Unser Programm April - Juni 2007


Mittwoch, 4. April 2007
The Wind That Shakes The Barley
Irland/GB/D/I/Spanien 2006, 124 Min., FSK: 12
Regie: Ken Loach
Drehbuch: Paul Laverty
Darsteller: Cillian Murphy, Pádraic Delaney, Liam Cunningham, Orla Fitzgerald, Mary Riordan, Mary Murphy
„The Wind That Shakes The Barley“, diesjähriger Gewinner der Goldenen Palme in Cannes, erzählt die Geschichte des jungen Damien, der seine Arztkarriere aufgibt, um für die irische Unabhängigkeit zu kämpfen. Er schließt sich den Verbündeten seines Bruders Teddy an, die nach dem irischen Oster-Aufstand 1916 und der international nicht anerkannten irischen Unabhängigkeit gegen die übermächtige britische Krone ins Feld ziehen. Bewaffnet und doch wehrlos, zahlreich und doch zu wenige, leidenschaftlich und doch verwundbar, bündeln sie ihre Kräfte und treiben ihre einzige Chance, den Guerilla-Krieg gegen die Weltmacht, bis ins Inferno.
Doch die Waffen, die gestern noch ihr Ziel trafen, sind am nächsten Tag schon verbraucht. Der zweifelhafte Friedensvertrag mit den Briten zerbricht nicht nur die Widerstandsbewegung, sondern sprengt auch die Brüder Damien und Teddy auseinander. Viel zu spät verstehen sie, dass der Gegner längst erkannt hat, wie er sich die individuellen Interessen der Aufständischen zu Nutze machen kann. Die radikale Konfrontation hat sich in innere und äußere Zerrissenheit aufgelöst – Damien und Teddy stehen sich im nun folgenden Bürgerkrieg als Todfeinde gegenüber und nur die Liebe zu Sinead scheint für Damien nichts an Reinheit eingebüßt zu haben.
Einen bildgewaltigen Film voll emotionaler Intensität hat Ken Loach mit „The Wind That Shakes The Barley“ geschaffen. Zwischen poetischer Verklärung und realistischer Härte zeigt er die menschlichen Dramen, die aus Widerstand und Umsturz entstehen können, in einer Zeit, in der Revolte und Unabhängigkeit nur scheinbar unmöglich sind.


Mittwoch, 11. April 2007
Das Leben der Anderen
D 2005, 137 Min., FSK: 12
Regie und Buch:Florian Henckel von Donnersmarck
Darsteller: Martina Gedeck, Herbert Knaup, Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Thomas Thieme
Ost-Berlin, November 1984: Fünf Jahre vor seinem Ende sichert der DDR-Staat seinen Machtanspruch mit einem erbarmungslosen System aus Kontrolle und Überwachung. Als Oberstleutnant Anton Grubitz den linientreuen Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler auf den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman und seine Lebensgefährtin, den Theaterstar Christa-Maria Sieland, ansetzt, verspricht er sich davon einen Karriereschub. Immerhin stehen höchste politische Kreise hinter dem „operativen Vorgang“.
Womit er nicht gerechnet hat: Das intime Eindringen in die Welt der Observierten verändert auch den Spitzel. Das Eintauchen in das Leben der Anderen – in Liebe, Literatur, freies Denken und Reden – macht Wiesler die Armseligkeit seines eigenen Daseins bewusst und eröffnet ihm eine nie gekannte Welt, der er sich immer weniger entziehen kann. Doch das System ist nicht mehr zu stoppen – ein gefährliches Spiel beginnt, das die Liebe zwischen Dreyman und Christa-Maria Sieland in den Abgrund reißt und Wieslers bisherige Existenz vernichtet. Bis die Mauer fällt, haben alle einen hohen Preis gezahlt. Danach beginnt eine andere Welt.


