Unser Programm April - Juni 2005: Schwerpunkt "Spanien"
Mittwoch, 6.4.2005
In Zusammenarbeit mit der Heilbronner Attac-Gruppe
Das Erbe (ARVEN)
Dänemark/Schweden 2002, 115 Min.
Regie: Per Fly
Drehbuch: Per Fly, Kim Leona, Mogens Rukov, Dorthe Høgh
Darsteller: Ulrich Thomsen, Jesper Christensen, Ulf Pilgaard
Christoffer, Sprössling einer dänischen Stahldynastie, hat vor Jahren Firma, Familie und Land verlassen. Jetzt lebt er in Stockholm und ist glücklich verheiratet.
Nach dem Tod seines Vaters besteht die Mutter darauf, dass Christoffer die Geschäfte übernimmt, um die angeschlagene Firma zu retten. Trotz gegenteiliger Interessen akzeptiert er.
Bald sieht sich Christoffer widerwillig zu drastischen Maßnahmen gezwungen ohne die Konsequenzen für sein eigenes Leben abschätzen zu können.
Spanien
Mittwoch, 13.4.2005
Alles über meine Mutter
(TODO SOBRE MI MADRE)
Frankreich/Spanien 1999, 105 Min., FSK: 12
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Darsteller: Penélope Cruz, Cecilia Roth, Eloy Azorín, Marisa Paredes, Candela Peña, Antonia San Juan
Ein tragisches Schicksal ereilt Krankenschwester Manuela: Sie verliert ihren einzigen Sohn an dessen 17. Geburtstag. In ihrer Erinnerung kehrt Manuela nach Barcelona zurück, um dessen Vater aufzusuchen. Sie wird ihm sagen, dass sich die letzten zu Papier gebrachten Worte ihres Sohnes an den niemals gekannten Vater richteten. Doch zuvor wird sie ihn darüber in Kenntnis setzen, dass sie vor ihrer Trennung vor 18 Jahren schwanger von ihm war; dass sie einen Jungen zur Welt gebracht hat, und dass er nun gestorben ist. Esteban hat sie ihren Sohn genannt und ihm damit den Namen seines Vaters gegeben der sich jetzt Lola nennt und Silikon-Brüste hat.
In jener spanischen Stadt, Condal, wird Manuela eine weitere gute, alte Bekannte treffen auch er ein Travestie und neue Freundschaften knüpfen, mit Personen, die sehr unterschiedlich sind, wie die Schauspielerinnen Huma und Nina, deren Schwester Rosa oder die Mutter der beiden.
Mittwoch, 20.4.2005
Touch the Sound
A Sound Journey with Evelyn Glennie
Deutschland/Großbritannien 2004, 100 Min.
Regie: Thomas Riedelsheimer
Drehbuch: Thomas Riedelsheimer
Darsteller: Evelyn Glennie, Fred Frith, Roxanne Butterfly, Horazio Hernandez, Za Ondekoza, This Misa & Saikou
Eine alte Fabrikhalle, irgendwo im Ruhrgebiet. Evelyn Glennie, vielleicht die klassische Perkussionistin schlechthin, nimmt eine neue CD auf. Sie spielt und improvisiert mit Fred Frith, dem Altmeister der Avantgarde-Musik. Was hier beginnt, ist eine Reise um die Welt, durch Bilder und Klänge.
Der Filmemacher Thomas Riedelsheimer geht mit auf diese Reise, deren Wege von den Geräuschen und Rhythmen des täglichen Lebens tief in die innere Welt des Klangs führen: vom Atmen zum Herzschlag, von der Stille zur Musik, vom Hören zum Sehen und zum Fühlen. Niemand könnte diese Beziehung zwischen Rhythmus und Materie, Klang und Sehen besser erkunden als Evelyn Glennie, die nach herkömmlichen Begriffen weitgehend taub ist. Für Evelyn Glennie ist das Hören eine Form der Berührung.
Wie schon in Rivers And Tides durchbricht Thomas Riedelsheimer die konventionellen Kategorien der Wahrnehmung und die scheinbare Linearität der Zeit. Gemeinsam mit Evelyn Glennie und ihren musikalischen Partnern zeigt er eine Welt, in der Klang Materie ist.
Mittwoch, 27.4.2005
Allende Die letzten Tage des Salvador Allende
Deutschland 2004, 80 Min.
