Unser Programm Januar - März 2006: Schwerpunkt "Neues Deutsches Kino"

Mittwoch, 4.1.2006 „Neues deutsches Kino“
Befreite Zone
D 2003, 93 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Norbert Baumgarten
Darsteller: Johanna Klante, Florian Lukas, Annett Renneberg, Michael Ojake
Blauäugig und zu jedem Risiko bereit durchlieben die Bürger Sässlens ihren ganz persönlichen Aufschwung Ost.
Da sind Micha und Sylvia. Sie haben Träume vom gemeinsamen Leben – Kinder, wenigstens ein Auto und ein großes Haus. Sie sagen, dass sie sich lieben. Aber wie das nunmal so ist ...
Probleme haben Michas Eltern Otto und Inge nicht. Otto ist der einflussreichste Bauunternehmer der Stadt und Präsident des Fußballvereins. Seine Kompromisslosigkeit, sein Durchsetzungsvermögen und seine kreative Buchführung sind das Fundament für den sportlichen und wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Doch irgendwann wird Ottos Kreativität eine Sache fürs Gericht.
Dann gibt’s noch Sylvias Bruder Benny und seinen Kumpel Timo. Die trinken Bier, rauchen, reden über Mädchen und versuchen auch mal bei einer zu landen. Was nicht gelingt.
Eine Geschichte für ein aufgeklärtes Publikum, das sich seine Vorurteile endgültig bestätigen lassen will.

Mittwoch, 11.1.2006
Das Fenster gegenüber (LA FINESTRA DI FRONTE)
I 2003, 106 Min.
Regie: Ferzan Özpetek
Drehbuch: Gianni Romoli, Ferzan Özpetek
Darsteller: Rosaria De Cicco, Flavio Insinna, Serra Yilmaz, Filippo Nigro, Ivan Bacchi
Regisseur Ferzan Özpetek erzählt in seinem vierten Spielfilm zwei sehr unterschiedliche Liebesgeschichten. Getrennt durch die Zeit, sind sie miteinander verflochten und beeinflussen sich gegenseitig.
Im Mittelpunkt steht Giovanna, eine junge Frau aus der Gegenwart. Als ihr ungeliebter Mann auf der Straße einen offensichtlich verwirrten, orientierungslosen alten Herrn trifft und den mit in die gemeinsame Wohnung bringt, beginnt ihr Leben sich zu ändern.
Mit Hilfe des attraktiven Nachbarn von gegenüber, zu dem sich Giovanna schon lange hingezogen fühlt, versucht sie das Rätsel um die Herkunft des erstaunlichen Gastes zu lösen.
Es ist ein Rätsel, dessen Auflösung weit in die Vergangenheit zurückreicht, ins Jahr 1943. Eine mutige Tat im Rom des Faschismus und ein existenzieller Verlust ereigneten sich damals in einer einzigen Nacht – Ereignisse, die in der Gegenwart nachwirken. Giovanna spürt: Auch sie muss sich entscheiden.

Mittwoch, 18.1.2006 „Neues deutsches Kino“
Stratosphere Girl
D/CH/F/I 2004, 85 Min., FSK: 16
Regie und Buch: Matthias X. Oberg
Darsteller: Rebecca Palmer, Tuva Novotny, Burt Kwouk
Die achtzehnjährige Angela hat gerade ihr Abitur gemacht und nun überkommt sie ein Gefühl der Orientierungslosigkeit. Sicher ist sie sich nur ihrer großen Leidenschaft: dem Comic-Zeichnen. Bei ihrer Abiturfeier begegnet sie dem Japaner Yamamoto, der ihr ein wenig von Tokio erzählt. Yamamoto schlägt ihr ein Abenteuer vor: Sie kann bei Monika, einer Freundin in Tokio, unterkommen und dort als Hostess arbeiten, um sich über Wasser zu halten.
Angela packt noch in der selben Nacht ihre Sachen. In Tokio angekommen trifft sie auf Monika, die mit drei weiteren Mädchen in einer winzigen Wohnung lebt. Alle arbeiten als Hostessen im „Golden Gate Club“, in dem sie reiche japanische Geschäftsmänner umgarnen und unterhalten.