Mittwoch, 18. April 2007
Neil Young: Heart of Gold
USA 2006, 103 Min.
Regie: Jonathan Demme
Darsteller: Neil Young, Emmylou Harris, Ben Keith, Spooner Oldham, Rick Rosas, Karl Himmel, Chad Cromwell
Seit Mitte der 60er Jahre steht Musiker Neil Young, zunächst mit der Band Buffalo Springfield, später als Solo-Künstler auf der Bühne. So hätte seine Biographie sicherlich einiges an Material für eine Dokumentation geboten. Regisseur Jonathan Demme aber konzentrierte sich bei „Heart of Gold“ auf das Essentielle: die Musik. Nach kurzen Interviews mit den Bandmitgliedern gibt Demme mit Aufnahmen von zwei Konzerten, die im August 2005 in Nashvilles Ryman Auditorium stattfanden, einen musikalischen Überblick über die Karriere des kanadischen Folkmusikers und zeigt seine Klassiker wie die aktuellen Songs.


Mittwoch, 25. April 2007
In Zusammenarbeit mit .dem Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar
Die Wolke
D 2006, 105 Min., FSK: 12
Regie: Gregor Schnitzler
Nach einem Roman von Gudrun Pausewang
Darsteller: Richy Müller, Tom Wlaschiha, Gabriela Maria Schmeide, Jennifer Ulrich, Karl Kranzkowski
Hannah ist blond, schlank und 16 und damit in einem Alter, in dem sie die Jungens vor allem doof findet, wenn sie dieses seltsame Kribbeln der Anziehung verspürt. Elmar ist dunkel, schlank und 18 und damit in einem Alter, in dem er vor allem wütend ist, wenn er ein Mädchen toll findet. Also sagt er meist nichts, wenn dieses fremde und unbeherrschbare Gefühl ihn erfasst. Klar, dass Hannah Elmar misstrauisch beäugt, einen besseren Anfang für eine wunderbare Liebesgeschichte kann es nicht geben. Und klar, dass Elmar vor allem wütend ist, weil er an Hannah auch dann denken muss, wenn er nicht an sie denken will. Das Leben ist schrecklich, es ist chaotisch, es ist voller Verletzungen, es ist wunderbar.
Die Katastrophe in Tschernobyl ist 20 Jahre her – und viele werden sie vergessen haben. Die Katastrophe in Harrisburg ist 26 Jahre her – und kaum einer wird sich noch an die Details erinnern. Hannah und Elmar leben in der Nähe eines Atomkraftwerks in dem kleinen Städtchen Schlitz circa 100 Kilometer nordöstlich von Frankfurt, das müsste sie sensibilisiert haben. Aber muss das wirklich etwas heißen? Fast jeder in Deutschland lebt irgendwie in der Nähe eines Atomkraftwerks, es gibt immerhin noch 17, die in Betrieb sind. In latenter Gefahr lebt also jeder. Weiß er deshalb, mit einer Atomkatastrophe umzugehen?


Mittwoch, 2. Mai 2007
Thank You For Smoking
USA 2005, 92 Min., FSK: 12
Regie: Jason Reitman
Darsteller: Katie Holmes, Robert Duvall, Rob Lowe, William H. Macy, Maria Bello, Aaron Eckhart, Kim Dickens
„Thank You For Smoking“ ist eine bitterböse Satire auf die heutige PR-Kultur und basiert auf Christopher Buckleys hochgelobtem Roman aus dem Jahr 1994, der von Jason Reitman für die Leinwand adaptiert wurde.
Der Held des Films ist Nick Naylor, oberster Pressesprecher von Big Tobacco, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, die Rechte der Raucher und Zigarettenhersteller in der heutigen neo-puritanischen Welt zu verteidigen. Auf seinem Kreuzzug stellt er sich Gesundheitsfanatikern, die Tabak verbieten lassen wollen, und dem Senator, der Warnhinweise und Giftaufkleber auf den Zigarettenpackungen anbringen lassen möchte. Nick startet eine großangelegte PR-Offensive, spielt in Fernsehtalkshows das Gesundheitsrisiko, das Rauchen mit sich bringt, herunter und engagiert sogar einen einflussreichen Hollywood-Agenten, der dafür sorgen soll, dass das Rauchen auch in Filmen positiv promotet wird.
Sein neugewonnener schlechter Ruf bringt Nick ungeahnte Aufmerksamkeit ein. Nicht nur der Oberboss der Tabakindustrie beobachtet sein Handeln, Nicks Arbeit hat auch eine einflussreiche Journalistin auf die Spur gelockt. Nick rechtfertigt seine Arbeit damit, dass er nun mal Geld verdienen muss, um seine Hypothek abzuzahlen, aber der prüfende Blick seiner Sohnes und eine ziemlich reale Todesdrohung könnten ihn schließlich dazu zwingen, anders zu denken ...


