Unser Programm Januar - März 2005: Schwerpunkt "Made in Japan - Pop und Perversionen"
Mittwoch, 5.1.2005 "Made in Japan - Pop und Perversionen"
2 LDK 2 Zimmer, Küche, Bad
Japan 2002, 70 Min., OmU, FSK: 18
Regie: Yukihiko Tutsumi
Drehbuch: Yukihiko Tutsumi, Uiko Miura
Darsteller: Maho Nonami, Eiko Koike
Eine Wohnung 2 Zimmer, Küche, Bad und zwei junge Schauspielerinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten aber für die gleiche Rolle vorsprechen: Das sind die Rahmenbedingungen unter denen Nozomi, die gerade aus Ihrer Kleinstadt nach Tokyo gezogen ist, und die chaotische Lana, die versucht ihre Porno-Vergangenheit ungeschehen zu machen, zum ersten mal aufeinander treffen. Nach anfänglichen Begrüßungs- und Höflichkeitsfloskeln beginnen die beiden bald erste Feindseligkeiten auszutauschen. Streitigkeiten über den Inhalt des Kühlschranks eskalieren schnell in einem brutalen Cat Fight, der in der Filmgeschichte seinesgleichen sucht.
"2 LDK" ist eine bitterböse Satire, die es schafft durch die clevere und konsequente Umsetzung eines minimalistischen Plots mitzureißen und zu begeistern. Tsutsumi zeigt, was "Girl meets Girl" wirklich bedeutet.
"2 LDK" entstand aus einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit mit Regisseur Ryuhei Kitamura heraus. Gemeinsam realisierten sie das "Duel Project" ein Duell der Regisseure. Sie stellten sich zur Aufgabe jeweils einen Film über den erbitterten Todeskampf zweier Protagonisten in einem abgegrenzten Raum zu inszenieren. Das Ergebnis ist genauso unterschiedlich wie atemberaubend: Während Tsutsumi mit viel Sarkasmus den blutigen Kampf zweier Schauspielerinnen um eine Rolle entwarf, griff Kitamura auf die Tradition der Samurai-Filme und die Geschichte der japanische Legende Aragami zurück.
"Ein Midnight Movie, das Kill Bill Fans begeistern wird..." - Variety
Mittwoch, 12.1.2005
Stealing Rembrandt - Klauen für Anfänger (REMBRANDT)
DK 2003, 109 Min.
Regie: Jannik Johansen
Drehbuch: Anders Thomas Jensen, Jannik Johansen
Darsteller: Nikolaj Lie Kaas, Paprika Steen, Ole Ernst
Mick und Tom, die alles andere als eine harmonische Vater-Sohn-Beziehung führen, verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Kleinkriminelle und Schrott-Diebe.
Als sie den Auftrag erhalten, in einem Museum ein Kunstwerk zu stehlen, nehmen sie aus Versehen das falsche Gemälde mit: Dänemarks einzigen Rembrandt! Was tun, wenn auf einmal Interpol, die dänische Polizei und natürlich die gesamte dänische Unterwelt hinter einem her ist?
"Stealing Rembrandt" ist durch eine wahre Begebenheit inspiriert: den größten und dümmsten Museumsraub in der Geschichte Dänemarks.
Mittwoch, 19.1.2005
Mein erstes Wunder
Deutschland 2002, 95 Min., FSK: 12
Regie und Buch: Anne Wild
Darsteller: Juliane Köhler, Andreas Patton, Devid Striesow
Während ihrer Ferien an der Küste lernt die elfjährige Dole den über 30 Jahre älteren Familienvater Hermann kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die weder von Doles Mutter noch der Familie Hermanns verstanden wird.
Eines Tages beschließt Doles Mutter fest zu ihrem Freund zu ziehen, woraufhin Dole kurze Zeit später vor Hermanns Tür steht, in der Absicht mit ihm wegzugehen. Auf ihrer Flucht werden die beiden verfolgt von Doles Mutter und Hermanns Frau und erleben die erste Liebe ihres Lebens. Die Reise endet schließlich an der Küste, dort, wo sie sich auch kennengelernt haben. Es hat sich einiges verändert. Dole ist erwachsen geworden, Hermann nicht.