Mittwoch, 25.1.2006
Miffo – Da Braut sich was zusammen! (MIFFO)
S 2003, 98 Min.
Regie: Daniel Lind-Lagerlöf
Drehbuch: Malin Lind-Lagerlöf
Darsteller: Jonas Karlsson, Livia Millhagen, Ingvar Hirdwall, Kajsa Ernst, Fyr Thorvald Strömberg
Tobias, wohlerzogener Sohn aus gutem Hause, übernimmt als frisch gebackener Priester eine Gemeinde in einem tristen, heruntergekommenen Vorort. Er hat große Pläne, doch schon seine erste Predigt ist ein Flop. Bald trifft er auf Carola, eine ausgeflippte, von Sozialhilfe lebende Kettenraucherin. Dass sich Gegensätze sehr anziehen können, merken die beiden schnell. Aber die Beziehung geht bald in die Brüche.
Tobias versucht, seinen zwiespältigen Gefühlen zu entfliehen, indem er eine alte Liebe wieder aufwärmt. Jenny, seine „Ex“, besteht jedoch auf klaren Verhältnissen. Das Aufgebot wird bestellt, Braut, Eltern und Schwiegereltern sind glücklich, der Termin der Trauung steht fest. Doch das junge Paar hat seine Rechnung ohne Carola gemacht.

Mittwoch, 1.2.2006 „Neues deutsches Kino“
Northern Star
D 2003, 80 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Felix Randau
Darsteller: Julia Hummer, Denis Moschitto, Nic Romm
Der Film erzählt von der achtzehnjährigen Schülerin Anke, die mit ihrer Mutter in einer norddeutschen Kleinstadt lebt. Anke ist nie über den Tod ihres Vaters hinweggekommen. Sie pflegt sein Grab und wacht eifersüchtig darüber, dass niemand sonst Hand anlegt. Ihr Zimmer ist voll gestopft mit Devotionalien, die an ihn erinnern. Sein alter Hund ist Ankes ein und alles.
Beim Versuch, die Heimatstadt im Streit mit ihrer Mutter zu verlassen, trifft Anke auf Ulf, einen exzentrischen jungen Mann. Ulf bietet Anke an, in dem großen Haus zu wohnen, das er geerbt hat. Und er schlägt ihr ein Geschäft vor: Anke soll das Boot flott machen, das im Garten liegt, und sich so Kost und Logis verdienen.
In dieser kleinen Motoryacht „Northern Star“ erkennt Anke das Schiff, mit dem sich ihr Vater in die weite Welt hinaus geträumt hatte.

Mittwoch, 8.2.2006
Moderne Zeiten (MODERN TIMES)
USA 1936, 87 Min., OmU
Regie und Buch: Charles Chaplin
Darsteller: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Henry Bergmann, Allan Garcia, Tiny Sandford, Chester Conklin, Hank Mann, Stanley Blystone
Der Tramp in der Fabrik: Im monotonen Rhythmus der Maschine zieht er Schraube um Schraube fest an den unaufhörlich heran-rollenden Werkstücken. Dem Fabrikdirektor indes geht es nicht schnell genug. In immer Schwindel erregenderem Stakkato fliegt das Fließband an den Arbeitern vorbei, zu schnell für den Tramp. Entfesselt tanzt er durch die Halle, vorbei an Fließband und Kollegen, bis ihn schließlich die gigantische Maschine verschlingt ...
„Mit dem Erscheinen des Tonfilms waren der Charme und die Sorglosigkeit Hollywoods verschwunden. Über Nacht war aus der Filmproduktion eine kalte, rechnende und ernsthafte Industrie geworden. (...) Kameras von der Größe eines ganzen Zimmers bewegten sich wie urweltliche Monstren durch die Szenenaufbauten (...). Männer mit Kopfhörern, die wie Marsmenschen aussehen, schwebten während der Aufnahmen über den Darstellern wie an Angelschnüren. Das war alles sehr kompliziert und niederdrückend. Wie konnte man noch schöpferisch arbeiten, wenn alle diese technischen Dinge sich um einen häuften?“
(Charles Chaplin, Die Geschichte meines Lebens)

Mittwoch, 15.2.2006
Stepping Razor
CAN 1992, 105 Min., OmU
Regie: Nicholas Campbell
Darsteller: Peter Tosh, Alvera Morris Coke, Vincent Tawta Ford, Coxsone Dodd, Earl Chinna Smith, Mikey Chung, Robbie Shakespeare, Al Anderson
Der Dokumentarfilm zeichnet das Leben der ermordeten Reggae-Legende Peter Tosh nach, dessen internationale Musikkarriere in der bitteren Armut der Ghettos von Kingston, Jamaika begann.
Zusammen mit Bob Marley und Bunny Livingston gründete Peter Tosh die „Wailers“, die zu den Vorreitern einer Reggaebewegung wurde, die in den 60ern und frühen 70ern die ganze Welt erreichte.
Toshs autobiographische Aufzeichnungen bilden das Gerüst des Films. Interviews und Konzertmaterial, intelligent und spannend zusammengestellt, ermöglichen das Verständnis seiner steilen Karriere, die durch den gewaltsamen Tod endete.