Mittwoch, 9. Mai 2007
Zwei oder drei Dinge, die ich von ihm weiß
D 2006, 85 Min.
Regie und Drehbuch: Malte Ludin
Darsteller: Peter Zadek, Uwe Bohm, Angela Winkler, Anoushka Renzi
Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende: Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt – mit all der Leidenschaft, zu der nur Familienbande fähig sind.
Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den „Schutzstaat“ Slowakei. Als „Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches“ soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die „Endlösung“. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Es entsteht ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument – ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend kontroverse Rolle.


Mittwoch, 16 Mai 2007
Die Spur der Steine
DDR 1966, 139 Min.
Regie: Frank Beyer
Drehbuch: Frank Beyer, Karl-Georg Egel
Darsteller: Manfred Krug , Krystyna Stypulkowska, Eberhard Esche, Johannes Wieke, Walter Richter-Reinick
Nach einer Voraufführung im Jahr 1966 während der 8. Arbeiterfestspiele im Bezirk Potsdam lief „Die Spur der Steine“ für drei Tage in den Kinos. Ohne Werbung, meist ohne Plakatierung. Dafür saßen im Publikum Claqueure mit dem Kampfauftrag, dass ihnen der Film zu missfallen habe. Dann verschwand „Die Spur der Steine“ für 23 Jahre in den Panzerschrank. Rund 14 Tage nach Verbot des Films erschien am 6. Juni im „Neuen Deutschland“ ein Verriss, nicht vom ständigen Kritiker Horst Knietzsch, sondern von Hans Konrad. Dort heißt es unter anderem: „(...) Der Film 'Spur der Steine' wird der Größe des Themas nicht gerecht. Er gibt ein verzerrtes Bild von unserer sozialistischen Wirklichkeit, dem Kampf der Arbeiterklasse, ihrer ruhmreichen Partei und dem aufopferungsvollen Wirken ihrer Mitglieder (...)“. Ach!


Mittwoch, 23. Mai 2007
Pingpong
D 2006, 89 Min.
Regie: Matthias Luthardt
Buch: Matthias Luthardt, Meike Hauck
Darsteller: Sebastian Urzendowsky, Marion Mitterhammer, Clemens Berg, Falk Rockstroh, Arko
Gleich mehrfach wurde „Pingpong“ 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet:
In der Reihe „Semaine Internationale de la Critique“ erhielt der Film den Drehbuchpreis der SACD (des Verbandes französischer Autoren und Komponisten) sowie den „OFAJ Young Critic Award“ der Schüler- und Studentenjury.
Riesenschnauzer Arko wurde von namhaften britischen Filmkritikern mit der „Palm Dog“ ausgezeichnet. Ohne Vorankündigung besucht der 16-jährige Paul seine Verwandten. Er hat erst vor kurzem seinen Vater verloren, auf der Suche nach einer heilen Welt geht er an einen Ort, der ihn an unbeschwerte Kindheitstage erinnert. Dabei dringt er in den Mikrokosmos einer scheinbar glücklichen Familie ein. In seiner Tante Anna lernt Paul eine Frau kennen, die seine Anwesenheit anfänglich widerwillig hinnimmt, ihn dann aber zu akzeptieren beginnt und auf ihre Seite zieht. Paul sucht immer stärker ihre Nähe und bemerkt zu spät, dass sie ihn als Spielball benutzt. Als sie dabei die Kontrolle verliert, reagiert Paul mit einer Verzweiflungstat.