Regie: Michael Trabitzsch
Drehbuch: Michael Trabitzsch, Sven Olsson
In den frühen Morgenstunden des 11. September 1973 bricht der lange erwartete Putsch des chilenischen Militärs unter General Pinochet gegen den drei Jahre zuvor gewählten Präsidenten Salvador Allende los. Allende verschanzt sich mit einigen Getreuen im Präsidentenpalast Moneda. Er weigert sich, auf das Ultimatum der Putschisten einzugehen und abzudanken. In einer letzten Radioansprache wendet er sich noch einmal an die chilenische Bevölkerung. Dann weist er seine Getreuen an, sich zu ergeben. Während das Militär bereits die Moneda stürmt, erschießt sich Salvador Allende in einem Nebenraum.
Regisseur Michael Trabitzsch hat die überlebenden Weggefährten Allendes aufgesucht, die am 11. September an der Verteidigung der Moneda teilnahmen. Aus ihren Erzählungen und beeindruckenden, zum Teil bisher unveröffentlichten Archivaufnahmen entsteht das leidenschaftliche und bewegende Porträt Salvador Allendes jenseits aller Verklärung und ideologischen Vereinnahmung: Ein Mensch in der Revolte, dessen überwältigende Lebenslust die zentralen Werte Würde und Freiheit mit einschließt und der bereit ist, mit dem eigenen Leben dafür einzustehen. Salvador ist gestorben, das ist wahr, sagt sein alter Freund Carlos Jorquera. Aber es ist auch wahr, dass er überlebt hat, mehr als dreißig Jahre.
Spanien
Mittwoch, 4.5.2005
Belle de Jour Schöne des Tages
Frankreich/Italien 1967, 101 Min., FSK: 6
Regie: Luis Buñuel
Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière, nach einem Roman von Joseph Kessel
Darsteller: Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Pierre Clémenti
Eine unter erotischen und masochistischen Zwangsvorstellungen leidende, scheinbar glücklich verheiratete Frau aus großbürgerlichem Milieu verdingt sich stundenweise in einem Edelbordell. Ein an ihr heftig interessierter Gangster folgt ihr nach Hause, schießt eifersüchtig auf ihren Ehemann, der, dadurch erblindet und gelähmt, von seiner Frau liebevoll gepflegt wird. Ein kunstvolles Gebilde von übergangslos vermischten Elementen aus Realität und Vorstellung, dessen traumatische Dimension durch surreale Bildmomente verstärkt wird.
(Lexikon des internationalen Films)
Mittwoch, 11.5.2005
Böse Zellen (FREE RADICALS)
Österreich/Deutschland/Schweiz 2003, 120 Min. FSK: 12
Regie: Barbara Albert
Drehbuch: Barbara Albert
Darsteller: Karl Fischer, Martin Brambach, Georg Friedrich, Marion Mitterhammer, Kathrin Resetarits, Ursula Strauss
Ein Schmetterling schlägt mit den Flügeln und löst damit einen Sturm über dem Golf von Mexiko aus, der seinerseits zu einem schrecklichen Flugzeugabsturz führt. Das Schicksal will, dass die 24-jährige Manu als einzige überlebt.
Sechs Jahre später: Manu arbeitet im Supermarkt einer österreichischen Kleinstadt. Das Leben, das sie mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter, ihren Geschwistern und Freunden verbringt, weitet sich durch alte und neue, zufällige und gewollte Bekanntschaften zu einem Netz von Beziehungen, das sich durch Ursache und Wirkung ständig weiter webt. Die Schicksale all derer, die in diesem Netz gefangen sind, bestimmen sich durch selbst gefällte Entscheidungen, die oft zu Liebe, Verständnis und Glück führen. Aber auch zu Schuld, Leiden und sogar zum Tod.
Barbara Alberts Filme sind alles andere als message movies, haben keine Vorschläge zur Verbesserung der Welt zu machen, sind nicht dazu da, politisch zu intervenieren oder gesellschaftliche Klage zu führen. Das gibt ihnen den Anschein von Härte, auch Bitterkeit. Und doch gibt es etwas in diesen Arbeiten, das ganz entschieden Optimismus, Glück signalisiert: der Blick in den Himmel etwa, über alle Grenzen hinaus; die künstliche Schönheit des Populären; der Zauber des Augenblicks und die Selbstvergessenheit der Menschen: im Tanz, im Fahrtwind und im Traum.