Mittwoch, 26.1.2005 "Made in Japan - Pop und Perversionen"
I.K.U. This Is Not Love This Is Sex
Japan 2002, 70 Min., OmU, FSK: 18
Regie: Shu Lea Cheang
Reiko ist ein Cyborg. Ihr Job besteht darin, Daten für eine große Orgasmus-Datenbank zu sammeln. Ihr Arbeitgeber, die GENOM Corporation, will damit virtuelle Sex-Erlebnisse vermarkten. Als Reiko sich in einem Nachtclub mit dem rätselhaften "Tokyo Rose" Virus ansteckt, scheint ihre Mission mitsamt allen Daten verloren zu sein. Doch ein System-Restart und eine wilde Affäre mit dem Stricher Akira laden ihren I.K.U.-Chip wieder auf.
Mittwoch, 2.2.2005
West Side Story
USA 1961, 151 Min.
Regie: Robert Wise, Jerome Robbins
Drehbuch: Ernest Lehman, Jerome Robbins, Arthur Laurents
Buchvorlage: William Shakespeare
Darsteller: Rita Moreno, Natalie Wood, Richard Beymer, Russ Tamblyn
Am 25. September 1957 bejubelte das Premierenpublikum im New Yorker "Winter Garden Theatre" ein Musical Leonard Bernsteins, das eine perfekte Synthese aus Schauspiel, Gesang und Tanz auf die Bühne brachte: die West Side Story, später eines der international erfolgreichsten Broadway-Musicals. Sie erzählt die Geschichte von "Romeo und Julia" im modernen Amerika der 50er Jahre. Bandenkriege zweier verfeindeter Gangs in der New Yorker West Side gehören zur Tagesordnung. Obwohl Tony und Maria den verfeindeten Gruppen angehören, verlieben sie sich ineinander. Sie wollen aus dem Gefüge von Hass und Gewalt ausbrechen, ihre Liebe jedoch scheint hoffnungslos. Es kommt bald zu blutigen Auseinandersetzungen, die drei Menschenleben fordern unter den Opfern ist auch Toni. Erst nach seinem Tod werden sich die Jugendlichen des Irrsinns ihrer Rivalität bewusst.
Bereits vier Jahre nach der überwältigenden Erstaufführung kam die getanzte Tragödie unter Beibehaltung aller Originalsongs in die Kinos. Regisseur Robert Wise und Choreograph Jerome Robbins gelang eine ebenso sorgfältige wie brillante Umsetzung des Musicals. Alle Qualitäten des Originals blieben erhalten oder wurden sogar gesteigert.
Daniel L. Fapp schuf mit der Farbkamera, die damals noch nicht die Regel war, Bilder von großer Dynamik und unwiderstehlichem Temperament. Geschnitten wurden sie im Rhythmus der Musik und des Tanzes. Jerome Robbins brillante Choreographie illustriert die Heftigkeit und Gewaltbereitschaft des Lebens auf der Straße. Er verlangte von seinen Tänzern tägliches stundenlanges Training sowie äußerste Konzentration und hohen Einsatz. Perfekt inszenierte er die vertrackt-aggressiven Rhythmen Bernsteins, die damals fast revolutionär waren, und setze neue Akzente für Musicalfilme.
Die Einheit aus glanzvoll interpretierten Songs und atemberaubenden, dynamischen Tanzszenen im Zusammenspiel mit einer brillanten Kameraarbeit und optischen Einfällen ließen den damals auch gesellschaftspolitisch aktuellen Film zehn Oscars gewinnen. Er ist damit eines der erfolgreichsten Werke der Filmgeschichte und wurde zum Vorbild für viele modernen Musicalverfilmungen.
Mittwoch, 9.2.2005
Gasoline (BENZINA)
Italien 2001, 90 Min.
Regie: Monica Stambrini
Buch: Monica Stambrini, Anne Riitta Ciccone, Elena Stancanelli
Darsteller: Regina Orioli, Luigi Maria Burruano, Maya Sansa, Mariella Valentini, Chiara Conti
Stella, dunkelhaarig und wild, hat keine Familie und führt ein ungebundenes leben. Eleonora, ist blond und kommt aus gutem Hause. Die beiden jungen Frauen lieben sich. Eleonoras Mutter ist gegen die Beziehung. Die beiden Frauen versuchen der tristen Situation zu entkommen. Eines nachts kommt es zu einem tragischen Unfall oder ist es ein Verbrechen?
Mittwoch, 16.2.2005 "Made in Japan - Pop und Perversionen"
Aragami
Japan 2002, 80 Min., OmU, FSK: 18
Regie und Buch: Ryuhei Kitamura
Darsteller: Masaya Kato, Takao Osawa, Kanae Uotani
Ein verwundeter Samurai irrt durch die Wälder und bricht an den Pforten eines Tempels zusammen. Als er wieder erwacht, sind seine Wunden geheilt und der Hausherr bittet ihn zu bleiben. Bei einem großzügigen Mahl erklärt der mysteriöse Gastgeber, dass er kein Mensch sondern Aragami sei, der rasende Gott des Krieges.