Mittwoch, 22.2.2006 „Neues deutsches Kino“
Westend
D 2003, 89 Min.
Regie: Kai-Maria Steinkühler
Drehbuch: Markus Mischkowski, Kai-Maria Steinkühler
Darsteller: Markus Mischkowski, Jens Claassen, Kai-Maria Steinkühler
Markus Mischkowski und Kai Steinkühler haben eine lakonische Komödie über Faulenzer und Workaholics gedreht.
Die Handlung ist simpel: Mike und Alfred sind wie so viele andere langzeitarbeitslos. Sie langweilen sich, trinken Bier und stehen an der Pommesbude; ihre Versuche, Arbeit zu bekommen, scheitern zumeist schon im Ansatz. Selbst als Kartenabreißer finden sie keinen Job. Da bietet ihnen ein alter Kumpel an, eine Kiosk-Ruine an einer kaum befahrenen Landstraße mit neuem Leben zu füllen. Mike und Alfred nehmen an und werden Trinkhallenpächter. Ihre Dienstfahrzeuge sind zwei frisierte Mopeds, und auch sonst erleben sie allerlei skurrile Dinge.
„Westend“ ist eine ebenso originelle wie charmante Komödie über zwei Kölner Loser. Detlev Bucks „Wir können auch anders“ lässt ebenso grüßen wie die frühen Filme von Kaurismäki, die offen zitiert werden.

Mittwoch, 1.3.2006
Human Nature – Die Krone der Schöpfung (HUMAN NATURE)
USA/F 2001, 96 Min., FSK: 12
Regie: Michael Gondry
Drehbuch: Charlie Kaufman
Darsteller: Tim Robbins, Robert Forster, Patricia Arquette, Rosie Perez
Mutter Natur hat sich einen grausamen Scherz mit Lila erlaubt: Vom Scheitel bis zur Sohle ist sie mit einem überaus dichten Haarwuchs überzogen. Resigniert zieht sie sich in die Wildnis zurück. Doch nachdem sie mit einem Bestseller über ihre Erfahrungen berühmt wird, kehrt sie in die Gesellschaft zurück.
Sie verliebt sich ausgerechnet in den verklemmten Wissenschaftler Nathan, der Mäusen Tischmanieren antrainiert. Gemeinsam stoßen sie bei einer Wanderung auf den verwilderten Puff, der von seinem Vater wie ein Affe aufgezogen wurde.
Mit Hilfe seiner koketten französischen Assistentin Gabrielle will Nathan an Puff ein zivilisatorisches Exempel statuieren. Aber er hat nicht mit dem Schrei der Wildnis gerechnet – und löst eine groteske Abfolge von immer bizarreren Ereignissen aus, die für alle Beteiligten schwer wiegende Konsequenzen haben.

Mittwoch, 8.3.2006
Immortal (NY 2095 – Die Rückkehr der Götter) (IMMORTEL (AD VITAM)
F/GB/I 2004, 103 Min., FSK: 12
Regie: Enki Bilal
Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Thomas Kretschmann, Charlotte Rampling, Frédéric Pierrot, Linda Hardy
Mit seiner brillanten Trilogie „Alexander Nikopol im 21. Jahrhundert“ hat Enki Bilal Comic-Geschichte geschrieben. Mit „Immortel (ad vitam)“ hat er nun seine Comics für einen aufwändigen Science-Fiction-Film adaptiert.
Die Geschichte führt in das New York der Zukunft, ein unübersichtliches, urbanes Moloch im Jahr 2095. Dort erscheint eines Tages eine schwebende Pyramide über dem Central Park, in der sich der ägyptische Gott Horus mit Menschenkörper und Adlerkopf befindet. Er soll aus der Göttergemeinschaft ausgeschlossen werden, darf aber vor Auflösung seiner Unsterblichkeit noch einmal für sieben Tage auf die Erde. Sein Plan: Er will sich heimlich fortpflanzen. Horus sucht einen Wirtskörper und wird in dem einstigen politischen Dissidenten Alexander Nikopol, der 30 Jahre in Stickstoff konserviert lag, fündig. In dessen Gestalt macht er sich auf die Suche nach Jill Bioskop, einer menschlichen Mutantin mit blauen Haaren. Jill muss er schwängern, um doch noch der Sterblichkeit zu entgehen ...