(Presseheft Böse Zellen)
Spanien
Mittwoch, 18.5.2005
L'Auberge Espagnol Barcelona für ein Jahr
Frankreich 2002, 122 Min., FSK: 6
Regie: Cédric Klapisch
Drehbuch: Cédric Klapisch
Darsteller: Romain Duris, Judith Godrèche, Audrey Tautou, Wladimir Yordanoff, Barnaby Metschurat, Kelly Reilly
Xavier, ein 25-jähriger Wirtschafts-Student aus Paris, landet nach tränenreichem Abschied von Dauerfreundin Martine in der sommerlichen Metropole Barcelona, um hier dank europäischem Austausch-Programm Erasmus sein letztes Studienjahr zu absolvieren und Spanisch zu lernen.
Was gar nicht so einfach ist, wo doch die Mitbewohner seiner neuen, bunt gemischten, gesamteuropäischen WG aus Italien, England, Dänemark, Belgien, Deutschland und Andalusien kommen.
Sie alle verfolgen das gleiche Ziel: feiern, leben, lieben ach ja, und studieren.
Neben AMÉLIE-Darstellerin Audrey Tautou und Barnaby Metschurat agiert ein vor Spielfreude überschäumendes Ensemble internationaler Jungstars, das die Einigung des Kontinents in Form einer europäischen (Wohn-) Gemeinschaft schon längst realisiert hat.
Mittwoch, 25.5.2005
The Door in the Floor
USA 2004, 111 Min.
Regie: Tod Williams
Dehbuch: Tod Williams, nach einem Roman von John Irving
Darsteller: Mimi Rogers, Jeff Bridges, Kim Basinger, Bijou Phillips, John Rothman, LeAnna Croom
Ted Cole (Jeff Bridges), ein erfolgreicher Kinderbuchautor und Illustrator, seine schöne Frau Marion (Kim Basinger) und ihre kleine Tochter Ruth wohnen direkt am Meer, in einem malerischen Küstenort auf Long Island. Eine perfekte Familie in einer perfekten Welt?
Doch die Familie ist von einem tragischen Ereignis in der Vergangenheit gezeichnet: Bei einem Verkehrsunfall haben die Eltern ihre beiden Söhne verloren. Die Coles werden mit dem Verlust nicht fertig. Marion gibt sich ganz ihrem Leid hin. Die Liebe für ihre kleine Tochter Ruth kommt dabei zu kurz. Ted dagegen stürzt sich von einer flüchtigen Affäre zur nächsten.
Als Eddie (Jon Foster) bei ihnen einzieht, um in seinen Schulferien für Ted als Praktikant zu arbeiten, ändert sich alles. Einen Sommer lang wird Marion ihn leidenschaftlich lieben. Eddie erfährt zum ersten Mal die Freuden, aber bald auch die Leiden der Liebe. Dann spitzen sich die Ereignisse zu.
Spanien
Mittwoch, 1.6.2005
Der diskrete Charme der Bourgeoisie (LE CHARME DISCRET DE LA BOURGEOISIE)
Frankreich 1972, 101 Min., FSK: 16
Regie: Luis Buñuel
Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière
Darsteller: Fernando Rey, Delphine Seyring, Stéphane Audran, Bulle Ogier
Mehrere Angehörige der bürgerlichen Führungsschicht eines fiktiven lateinamerikanischen Landes verbringen ihre Zeit mit einer Folge von gegenseitigen Einladungen, doch werden sie immer wieder in ihren Geschäften dabei gestört und um den kulinarischen Genuss betrogen. Dieser drittletzte Film Buñuels knüpft an früheste surrealistische Muster des Regisseurs an und führt die Denunziation des als verrottet angeprangerten Bürgertums durch Zerschlagung einer schlüssigen bürgerlichen Dramaturgie, deren Bruchstücke als Traumelemente um ein operettenhaftes Personeninventar drapiert werden, zu einem vorläufigen Höhepunkt.
(Lexikon des internationalen Films)
Mittwoch, 8.6.2005
Der Große Diktator (THE GREAT DICTATOR)
USA 1940, 124 Min.
Regie: Charles Chaplin
Drehbuch: Charles Chaplin
Darsteller: Charles Chaplin, Jack Oakie, Reginald Gardiner, Carter De Haven, Billy Gilbert, Henry Daniell, Grace Hayle
Tomania wird mit eiserner Hand vom Diktator Adenoid Hynkel regiert. Uniformen, Aufmärsche und eine gewaltige Aufrüstung: Man will die Welt erobern. Unbarmherzig verfolgen Hynkel und seine Schergen die Juden im Land, für die kein Platz sein soll im tomanischen Reich.