Er fordert seinen erstarrten Gast zu einem ungewöhnlichen Duell heraus: Der Samurai soll Aragami im Kampf töten, um ihn von seinem ewigen und leidvollen Leben zu erlösen. Der Samurai hat keine Wahl, und ein erbitterter Kampf beginnt.
Mittwoch, 23.2.2005
Indian Love Story (KAL HO NAA HO)
Indien 2003, 187 Min., OmU
Regie: Nikhil Advani
Buch: Karan Johar, Niranjan Iyengar
Darsteller: Lillete Dubey, Kamini Khanna, Jaya Bhaduri, Shahrukh Khan, Preity Zinta
Naina Kapur lebt mit ihrer Mutter, der Großmutter und ihren Geschwistern in New York. Seit ihr Vater sich das Leben genommen hat, ist die Familie sowohl finanziell als auch menschlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Naina ist gezwungen zwischen ihrer zänkischen Großmutter und niedergeschlagenen Mutter zu vermitteln, ihre jüngeren Geschwister zu versorgen und nebenher noch die Finanzen zu überwachen. Bei all den Bemühungen ihre Familie zusammenzuhalten, bleibt ihr kaum Zeit für ihr ganz eigenes Leben. Doch Naina hat sich in ihr Schicksal gefügt, und lebt ein freudloses aber diszipliniertes Leben. Ihr Studienfreund Rohit, ein charmanter Möchtegern-Frauenheld, und die aufgedrehte Freundin Sweetu sind ihre einzige Ablenkung, die sie jedoch nur selten aus ihrer tiefen Traurigkeit zu befreien vermögen.
Wie eine Erlösung tritt ganz plötzlich Nainas Nachbar Aman in ihr Leben. Er strotzt vor Lebensfreude, und hat es sich in den Kopf gesetzt Naina etwas davon abzugeben. Seine ersten Versuche scheitern jedoch. Zwar gewinnt er mit Leichtigkeit die Herzen der restlichen Familie, doch Naina stellt sich stur. Erst ein ausgelassener Disco-Besuch bringt das Eis zaghaft zum Schmelzen. Dabei bemerkt Aman, dass Rohit Gefühle für Naina entwickelt. Er setzt sich in den Kopf die beiden zusammenzubringen, um Nainas Glück vollkommen zu machen. Naina hingegen hat sich bereits von Amans Energie verzaubern lassen, und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Doch dieser scheint ein tiefes Geheimnis in sich zu tragen, dass die beiden voneinander getrennt hält.
Nachdem Naina Rohit mit ihrem Liebesgeständnis vor den Kopf stößt und einen Schritt auf Aman zumachen will, eröffnet er ihr bereits seit drei Jahren verheiratet zu sein. Nainas neu gewonnene Lebenskraft scheint dahin, und die Welt bricht für sie zusammen. Aber auch Aman ist am Boden zerstört, denn seine schmerzhafte Offenbarung war eine Lüge. In Wahrheit ist er herzkrank und hat nur noch wenige Wochen zu leben.
Mittwoch, 2.3.2005
Von Mäusen und Menschen (OF MICE AND MEN)
USA 1992, 106 Min.
Regie: Gary Sinise
Buchvorlage: John Steinbeck
Darsteller: Gary Sinise, John Malkovich, Sherilyn Fenn, Casey Siemaszko
Kalifornien 1930. Die beiden Landarbeiter George und Lennie (Gary Sinise, John Malkovich) werden vom Hof gejagt, weil der bärenstarke, debile Lennie das Samtkleid der Farmerstochter streicheln wollte und sie damit erschreckte. "Wollte doch nix Schlechtes damit machen, George", beteuert Lennie immer wieder. "Bloß streicheln." George hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, für den gutmütigen Dummkopf zu sorgen.
Als Erntehelfer kommen sie auf einer anderen Farm unter.
Sie träumen davon, Geld für ein Grundstück zu sparen und sich dann selbst eine kleine Ranch aufzubauen. Lennie möchte sich dann um die Kaninchen kümmern. Jetzt bekommt er erst einmal einen Welpen geschenkt, dessen Fell er zärtlich streichelt - bis er wieder einmal versehentlich zupackt und den Hund erdrückt.
Gary Sinise hat John Steinbecks anrührende "Schauspielnovelle" aus dem Jahr 1937 werkgetreu verfilmt. Er selbst verkörpert George, und John Malkovich beweist in der Rolle des Lennie, dass er nicht nur zynische Intellektuelle hervorragend spielen kann.
