971), IMAGES (Spiegelbilder, USA 1972), seine wunderbare Adaption des Kriminalromans THE LONG GOODBYE von Raymond Chandler (Der Tod kennt keine Wiederkehr, USA 1973) und NASHVILLE (USA 1975), eine kritische Abrechnung mit der kommerziellen Musikindustrie, stehen für diese Periode, die Altman wachsenden Ruhm, aber keine kommerziellen Erfolge einbrachte.
In seinen Filmen konterkarierte Altman, der als Regisseur und als sein eigener Produzent wirkte, fast alle gängigen Genres vom Kriegs- und Kriminalfilm über den Western bis zur Mode- und Showparodie. Dabei legte er oft schonungslos die Ikonen des alten und des neuen Amerika bloß, was ihm gelegentlich den Ruf eines Dekonstruktivisten und Zerstörers von populären Mythen eintrug. Seine Protagonisten neigen oft zu neurotischen Verhaltensweisen – sie sind Produkte einer aus den Fugen geratenen Welt, die dabei beobachtet werden, wie ihre innere Welt erschüttert und verändert wird.
Nicht zuletzt setzte Altman in seinen Filmen aber auch gerne seinen hintergründigen schwarzen Humor ein.
Eine andere Ebene zeigt die stete Verknüpfung verschiedener Handlungsstränge, die häufig erst auf den zweiten Blick einen Zusammenhang ergeben - ein Konglomerat zahlloser Personen, deren Wege sich kreuzen, um wieder auseinanderzulaufen. So verwendete Robert Altman in seinem Meisterwerk SHORT CUTS (s. unten) zahlreiche Elemente und Passagen aus Kurzgeschichten von Raymond Carver - dem früh verstorbenen amerikanischen Meister der kurzen Prosa - die er in eindrucksvoller Dramaturgie und Montagetechnik miteinander verflocht. Auf diese Weise entstand ein Werk von fast beängstigender Intensität und Dichte, das zudem mit einer Darstellerriege aufwarten konnte, die ihresgleichen sucht.
In den neunziger Jahren stand Altman mit seiner erfrischend bösartigen Hollywood-Satire THE PLAYER (USA 1992) und vor allem mit seinem genialen Episodenfilm SHORT CUTS (USA 1993) erneut auf dem Gipfel seines Ruhms. Es folgten u.a. seine sarkastische Auseinandersetzung mit seiner Geburtsstadt KANSAS CITY (USA 1996); THE GINGERBREAD MAN (USA 1998) und COOKIE’S FORTUNE (Aufruhr in Holly Springs, USA 1999.
Das Kommunale Kino Heilbronn zeigt in seiner Hommage an Robert Altman seine letzten drei Filme: GOSFORD PARK (USA 2001), ein grandioses Gesellschaftspanorama Englands in den 30er Jahren; seinen außergewöhnlichen Tanzfilm THE COMPANY (The Company – Das Ensemble, USA 2003), in dem Altman neben seinen Schauspielern auch das gesamte Chicagoer Ballett dirigierte und A PRAIRIE HOME COMPANION (Robert Altman’s Last Radio Show, USA 2006), eine satirische Komödie im Milieu der legendären Radio Shows.
Für die Vielseitigkeit im künstlerischen Schaffen von Robert Altman mag ein abschließendes Beispiel sprechen: Noch in seinem Todesjahr 2006 inszenierte er am Old Vic Theatre in London mit „THE RESSURECTION BLUES“ das letzte Stück des US-Dramatikers Arthur Miller – u.a. mit Maximilian Schell und Matthew Modine. Wir hätten es gerne gesehen ...

Horst Ebert


Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im „CinemaxX“ im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter „www.cinemaxx.de“.

Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".

Unsere Aktivitäten werden gefördert durch die Stadt Heilbronn sowie die MFG-Filmförderung Baden-Württemberg.