Von all dem weiß der kleine jüdische Friseur nichts, der nach 20 Jahren aus dem Hospital entlassen wird. Nach seiner Verwundung im Ersten Weltkrieg hat er das Gedächtnis verloren. Es ist ihm, als habe er erst gestern seinen Laden im jüdischen Ghetto verlassen. Woher soll er wissen, dass Hynkels Polizisten nun nach Gutdünken ungestraft plündern und zerstören dürfen?
Beherzt setzt er sich gegen die Übergriffe zur Wehr und kommt nur durch ein Wunder mit dem Leben davon. Der Offizier Schultz, dem er im Ersten Weltkrieg das Leben gerettet hat, kommt zufällig vorbei, als Hynkels Schergen den renitenten Friseur kurzerhand aufhängen wollen. Er ist ein mächtiger Mann im neuen Tomania geworden und stellt den Friseur und dessen Freunde unter seinen persönlichen Schutz. Im Ghetto hält ein kaum mehr für möglich gehaltener Frieden Einzug. Sogar für die Liebe ist wieder Zeit. Der Friseur ist ganz verzaubert von Hannah, dem Mädchen aus dem Nachbarhaus.
Doch am Abend ihrer ersten Verabredung bricht die Katastrophe wieder ins Ghetto ein, schlimmer als je zuvor. Denn Schultz ist in Ungnade gefallen, weil er sich Hynkels Plänen zur Invasion des Nachbarlandes Osterlich widersetzt hat. Er flieht zu seinem alten Freund ins Ghetto. Dort versucht man alles, um Schultz zu retten. Doch schließlich wird er von Hynkels Männern gefasst und zusammen mit dem Friseur ins Konzentrationslager gebracht.
Hynkel muss derweil alles diplomatische Geschick aufwenden, um seinem Diktatoren-Kollegen Benzino Napaloni aus Bacteria beim Einmarsch in Osterlich zuvorzukommen. Beim Besuch Napalonis in Hynkels Palast wird eine Allianz geschlossen der Weg für die tomanischen Truppen ist frei. Hynkel begibt sich, als Entenjäger getarnt, ins Grenzgebiet.
Schultz und der Friseur entkommen in tomanischen Uniformen aus dem Konzentrationslager. Sie geraten in die Invasion Osterlichs.
Doch die tomanischen Soldaten verwechseln den Friseur mit Hynkel. Und während der echte Diktator auf der Entenjagd von seinen eigenen Truppen als entlaufener KZ-Häftling verhaftet wird, führt man den Friseur auf den Paradeplatz von Osterlichs Hauptstadt. Er soll eine Rede halten. Reden Sie, fleht Schultz. Es ist unsere einzige Hoffnung...
Seit einigen Jahren arbeiten die Cineteca di Bologna und das Kopierwerk Immagine Ritrovate im Auftrag der Chaplin Association an der Restaurierung der Filme Chaplins. Das Ausgangsmaterial für die Bild-Restaurierung von Der Große Diktator war eine vom Original-Negativ gezogene, gut erhaltene Filmkopie, die es ermöglichte, die originalen Kontraste und die Lichtbestimmung wiederherzustellen. Für die Tonbearbeitung stand ein Band der originalen Endmischung zur Verfügung. Mit Hilfe digitaler Technologien wurden Kratzer und andere Beschädigungen der Tonspur beseitigt. Als Ergebnis stehen heute Filmkopien in einer den Original-Vorgaben entsprechenden, bisher nicht gekannten Bild- und Tonqualität zur Verfügung.
Spanien
Mittwoch, 15.6.2005
Flamenco
Spanien 1995, 100 Min.
Regie: Carlos Saura
Drehbuch: Carlos Saura
Mit: Paco de Lucia, Manola Sanlucar, Joaquincortes, Enrique Morente, Lole y Manuel, u.a.
Carlos Saura, neben Buñuel und Almodòvar wohl der bedeutendste spanische Filmregisseur, hat bereits in seinen Filmen Bluthochzeit und Carmen seine Liebe zu Musik und Tanz zum Ausdruck gebracht. Mit Flamenco, einer grandiosen Liebeserklärung an diese einzigartige Musik- und Tanztradition, erreicht er den Höhepunkt seiner Leidenschaft.