Mittwoch, 9.3.2005 "Made in Japan Pop und Perversionen"
Vampire Hunter D.
Japan 2000, 105 Min., OmU, FSK: 18, Anime
Regie: Yoshiaki Kawajiri, Tai Kit Mak
Buch: Yoshiaki Kawajiri, Hideyuki Kikuchi
In einer weit entfernten dunklen Zukunft stehen Vampire, die einst die Welt in Angst und Schrecken versetzten, kurz vor ihrer Ausrottung. Auch auf den Kopf von Meier Link, einem der letzten aktiven Vampire, ist eine hohe Belohnung ausgesetzt; er hat Charlotte, die Tochter einer wohlhabenden Familie, entführt.
Der geheimnisvolle Kopfgeldjäger D, ein so genannter "Dunpeal" (halb Mensch, halb Vampir), nimmt die Jagd nach Meier Link auf. Doch er ist nicht allein: auch die "Markus Brüder", ein hoch trainiertes Vampirjäger-Team mit einem Arsenal an modernsten Waffen, sind ihm auf der Spur.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und keiner weiß von der dunklen Macht, die im Geheimen ihre Schritte manipuliert, und sie in eine schreckliche Falle lockt.
Mittwoch, 16.3.2005
Metallica Some Kind Of Monster
USA 2003, 139 Min.
Regie: Joe Berlinger, Bruce Sinofsky
Darsteller: Jason Newsted, Dave Mustaine, Bob Rock, Phil Towle
Nach dem letzten Album, der letzten Tour und den abgeschlossenen After-Release-Arbeiten, wollten sich Sänger James Hetfield, Gitarrist Kirk Hammett, Drummer Lars Ulrich und Bassist Jason Newsted eigentlich wieder im Studio treffen und ein neues Projekt starten. Allerdings kam es zuvor zum Knall, der die Musikwelt doch recht erschütterte. Jason Newsted konnte sich mit seiner Rolle in der Band nicht mehr abfinden und verließ Metallica. Die Reibereien waren zu groß. Die Egos der einzelnen Mitglieder (vor allem Hetfields und Ulrichs) waren zu groß geworden und eine Zusammenarbeit war nicht mehr möglich.
Die restlichen drei Band-Mitglieder versuchten nun etwas ganz neues. Sie mieteten sich auf einem alten Militärgelände ein und wollten ein erstes Mal ein Album machen, an dem jeder gleichermaßen beteiligt sein sollte. Vorher waren es immer Hetfield und Ulrich, die mit den fast fertigen Songs ins Studio kamen. Da hatten die anderen Mitglieder nix mehr zu sagen. Sie mussten ganz einfach nur spielen, was ihnen aufgetragen wurde. Doch dieses Mal sollte alles anders werden.
Metallica beanspruchten die Hilfe eines Psychologen, der helfen sollte, die Probleme, die sich innerhalb der Band aufgestaut hatten, zu lösen und die Band wieder zu einer Einheit zu formen. Diese Voraussetzungen wurden kurz nach Beginn des neuen Projektes wieder verworfen, da sich James Hetfield endlich dazu überwand, eine Therapie gegen seinen Alkoholismus zu machen und für fast ein Jahr aus der Band verschwand. Lars Ulrich versuchte in der Zwischenzeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten und suchte Gespräche mit ehemaligen Bandmitgliedern, wie Megadeth-Frontman Dave Mustaine, dem Ex-Bassisten Jason Newsted und vor allem seinem Vater. Immer begleitet durch den Psychologen, der vor allem bei Lars eigentlich einen recht guten Eindruck hinterließ.
Die Band fand sich langsam wieder, das neue Album hätte eigentlich angefangen werden können. Doch können so große Egos wirklich miteinander produktiv sein? Wie kann man den angestauten Frust, die aufgebaute Aggression in Songs packen? Und wer soll den Bass zupfen?
Die Filmemacher Joe Berlinger und Bruce Sinofsky begleiteten diesen Prozess und die Band für fast 3 Jahre lang auf Schritt und Tritt. Sie mussten dann aus über 1200 Stunden Film eine Dokumentation zusammen basteln, die den Alltag einer Band zeigt, die sich total zerstritten hatte und kurz vor der Auflösung stand. Und genau diese Band hatte sich nun am Riemen zu reißen, die internen Probleme zu lösen und ein Album ("St. Anger") zu produzieren, dass sich im Nachhinein als riesiger Erfolg herausstellte und in über 30 Ländern sofort die jeweiligen Album-Charts anführte.