Mittwoch, 30. Mai 2007
Offset
D 2005, 109 Min., FSK: 12
Regie: Didi Danquart
Drehbuch: Cristi Puiu, Razvan Radulescu
Darsteller: Katharina Thalbach, Bruno Cathomas, Alexandra Maria Lara, Manfred Zapatka, Valentin Platareanu
Liebe ist ein zerbrechliches Band, schnell zerstörbar durch Missverständnisse, Klischees und Ängste. Wenn Jung auf Alt, West auf Ost trifft, scheinen die Barrieren der Kulturen manchmal unüberwindbar. Liebevoll und eindringlich erzählt „Offset“ von drei Menschen und ihren Familien, deren Ideale unterschiedlicher nicht sein könnten. Danquart portraitiert ihre ambivalenten Empfindungen aus einer Perspektive, die zeigt, dass das Wunder des Lebens jeden Tag aufs Neue erwacht...
Für die Hauptdarstellerin Alexandra Maria Lara war es eine besondere Erfahrung, nach vielen Jahren in ihre Heimat Rumänien zurückzukehren und dort in der Rolle der Brindusa einen Film über eine Liebe zwischen den Kulturen zu drehen. Der Filmvater Herr Herghelegiu ist auch ihr eigener Vater – Valentin Platareanu. Er kam zusammen mit seiner Tochter und seiner Frau vor vielen Jahren aus Rumänien nach Deutschland und ist heute Professor für Schauspielkunst an der Schauspielschule Berlin-Charlottenburg. Alexandra Maria Lara und ihren Vater verbindet ein sehr inniges Verhältnis, welches auch dem Film besondere Momente der Nähe beschert.
„Offset“ ist somit ein wunderbares Beispiel, wie sich die Geschichten des Regisseurs Didi Danquart und seiner Darsteller zu einem überaus spannenden und doch sehr behutsamen Film vereinen und den Begriff der „Heimat“ in einem aktuellen Kontext hinterfragen.


Mittwoch, 6. Juni 2007
Amores Perros
Mexiko 2000, 147 Min., FSK 16
Regie: Alejandro González Inárritu
Drehbuch: Guillerma Arriaga Jordan
Darsteller: Emilio Echevarria, Gael Garcia Bernal, Goya Toledo
Ein verhängnisvoller Autounfall in der pulsierenden Metropole Mexico City. Drei Leben prallen aufeinander, um die bestialische Seite der menschlichen Natur aufzudecken.
Da ist Octavio, der in die Welt illegaler Hundekämpfe gerät, um mit dem dort verdienten Geld und der Frau seines kriminellen Bruders abhauen zu können. Der erfolgreiche Verleger Daniel hingegen verlässt seine Frau und zwei Töchter, um mit dem Supermodel Valeria und ihrem Schoßhündchen zusammen zu leben. Und schließlich ist da noch der Obdachlose „El Chivo“, einst ein Revolutionär, der nun als Auftragsmörder mit einem Rudel wilder Hunde durch die Straßen zieht und auf Erlösung hofft.
„Amores Perros“ erhielt folgende Auszeichnungen:
Oscar-Nominierung (Bester Ausländischer Film) 2001
Grand Prix de la Semaine de la Critique, Cannes
Best New Director, Edinburgh Film Festival
Bester Film und Bester Regisseur, Tokyo Film Festival
Publikumspreis, Chicago International Film Festival
Bester Film, Moskau International Film Festival


Mittwoch, 13. Juni 2007
Lucy
D 2006, 92 Min.
Regie Henner Winckler
Drehbuch: Henner Winckler, Stefan Kriekhaus
Darsteller: Kim Schnitzer, Gordon Schmidt, Feo Aladag, Polly Hauschild, Ninjo Borth, Ganeshi Becks, Jakob Bieber
Die 18jährige Maggy wartet, dass etwas geschieht. Etwas, das ihrem Leben einen Schub, ihrer unbestimmten Sehnsucht eine Richtung gibt. Sie wohnt bei ihrer Mutter – und ist selbst gerade Mutter der kleinen Lucy geworden. Seltsam unbestimmt verläuft ihr Leben seitdem, zwischen Teenager-Ritualen, Kinderbetreuung und der Unfähigkeit, sich die eigene Zukunft auszumalen.
„Henner Winckler setzt die Erkundung jener Übergangszeit zwischen den Träumen der Kindheit und den Ernüchterungen des Lebens fort, die man Kindheit nennt. Es gibt einen kinematographischen Ernst in Lucy, eine Sorgfalt im Umgang mit Licht und Ton, eine Aufmerksamkeit für Details und Stimmungen. Die Zeit der Unentschiedenheit im deutschen Film ist vorbei. Das ist gut.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung


Mittwoch, 20. Juni 2007
Elsa und Fred
Spanien/Argentinien 2005, 108 Min.
Regie Marcos Carnevale
Drehbuch Marcos Carnevale, Lily A. Martin, Marcela Guerty
Darsteller: Manuel Alexandre, China Zorrilla, Blanca Portillo, Roberto Carnaghi, José Ángel Egido, Gonzalo Urtizberea
Elsa, die behauptet 77 Jahre alt zu sein, ist ein Teenager „in altem Kleid“. Sie ist frech, temperamentvoll, von umwerfendem Charme und lügt, wenn sie den Mund aufmacht. Fred, eigentlich Alfredo, ihr neuer Wohnungsnachbar, ist tatsächlich 78, gerade Witwer geworden, hypochondrisch veranlagt und eher etwas scheu. Wie ein Wirbelwind bricht Elsa in sein Leben ein, entschlossen, die wertvolle Zeit, die ihr noch bleibt, mit der Liebe ihres Lebens zu genießen. Es verlangt etwas Einsatz, wilde Entschlossenheit und eine ordentliche Portion Mut, aber die beiden verlieben sich ineinander. Wird sie ihren lang gehegten Traum verwirklichen und wie Anita Ekberg in der berühmten Szene von „La dolce vita“ ihren Geliebten in der Fontana di Trevi umarmen?


Mittwoch, 27. Juni 2007
In Zusammenarbeit mit der Aufbaugilde Heilbronn
Lichter der Vorstadt
Finnland/D 2006, 80 Min., FSK: 6
Regie und Buch: Aki Kaurismäki
Darsteller: Janne Hyytiäinen, Maria Heiskanen, Maria Järvenhelmi, Ilkka Koivula
Koistinen ist ein einsamer Wachmann in einer modernen Shopping Mall. Eines Tages begegnet er Mirja. Die begehrenswerte Frau spielt ihm Liebe vor, und Koistinen glaubt daran. Doch sie ist nur der Lockvogel eines Gangsters. Eines Nachts nimmt Mirja den Schlüsselbund des Wachmanns an sich, und der Gangster raubt einen Juwelier aus. Jeder glaubt, Koistinen habe mit den Gangstern gemeinsame Sache gemacht. Er landet im Gefängnis. Zerstört ist seine Hoffnung, zerbrochen seine Sehnsucht. Trost, wenigstens ein bisschen, verspricht nur Aila, die eine Imbissbude unter den Lichtern der Vorstadt betreibt.
Mit „Lichter der Vorstadt“ beschließt Kaurismäki seine „Trilogie der Verlierer“, die er mit „Wolken ziehen vorüber“ und „Der Mann ohne Vergangenheit“ begonnen hat. Stilisiert, melancholisch und wortkarg wie immer, gleichzeitig aber voller Mitgefühl mit der Hauptfigur, ist „Lichter der Vorstadt“ sowohl ein grimmig-realistisches Märchen um einen Verdammten dieser Erde als auch eine hemmungslos romantische Variation auf den Hausheiligen Chaplin und seinen kleinen Tramp. Wer Kaurismäkis Humor trocken nennt, untertreibt maßlos. Er ist „extra-dry“.


Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im „CinemaxX“ im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter „www.cinemaxx.de“.

Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".

Unsere Aktivitäten werden gefördert durch die Stadt Heilbronn sowie die MFG-Filmförderung Baden-Württemberg.