Mittwoch, 15.3.2006
In Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Cave 61.
Unsere Besucher erhalten unter Vorlage ihrer Eintrittskarte für diesen Film freien Eintritt zur heutigen Jam-Session im Jazzclub Cave 61!
(Auch im K3, nach dem Kino zwei Treppen 'rauf.)
Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm
D 2004, 84 Min., FSK: 6
Regie und Buch: Helge Schneider
Darsteller: Helge Schneider, Andreas Kunze, Horst Mendroch, Tana Schanzara, Hans Werner Olm, Jimmy Woode, Pete York
Fischverkäufer Teddy ist Jazzmusiker, seine Frau findet Musik doof und tyrannisiert Teddy, wo sie kann. Weil sie sehr anspruchsvoll ist, arbeitet Teddy zusätzlich noch als Zeitungsausträger und als Mann für gewisse Stunden.
Und nun zum Jazzclub: Die Band besteht aus Steinberg, dem Bassisten, Howard, dem Drummer und Teddy selbst. Der Besitzer des Jazzclubs und sein stummer Bruder Theodor, der immer die Tische abwischt, haben große Geldsorgen; der Club wird wohl schließen müssen.
Als Hoffnungsträger tritt der Musikmanager Mies van de Kalb auf den Plan. Doch nachdem der Jazzclubbesitzer gestorben ist, überstürzen sich die Ereignisse ...

Mittwoch, 22.3.2006 „Neues deutsches Kino“
Willenbrock
D 2005, 108 Min., FSK: 12
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Laila Stieler
Buchvorlage: Christoph Hein
Darsteller: Dagmar Manzel, Axel Prahl, Ursula Werner, Anne Ratte-Polle, Christian Grashof, Margit Bendokat
Bernd Willenbrock ist Gebrauchtwagenhändler und hat es zu etwas gebracht. Er weiß das Leben zu nehmen, ist verheiratet und lässt auch nebenher nichts anbrennen. Seine Welt scheint ihm sicher und überschaubar.
Doch durch einen brutalen Überfall wird er unerwartet aus seinen Gewohnheiten gerissen und jeglicher Sicherheiten beraubt. Verzweifelt versucht er, die Kontrolle über sein Leben wiederzuerlangen. Mit der Pistole, die ihm sein bester Kunde schenkt, ändert sich sein Leben.

Mittwoch, 29.3.2006
Lightning in a Bottle
USA 2003, 108 Min.
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Chuck D, Mos Def, Macy Gray, Bill Cosby, Shemekia Copeland, Chris Thomas King, Bonnie Raitt, Vernon Reid, James Blood Ulmer, B.B. King, Hubert Sumlin, Gregg Allman, Billy Boy Arnold, Clarence Gatemouth Brown, Ruth Brown, Solomon Burke, Nathalie Cole, Robert Cray, Dr John, John Fogerty, Buddy Guy, Keb’ Mo’, Odetta, Mavis Staples, The Neville Brothers, The Fine Arts Militia, Steven Tyler, Jimmie Vaughan, Kim Wilson u.a.
Am 7. Februar 2003 versammelten sich Tausende von Musikfans in der New Yorker Radio City Music Hall zu einem fünfstündigen Benefizkonzert, um die reiche Vergangenheit, aber auch die Zukunft des Blues zu feiern. An diesem großen Abend trafen Blueslegenden wie Buddy Guy und B.B. King auf jüngere und jüngste Vertreter ihrer gemeinsamen Musik, darunter Bonnie Raitt, Angelique Kidjo, Macy Gray, Mos Def und India Arie: ein Meilenstein in der Geschichte der populären Musik.
Mit „Lightning in a Bottle“ hat Antoine Fuqua einige der großen Momente jener aufregenden Nacht auf Film gebannt. Der Film verfolgt die organisatorischen Vorbereitungen für das Konzert, beobachtet die Proben, präsentiert Back-Stage-Impressionen und dokumentiert das breite Spektrum der Auftritte dieser Nacht: Die Kreativität von mehr als fünfzig verschiedenen Musikerpersönlichkeiten schuf eine elektrisierende Komplizenschaft zwischen Publikum und der Künstlerschar. Die Kollegen waren zugleich auch die „Jury“, vor der sich jeder einzelne zu bewähren versuchte. Generosität, Respekt und wechselseitiger Ansporn waren an diesem Abend die große Energiequelle. Das sorgte für die positive Stimmung, die die Auftritte antrieb und jeden einzelnen zu einem Erlebnis machte.


Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im „CinemaxX“ im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter „www.cinemaxx.de“.

Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".

Unsere Aktivitäten werden gefördert durch die Stadt Heilbronn sowie die MFG-Filmförderung Baden-Württemberg.