Er entführt in die musikalische Welt seiner Heimat, dorthin, wo Spanien am ursprünglichsten ist, in das geheimnisvolle Reich des Flamenco. In zwanzig völlig unterschiedlichen Kapiteln dieser spanischen Tradition zeigt er die Schönheit und Kraft des Flamencos auf und kreiert eine furiose filmische Mischung aus Tanz, Emotion und Musik von Gitarrenvariationen (Alegrias), bis zu Fandangos aus Huelva, von Weihnachtsliedern (Villancicos) bis zu Rumba, interpretiert von den besten spanischen Flamenco-Künstlern wie zum Beispiel Paco de Lucia, Manola Sanlucar, Joaquincortes, Enrique Morente, Lole y Manuel. In Sauras Tanzfilm in Reinkultur wird Flamenco gesungen, auf der Gitarre gespielt und getanzt.
Tiefste Gefühle bis zur höchsten Lebensfreude kommen hier im Flamenco zum Ausdruck, inszeniert in einem faszinierenden Zusammenspiel von Bewegung und Rhythmus, Licht und Farben. Ein intensiveres optisches und akustisches Erlebnis des Flamencos ist kaum vorstellbar.
Spanien
Mittwoch, 22.6.2005
Live Flesh Mit Haut und Haar (CARNE TRÉMULA)
Spanien/Frankreich 1997, 101 Min.
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Darsteller: Liberto Rabal, Javier Bardem, Francesca Neri, Angela Molina
Spanien 1990: Der junge Victor Plaza bedrängt die drogenabhängige Elena, mit der er seinen ersten Sex hatte, die ihn nun jedoch abweist. Als plötzlich zwei Polizisten auftauchen entsteht ein Handgemenge, in dem einer der Beamten angeschossen wird. Victor wird verhaftet und erst vier Jahre später, noch immer in Elena verliebt, aus dem Gefängnis entlassen. Jedoch hat Elena inzwischen den Polizisten geheiratet, der in jener Nacht verwundet wurde. Spaniens Kult-Regisseur Pedro Almodóvar inszenierte Live Flesh nach einem Krimi von Ruth Rendell mit einer gelungenen Mischung aus Tragik und hintergründigem Witz.
Mittwoch, 29.6.2005
Ravioli
Österreich 2003, 79 Min.
Regie: Peter Payer
Drehbuch: Alfred Dorfer
Darsteller: Alfred Dorfer, Günther Paal, Branko Samarovski
Heinz Hoschek träumt sich Heinz Hoschek zurecht: als Rebell und romantischer Liebhaber, ja sogar als Brave Heart, Held im schottischen Freiheitskampf.
Hoschek, der ehemalige Bankfilialleiterstellvertreter, kehrt zurück in die leer stehende Wohnung seiner Eltern und übt zwischen Donauland-Vorschlagsbänden, groß gemusterten Vorhängen und einem ziemlich verstimmten Klavier die hohe Kunst des Scheiterns. Nach dem Verlust seines Jobs und dem Ende der Ehe lässt der von Alfred Dorfer verkörperte Antiheld sein Leben Revue passieren. Ständig schwankt Heinz Hoschek zwischen bitterer Ironie und Selbstmitleid, zwischen Imagination und Realität, zwischen einem hoffnungsvollen Damals und seinem Jetzt, das sich nur noch mit gesteigertem Konsum von Alkohol und Valium ertragen lässt. Kein Zweifel: Der Mann ist ein Untergeher. Aber sein Untergang wird mit skurrilem Humor und ironischer Leichtigkeit erzählt.
Ravioli verwendet Elemente aus Alfred Dorfers aktuellem Bühnenstück heim.at und ist doch etwas ganz anderes als die Filmversion eines Kabarett-Programms. Regisseur Peter Payer gelingt mittels lakonischer Erzählweise, ungewöhnlicher Bildsprache und mutiger Montagetechnik jene Balance zwischen Tragik und Komik, die diesem gelungenem Psychogramm seine ganz besondere Note verleiht. Surreales mischt sich mit (fast) Dokumentarischem, trockener Witz mit genauer Milieuschilderung.
(www.ravioli-derfilm.at)
Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im CinemaxX im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter www.cinemaxx.de.
Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".
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