Mittwoch, 23.3.2005
Only The Strong Survive
USA 2002, 95 Min., OmU
Regie: Chris Hegedus, D.A. Pennebaker
Darsteller: Isaac Hayes, Jerry Butler, Wilson Pickett, Sam Moore, Ann Peebles, Carla Thomas, Rufus Thomas, Mary Wilson, The Chi-Lites
Ein Film über die Welt der Rhythm-and-Blues-Musik der 1960er- und frühen 70er-Jahre: den Soul.
Statt einen "History-of"-Film mit Unmengen von bereits existierendem Filmmaterial zu machen, beschlossen Pennebaker und Hegedus, die Lebensgeschichten von zehn Soul-Legenden miteinander zu verweben, die immer noch auftreten und besser sind denn je.
Gemeinsam mit Roger Friedman, einem bekannten New Yorker Journalisten und Zeit seines Lebens Soul-Fan und Mitglied der Rhythm and Blues Foundation, machten sich Pennebaker und Hegedus auf die Suche nach den großen Soul-Stars, deren Musik in Filmen wie "The Commitments" vorkommt und Tag und Nacht weltweit im Radio zu hören ist.
Die Blütezeit des Soul (1960-1975) endete mit der Disco-Welle, die wiederum von Rap und HipHop abgelöst wurde. Doch der Einfluß des Soul blieb unvermindert stark. Die bekannten Hits werden weiterhin von jungen Künstlern aufgegriffen und von Rappern gesampelt. Aber wo sind die Künstlerinnen und Künstler, die diese Musik berühmt gemacht hatten?
Die Produzenten machten sich zu einer Show auf, die in Memphis, Tennessee, von High Stacks Records geplant war. High Stacks war zu seinem Namen gekommen, indem es auf findige Weise die zwei Überbleibsel der bekannten Labels, Hi und Stax übernahm und weiterhin neues Material der legendären Künstler aus der Ära des Soul veröffentlichte.
Im Sommer 1999 organisierte Bobby Manuel von High Stacks ein Benefiz-Konzert für den Sänger Luther Ingram ("If Loving You Is Wrong I Don't Want to Be Right"). Ingram hatte sich für eine kostspielige Nierentransplantation hoch verschuldet und Manuel wollte ihm mit den Konzerteinnahmen helfen.
Das Ergebnis war eine Zwölf-Stunden-Bühnenshow im Four Points Sheraton in Memphis, in deren Verlauf die berühmtesten Künstler von Stax auftraten: Rufus Thomas, seine Tochter Carla, William Bell, Sir Mack Rice, The Barkays mit Ben Cauley und viele mehr. Auch Hi Records Soul-Königin Ann Peebles war dabei. "Es war wie ein Woodstock des Südstaaten-Soul", erinnert sich Friedman. Die Höhepunkte des Ingram-Benefiz-Konzerts waren die Auftritte und Interviews mit dem "King of Soul": Rufus Thomas, zu dessen bekanntesten Hits "Walking the Dog" und "The Funky Chicken" gehören.
Mittwoch, 30.3.2005
Das letzte Kino der Welt (EL VIENTO SE LLEVO LO QUE)
Argentinien 1998, 84 Min. FSK: 12
Regie und Buch: Alejandro Agresti
Darsteller: Angela Molina, Jean Rochefort, Ulises Dumont, Vera Foqwill, Fabian Vena
Argentinien in den siebziger Jahren: Die Taxifahrerin Soledad flieht aus Buenos Aires und landet in Río Pico, einem abgelegenen und total kinoverrückten Dorf ohne Radio und Fernsehen. Aber die Filme werden in Carusos Kino derart ramponiert gezeigt, dass alle Kinogänger schwere Verständigungsschäden davontragen. Eine Männerrunde beschließt, das Übel mit einer dorfeigenen Wochenschau zu bekämpfen samt der Hilfe des Dorfgenies Tardini und Soledad als Moderatorin. Die verliebt sich in Pedro, den Filmkritiker. Und der französische Star des absurden Río Pico-Kinos besucht seine weltweit einzig verbliebenen Fans.
Jeweils Mittwoch um 20 Uhr im CinemaxX im K3
Eintritt: EUR 4.50, OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Vorverkauf ab Dienstag an der Kinokasse, telefonisch unter HN-9190919 oder unter www.cinemaxx.de.
Die Filmtexte entstammen auszugsweise, soweit nicht extra vermerkt, von den Seiten "www.spielfilm.de".
Unsere Aktivitäten werden gefördert durch die Stadt Heilbronn sowie die MFG-Filmförderung Baden-Württemberg.